Kultur
«In Zürich wird wahnsinnig viel gelogen»
Von Peter Müller. Aktualisiert am 04.06.2009 71 Kommentare
Die letzte Premiere ist vorbei, und in die viel diskutierte Villa am See ist bereits eine Promi-Zahnärztin eingezogen. Abschiedsschmerz?
Ich geniesse es, mit Wien wieder in einer Stadt zu leben, die das Theater liebt. Ich hatte fast vergessen, wie schön das ist.
Von der Hölle ins Paradies?
Paradiese entstehen im Kopf. Jetzt ist alles in Erwartung, man sehnt sich, träumt. Und natürlich kann das auch schnell zu Ende gehen.
Vorerst aber träumen Sie von Goethes «Faust», mit dem Sie im Herbst Ihre Direktion am Burgtheater beginnen wollen?
«Faust» ist nicht zu bewältigen, das weiss ja jeder. Also träum ich umso mehr. Theatermachen ist immer Scheitern...
... wieder scheitern, besser scheitern», sagt Beckett...
...und bei «Faust» ist es vorprogrammiert. Im Moment sehe ich zwar das Ziel, habe aber noch keine Ahnung, wo es dahin langgeht. Doch ich bin 45 Jahre alt, habe einiges erlebt, fühle mich vital und berufen, diese ungeheure Sache jetzt zu machen.
Bevor wir mit Faust im Himmel enden, sollten wir nochmals in die Hölle zurückkehren. Was bleibt von Ihren vier Zürcher Jahren?
Das müssen unsere Zuschauer sagen.
Und was bleibt bei Ihnen?
In den letzten 23 Jahren gab es am Burgtheater zwei Intendanten; am Zürcher Schauspielhaus sieben. Das spricht doch für sich. In Zürich muss es einen Systemfehler geben, und das müsste den verantwortlichen Leuten doch endlich mal klar werden. Ich verstehe nicht, warum die Zürcher aus dieser Schmach nichts lernen wollen.
Aber im Unterschied zu Ihren Vorgängern gehen Sie freiwillig.
Richtig, aber auch nur, weil ich frühzeitig meinen Wechsel nach Wien bekannt gab. Im Intrigantensumpf, in den ich in Zürich geschlittert bin, hätte man meinen zornigen Protest auf Dauer nicht ausgehalten. Mein Trompeten ist mir vorgeworfen worden, auch von Leuten, die ich mag. Aber anders hätte ich es einfach nicht ertragen.
Sie haben gelitten und zornig Trompete geblasen – gab es auch Gutes in Zürich?
Ja, viele Dinge lassen mich meine Schweizer Nachhilfestunde durchaus wertschätzen.
Zum Beispiel?
Etwa die Gesprächskultur. Ich habe gelernt, nicht einfach «ich finde» zu sagen und damit andere Meinungen auszuschalten, sondern ihnen Raum zu geben, damit etwas Gemeinsames entstehen kann. Das wollen mein Team und ich mitnehmen. Allerdings, der Baccalaureus in «Faust II» sagt: «Im Deutschen lügt man, wenn man höflich ist.» Der Baccalaureus ist keine sympathische Figur, und doch hat dieser Satz auch etwas für sich.
Geschrieben hat ihn ein Deutscher.
Ja, und der Baccalaureus ist einer der deutschesten Deutschen. Trotzdem stimmt es, dass in diesem Graubereich zwischen Höflichkeit und Lüge einiges verschwimmt. Da wird dann die schweizerische Gesprächskultur problematisch: Ich weiss nicht mehr, wo sie Raum für andere Meinungen gibt und wo sie Heuchelei ist.
Abgesehen vom Schauspielhaus wird in Zürich also viel gelogen.
Wahnsinnig viel.
Darum haben Sie wohl kürzlich im «Göttinger Tageblatt» die Wahrheitsliebe der Wiener gelobt.
Das habe ich so nicht gesagt.
Ich zitiere Sie: «In Wien sagt man es wenigstens, wenn einem etwas nicht passt. Mit klaren Aussagen kann ich leben.»
In Wien wird gelogen wie überall. Aber was ich nicht mag, ist, in Rütli-Schwur-Augen zu gucken und per Handschlag die Welt versprochen zu kriegen – und dann passiert das Gegenteil, die vollmundigen Zusagen lösen sich in nichts auf. Das habe ich in Zürich erlebt, und das möchte ich nicht noch einmal erleben.
Sehen Sie sich auch als Opfer antideutscher Ressentiments in der Schweiz?
Selbstverständlich. Wie alle Deutschen in der Schweiz.
Könnte es sein, dass auch Sie Fehler gemacht haben?
