Teuer ist das Studentenleben
Von Sarah Pfäffli. Aktualisiert am 14.09.2010 1 Kommentar
Hier gibts Tipps
Die StudentInnenschaft der Uni Bern (SUB) hilft nicht nur bei Budgetfragen weiter: sub@sub.unibe.ch, Tel. 031 631'54'11.
Bei der Beratungsstelle der Berner Hochschule sind Finanzthemen meist Teil einer ganzheitlichen Beratung: www.beratungsstelle.bernerhochschulen.ch, Tel. 031 631'45'51.
Auf der Website der Erziehungsdirektion ist eine Fülle von Informationen abrufbar. Hier findet sich auch ein Prognosenrechner für Stipendien: www.erz.be.ch
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Die Matura im Sack, die Ferien genossen – jetzt gehts los. Nächste Woche beginnen allein an der Uni Bern circa 2500 junge Menschen ein Studium. Das kostet: Rund 2420 Franken pro Monat benötigt ein Student, berechnet der Verband der Schweizer Studierendenschaften (Tabelle). Drei Parteien greifen für ein Studium in die Tasche: Die Eltern. Die Studierenden – und, notfalls, der Staat.
Die Eltern
Die Eltern steuern gemäss einer Erhebung des Bundesamts für Statistik durchschnittlich gut die Hälfte des studentischen Einkommens bei. Sie sind gesetzlich zur Unterstützung verpflichtet: «Die Eltern haben für den Unterhalt des Kindes aufzukommen», heisst es in ZGB 276, und zwar bis zum Ende der Erstausbildung. Doch längst nicht alle Eltern können es sich leisten, den Sprössling nach dem Gymnasium mindestens fünf weitere Jahre durchzufüttern. Zudem dürfen sie von ihrem Kind auch erwarten, dass es selber etwas zum Lebensunterhalt beisteuert. Das sieht sogar der Gesetzgeber (ZGB 277) so vor.
Wer wofür aufkommt, muss individuell entschieden werden. Häufig bleibt der Studi in der Familienpolice der Krankenkasse, und die Eltern zahlen auch Fixkosten wie Studiengebühren, Lehrmittel, Miete und Fahrkosten. Freizeit, Telefon und Kleider dürfte sich die Studentin hingegen selbst finanzieren.
Der Studierende
Rund 70 Prozent der Studierenden gehen einem Nebenjob nach. Durchschnittlich etwas über ein Drittel ihres Einkommens verdienen die Studis so selbst. Das klingt gut, ist aber nicht unproblematisch: «Viele Studierende müssen Geld verdienen. Aber der Studienplan lässt es fast nicht mehr zu», sagt Eva Scheuber von der Beratungsstelle der Berner Hochschulen.
Das Dilemma stellt sich verstärkt seit der Bologna-Reform, die eine Vereinheitlichung der Studienabschlüsse in Europa zum Ziel hatte. Neu sind die Studiengänge nämlich als 100-Prozent-Ausbildung angelegt. Wer zusätzlich jobbt, muss also im Normalfall länger studieren als Vollzeitstudierende. Für diese Verlängerung benötigt man – anders als früher im Lizenziats-System – neu eine Genehmigung. «Davor, diese einzuholen, scheuen viele Studierende zurück», sagt Thomas Leibundgut, Ressortleiter Soziales der StudentInnenschaft der Uni Bern (SUB). Nicht nur weil es als unfein gilt, länger zu studieren, sondern auch weil die Bedingungen dafür strikt sind: Für eine Studienzeitverlängerung wegen Arbeitstätigkeit muss man einen 30-Prozent-Job nachweisen. Und nicht nur in den Semesterferien arbeiten, sondern das ganze Jahr über. Sollte diese Erschwernis dazu führen, dass weniger Studierende arbeiten, wäre dies bedenklich. Denn gerade ein studienverwandter Nebenjob steigert die Chancen bei der Stellensuche, wie Eva Scheuber weiss. Und Thomas Leibundgut sagt: «Selbst ein Servicejob ist besser als gar nichts.»
Der Staat
Erst wenn das eigene Geld und das der Eltern nicht reicht, springt der Staat in die Bresche – mit Darlehen oder Stipendien. Auf Ausbildungsbeiträge haben aber nur wenige Studierende Anspruch. Vielen ist zudem schon der Antragsmarathon zuwider. Ob der sich lohnt, lässt sich mit einem Stipendienrechner herausfinden. Stipendien und Darlehen machen aber nur 6 Prozent der studentischen Einnahmen aus. Auf den Staat sollte sich also besser nicht verlassen, wer ans Studieren denkt. (Berner Zeitung)
Erstellt: 14.09.2010, 09:14 Uhr
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1 Kommentar
bei studiengebühren von chf 100 pro monat kommen mir die tränen. jede/r andere die/der an einer fachhochschule ein studium absolviert, bezahlt x-tausend franken pro semester aus der eigenen tasche und macht sich gar keine gedanken, ob er nebenbei einem job nachgehen soll oder nicht. sondern es ist der normalfall. Antworten
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