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...326 Jahren: Die Wiener Kaffeekultur entsteht

Von Stephanie Hess. Aktualisiert am 14.01.2011

Am 17. Januar 1685 gründet der Armenier Johannes Theodat das erste Kaffeehaus. Er hat vom Kaiser als Erster in Wien die Konzession zum Kaffeeausschank bekommen.

Schwatzen, Lesen und der Kaffeekultur frönen: Das Wiener Cafe Goldegg.

Schwatzen, Lesen und der Kaffeekultur frönen: Das Wiener Cafe Goldegg.
Bild: wikipedia.com

Stichworte

Es ranken sich viele Geschichten, um die Entstehung der weltweit berühmten Kaffeehauskultur der Hauptstadt Österreichs. Vollständig gesichert scheint nur die Tatsache, dass die Österreicher zum ersten Mal nach der Wienbelagerung durch die Türken mit den schwarzen Bohnen in Berührung gekommen sind. Die Legende besagt, dass Georg Franz Kolschitzky nach seinem Triumphzug gegen die Belagerer einen Sack Kaffeebohnen mit nach Hause genommen haben soll. Und auch er soll es gewesen sein, der dem starken, schwarzen Gebräu, Milch und Zucker hinzufügte und es damit für die Wiener Kehlen erst geniessbar machte.

Das erste Kaffeehaus in Wien gründet schliesslich der Armenier Johannes Theodat. Er eröffnet am 17. Januar 1685 das erste Kaffeehaus in seinem Wohnhaus am Haarmarkt, heute Rotenturmstrasse 14, in der Wiener Innenstadt. Später wird Theodat bei der Belagerung Belgrads in eine Intrige verwickelt und als Doppelspion angeklagt.

Bis 1700 sind weitere vier Konzessionen von Kaiser Leopold I. bekannt. 1814 gibt es bereits 150 Kaffeehäuser in Wien. Um die Jahrhundertwende ist die Zahl auf 600 gestiegen.

Das legendäre Glas Wasser

Mitte des 18.Jahrhunderts gibt es in den Grundzügen in den Wiener Kaffeehäusern schon alles, was heute zur Tradition gehört. Man findet dort Zeitungen, spielt Billard oder Karten. Damals wie heute ist es in Kaffeehäusern gang und gäbe, dass ein Gast während Stunden nur einen Kaffee trinkt. Dazu wird seit der Entstehung der Kaffeehäuser das legendäre Glas Wasser zum Kaffee gereicht – und ohne Murren regelmässig aufgefüllt.

Die Häuser sind genauso Orte des Austauschs, wie auch des Schreibens. Die berühmte Zeitschrift «Die Fackel» von Karl Kraus soll zu einem grossen Teil in Wiener Kaffeehäusern entstanden sein. Weitere Kaffeehausliteraten sind unter anderem Arthur Schnitzler, Alfred Polgar, Friedrich Torberg und Egon Erwin Kisch.

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.01.2011, 08:49 Uhr

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