Welche würden Sie denn sehen?
Sie sind immer wieder unnötig schroff und undiplomatisch aufgetreten.
Stadtpräsident Ledergerber wollte mir in seinem Büro einen Maulkorb verpassen, und das habe ich nicht akzeptiert – wenn Sie das meinen, bin ich gern schroff.
Journalisten sind immer gegen Maulkörbe. Aber bestimmt hätten Sie in Konfliktsituationen mehr erreicht, wenn Sie sich nicht so schroff und stur gegeben hätten.
Bevor Sie dieses Klischee von mir weiterverbreiten, muss ich Sie daran erinnern, in welchem unflätigen Ton ich von der Gewerkschaft und ihren Helfershelfern aus dem Schauspielhaus angegriffen wurde. Verglichen damit hatte ich ein zartes Engelsstimmchen.
Hatte der Kulturschock, der Zürich für Sie war, auch damit zu tun, dass hier die Demokratie anders praktiziert wird als in Deutschland?
Am Anfang habe ich darüber gelacht, als ich ständig nach dem Unterschied zwischen Deutschen und Schweizern gefragt wurde. Jetzt frage ich zurück: Was ist denn los mit euch? Warum müsst ihr euch ständig definieren? Warum müsst ihr jeden Fremden fragen, wie er sich als Fremder empfindet? Das ist zutiefst provinziell.
Warum?
Weil es nicht ehrlich gemeint, sondern heimtückisch ist. Anfangs habe ich immer geantwortet, der Unterschied zwischen einem Bayern und einem Ostfriesen sei viel grösser als der zwischen einem Schwaben und einem Schweizer. Aber der Scherz stimmt nicht. Die Schweizer unterscheiden sich in Wirklichkeit viel stärker. Ihre Umgangsformen sind denen der Asiaten viel verwandter als denen der Deutschen.
Da müssen Sie sich sehr fremd vorgekommen sein in diesen vier Zürcher Jahren.
Ich habe hier auch sehr viele gute Freunde gewonnen.
Schweizer?
Ja.
Dabei haben die Schweizer doch immer das Bedürfnis, sich zu definieren und abzugrenzen?
Journalisten haben dieses Bedürfnis am stärksten.
Einmal mehr sind die Medien schuld.
In diesem Falle ja. Sie müssten sich wirklich mal fragen, welche Rolle die Medien in der Geschichte des Schauspielhauses gespielt haben. Warum es nicht mehr Euphorie gab. Das Schauspielhaus ist nie wirklich geliebt und geschützt worden von den Medien. Aber nicht nur die Medien könnte man sagen, auch dass die technische Belegschaft es duldete, sich auf Kosten der Kunst am Betrieb einseitig zu bereichern, empfinde ich als eingefleischter, aus dem Ruhrgebiet kommender Theatermann als zutiefst unsolidarisch.
Und jetzt geniessen Sie die Liebe der Wiener «Kronen Zeitung»?
Jetzt werden Sie wieder ironisch. Dabei wissen Sie doch selbst, dass Wien eine sehr vielfältige Zeitungslandschaft hat. Da herrscht nie nur eine Meinung. Aber die Zeitungen berichten täglich, was am Theater los ist. In Zürich dagegen, einer vergleichsweise kleinen Stadt, gibt es zwei mächtige Zeitungen, und in beiden sitzen ziemlich griesgrämige Leute.
Sie fühlen sich zu wenig gewürdigt?
Wir können auf eine sehr erfolgreiche Zeit zurückblicken. Die Zuschauerzahlen dieser letzten Spielzeit sind prächtig. Gute Regisseure hatten Lust, hier zu arbeiten, und gute Schauspieler kamen. Wir werden auf wichtige Festivals eingeladen. Und trotzdem fehlt es der Stadt an Leidenschaft für das Theater, und die Medien tun nichts dafür, sie zu entfachen. Das ist wohl etwas sehr Schweizerisches oder Zürcherisches. Ich habe die Euphorie vermisst, die ich in Bochum verspürt habe, die Leidenschaft, die ich jetzt in Wien wieder erlebe.
Sie waren der König von Bochum und sind jetzt der König von Wien – und dazwischen war das traumatische Erlebnis der Schweizer Demokratie. Wir haben hier keine Könige, das ist Ihr Problem.
