Leben

Schönheitsparade der Katzen

An der Weltaustellung Cats 09 in St. Gallen sind mehr als 1320 Katzen zu sehen. Je eleganter gestylt, desto grösser sind die Chancen auf den Sieg – fast wie bei Miss-Wahlen.

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Eine Teilnehmerin der Cats 09 liebkost ihre British Kurzhaarkatze.
Bild: Keystone

   

Zierliche, langbeinige Orientalinnen, stupsnasige Perser, atemberaubende Maine Coons und bildschöne Birmas: 1327 Katzen, Kater und Welpen haben am Wochenende in St. Gallen an der Cats 09 um die Titel der FIFe Weltsieger 2009 gewetteifert. Die FIFe Worldshow, die Katzenweltaustellung, findet nur alle 15 Jahre in der Schweiz statt. Die Federation International Feline (FIFe) kann als die Vereinten Nationen der Katzenverbände bezeichnet werden. In ihr sind Katzenverbände aus 41 Ländern zusammengeschlossen.

21 internationale FIFe Richter aus elf europäischen Ländern richteten die Katzen aus 25 europäischen Ländern sowie Brasilien und Argentinien. In vier Kategorien werden am Sonntag im Finale je sechs Weltsieger erkoren.

Hundert gute Gründe

Es gibt hunderte von guten Gründen, eine Katze zu haben - wobei einer schon vollauf genügt, zitiert St. Gallens Stadtpräsident Thomas Scheitlin in seinem Grosswort an die Cats 09. Für das Publikum gibt es ebenso viele Gründe, die Cats 09 zu besuchen. Ein junges Paar interessiert sich für einen prachtvollen Maine-Coon-Kater. Ob er auch jage, will der Mann wissen. Der holländische Züchter druckst herum. Sein Kater könne nicht jagen, er habe keinen Freilauf. Und: Maine Coons dürften nicht allein gehalten werden.

Kinder sind vor allem von den Katzenjungen begeistert; der «Jöh»- Effekt ist entsprechend gross. Besonders niedlich sind drei Abessinier-Junge mit ihrer Mutter. Die braungoldenen Welpen sehen aus wie kleine Löwen.

Perfekt gestylt

Es sei wie bei Miss-Wahlen, so Scheitlin: Chancen auf den Sieg habe nur, wer perfekt gestylt sei, «putzt und gestrählet». Damit untertreibt er: Die geduldigen Katzen werden gestriegelt, gepudert und störende Härchen werden weggeschnippelt. Stoisch lassen sie die Prozeduren über sich ergehen.

Gleichmütig lassen sie sich vom Richter knuddeln, hochheben, untersuchen. «Very nice» sei ein bestechend schöner Maine-Coon-Kater lobt die niederländische Richterin Anne Veland. Der coole Kater, der gelassen auf dem Richtertisch ausharrte, faucht und lässt so allen Frust raus, kaum sitzt er wieder auf der Schulter des Züchters.

«Zuckersüsse Babys»

«We leave in France» steht auf dem Schild eines französischen Züchters. Englisch ist die Ausstellungssprache, wenn auch nicht immer perfekt. Die Katzen fressen ungerührt, putzen sich, viele schlafen, träumen mit zuckenden Pfötchen; andere spielen, manche sind kommunikativ und miauen; eine frisst aus Langeweile Katzenstreu.

Da sind «zuckersüsse Babys zu verkaufen», und die kleinen Käfige sind mit Tüllwolken oder lachsfarbenem Satin herausgeputzt. Zwei Perserkatzen tragen sogar ein adrettes Stoffkrägelchen. Der Deko-Hit ist Halloween: Spinnen, Fledermäuse, Kürbisse. All der Glitterkitsch kümmert einen schneeweissen Maine-Coon-Kater mit Luchspinselchen an den Ohren und Goldaugen überhaupt nicht: Er kratzt sich ungeniert. (vin/sda/)

Erstellt: 24.10.2009, 21:05 Uhr


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