Ich mag Leute, die an das Gute im Schweizer System glauben. Aber Sie vermuten es am falschen Ort. Die von Ihnen geliebten demokratischen Instanzen haben aus mir erst das Feindbild gemacht, um es dann abzustossen. Ich hatte mich bei Antritt meiner Stelle – in Ihrer Logik ganz «undeutsch» – völlig den Gremien übergeben, habe gegen aussen nur Dinge vertreten, die ihren Segen hatten. Und als ich mich umdrehte, waren sie weg. Ich stand mit kurzen Hosen da. Und ihr hattet euren Deutschen. Dass ich ausserdem ein Haus, das mir vom Stadtpräsidenten angeboten wird, nicht mieten darf, das habe ich tatsächlich nicht gewusst. In Zürich haben sich die Leute furchtbar echauffiert, dass ich in diesem grossen Haus am See gelebt habe. Es gab bei gutem Wetter keinen Tag, an dem nicht Männer mit Glatze und Schwiegermütter mit Kinderwagen vor meinem Haus standen und den Kopf geschüttelt haben. Und ich konnte von ihren Lippen die Entrüstung darüber ablesen, dass hier ein Mann lebt, der ein Theater leitet.
Wo wohnen Sie in Wien? In einem Schloss?
Erscheint dieses Interview im Feuilleton? Wir wissen noch nicht, wo wir wohnen werden. Aber was ich weiss, ist, dass die Entrüstung, die ich in Zürich erlebt habe, weder in Bochum noch in Wien möglich wäre.
Sind Sie wenigstens mit dem künstlerisch Erreichten zufrieden?
Was bei mir den Ausschlag für Zürich gegenüber Hamburg gab, war der Schiffbau. Ich hatte in Bochum angefangen, anders Theater zu machen, in anderen Räumen. Das wollte ich fortsetzen. Dass die Stadt sich aber partout nicht bekennen und Eigentümer dieser einzigartigen Spielstätte werden will, versteht kein Mensch auf der Welt.
Auch der Verwaltungsrat des Schauspielhauses wirkte da hilflos.
Es gibt ein Grundproblem: Im Selbstverständnis der Aktiengesellschaft wird das strategische Geschäft dieses Theaters vom Verwaltungsrat geleitet. Aber der Verwaltungsrat kann ein Theater gar nicht leiten, weil er künstlerisch inkompetent ist. Um dem Verwaltungsrat wenigstens die Hoheit über das finanzielle Thema zu sichern, wird hier der Unterschied zwischen Kunst und Geld gemacht. Das Problem ist nur, dass erst die künstlerischen Entscheidungen das Geld generieren. De facto hat der Verwaltungsrat also gar nichts zu tun. Aus diesem Vakuum und aus diesem Streben nach Daseinsberechtigung heraus entwickelt der Verwaltungsrat andauernd Aktivitäten in den Dunst hinein.
Also Abschaffung des Verwaltungsrats?
Ja, so wie er hier ist und wenn man sich die Geschichte des Zürcher Schauspielhauses und seiner gefeuerten Direktoren vergegenwärtigt: unbedingt. Ich würde empirisch vorgehen und mich umschauen, wo Theater gut funktionieren. Und dann würde ich mir an den dortigen Strukturen ein Beispiel nehmen. Das ist mein Rat. Darüber hinaus begrüsse ich es, dass ein Verwaltungsrat existiert, um die notwendigen Kontrollfunktionen auszuüben.
Ihr Rat blieb bisher ungehört.
Statt empirisch vorzugehen, engagiert man teure Unternehmensberater. So hatte ich bei einem anzutreten, um mir das Aktienrecht erklären zu lassen! Dieser Unternehmensberater ist das grösste Arschloch, dem ich je begegnet bin. Weil er für wahnsinnig viel Geld jemandem einen Beruf erklärt, von dem er keine Ahnung hat. Dabei ist die Sache im Grunde doch ganz einfach. Zwei Drittel des Geldes kommen am Schauspielhaus von Stadt und Kanton. Ein Drittel sind die Kasseneinnahmen; wie die zustandekommen, entscheidet einzig und allein das künstlerische Team mit dem Spielplan. Das ist das strategische Geschäft eines Theaters. Bleibt auf der Einnahmenseite für den Verwaltungsrat die Aufgabe, Sponsoren zu suchen – macht er aber nicht. Stattdessen entwickelt er nebulöse Aktivitäten. Und schmeisst zwischendurch immer wieder mal einen Direktor raus. Aber ich bin jetzt in Wien und freue mich auf meine Arbeit am Burgtheater. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 04.06.2009, 10:39 Uhr
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71 Kommentare
«In Wien sagt man es wenigstens, wenn einem etwas nicht passt. Mit klaren Aussagen kann ich leben.» Herr Hartmann hat offenbar keine Ahnung, wovon er redet. Das Wien, das ich kenne, kann es nicht sein. Die Wiener Spezialität sind die Doppelbotschafen (mindestens), heißt: die Wiener sind durchaus keine Lügner, aber das, was ein Deutscher, wie Hartmann, hört, ist nur ein Aspekt. Also: toi toi toi! Antworten
Fraglos berühren Matthias Hartmanns Aussagen Wahres. Die Art und Weise, wie er diese vorbringt, halte ich jedoch für fragwürdig. Merkwürdig finde ich, dass in der ganzen Debatte kaum je von seiner Zürcher Theaterarbeit die Rede ist. Die Ära Hartmann hatte ein paar (wenige) tolle Aufführungen, ansonsten herrschte Mittelmass, wenn überhaupt. Eine Vision von Theater liess Hartmann nie erkennen. Antworten
Herr Hartmann hat in Bochum das Schauspielhaus aus der Krise geholt. Es gab überraschendes, interessantes und unterhaltendes Theater zu sehen. Einiges ging mit nach Zürich. Die Auslastung des Hauses war hervorragend. Soweit so gut. Vermutlich haben seine Kritikpunkte einen wahren Kern. Aber dieser rohe, pauschale Rundumschlag? Als Deutscher kann ich nur sagen: Schämen Sie sich, Herr Hartmann! Antworten
Ja gut, ... unter den Blinden ist der Einäugige immer noch der Hero . Aber diese Rechnung geht nicht auf, ...ein Schauspielhaus braucht Kenntnis, Praxis und Finanzen. Um dies zu vereinen hat man Leute nötig, welche zusammenarbeiten und keine empfindliche Ego - Läufer. Hartmann kann vielleicht viel wissen, aber sein Charakter lässt es nicht zu, um es umzusetzen. Darum ist er eben nur ein HALBER ! Antworten
@von Langshe Sie haben meinen Beitrag vielleicht missverstanden, ich selber kenne sehr viele Deutsche welche wunderbar sind und ich liebe ihre offene Art, jedoch hasse ich diese Arroganz eines "kulturschaffenden" welcher nicht mit der Schweizer Kultur klar kommt. Er hört sich wie gesagt an, wie der Finanzminister in Deutschland, beide wissen nicht wovon sie sprechen, aber hauptsache sie sind laut Antworten
M.H. hat durch seine scharfsinnigen Aussagen nur die Schwiezer durchleuchtet wie sie sind. Einsilbig und eingebildet. Wenn Ihnen was zu hochstehend ist reagieren sie säuerlich und fangen an zu intrigieren, anstatt was dazuzulernen. Dass Kunst hier nichts zu suchen hat, wusste schon max frisch und paul klee. Analphabeten als Mister Schweiz werden akzeptiert so ticken sie hier.. Antworten
Schade, dass durch die Niederlage gegen das technische Personal soviel Verbitterung bleibt. Fachlich grosse Klasse, aber persönlich einfach ein schlechter Verlierer, der dann alles in die (gleiche) Pfanne haut. Irgendwie peinlich. Alles Gute in Wien Antworten
Herr Hartmann hat sich in der ihm eignen Art gehen lassen - leider. Doch auf diese Weise hat er uns Schweizern einmal aufgezeigt, wie sich die Pauschlverurteilungen und Beschimpfungen so anfühlen, die hier in ebenso unangemessener Weise stets gegen die Deutschen gerichtet werden. Antworten
Herr Hartmann bestätigt das Bild, das viele Schweizer über die Deutschen haben! Was ich bei solchen Diskussionen ein wenig vermisse (auch schon bei Steinbrück), dass Deutsche, die hier ihre Brötchen verdienen und es mit Schweizern gut haben, kein positives Wort über ihre Situation hier verlieren.... Antworten
Sind diese klaren Worte eine Wohltat - besten Dank, Herr Hartmann - und eine freudvollere Theaterzeit in Wien wünsche ich Ihnen, denn da macht es sich wirklich anders Theater als in Zürich. Bleibt nur die Hoffnung (wann sie stirbt?, weiss ich nciht), dass sich in Zürich was in die angesprochene Richtung ändert ... Manchmal ist weglaufen eine gute Lösung, ich kann Sie jedenfalls verstehen. Antworten
Sehr schade, dass MH geht, die Theatersaison unter seiner Leitung war ein Genuss. Es hat uns wieder Freude gemacht in's Theater zu gehen. Seine Reaktion auf nicht eingehaltende Versprechungen sind verständlich. Die Misere mit dem Schiffbau bleibt unverständlich. MH ist verletzt und hat sich von seinem schweizerischen Korsett befreit. Für ihn sicherlich eine Befreiung. Antworten
Zurück in Steinbrückland aus meinem Fürbaslerfremdland kann ich das von Peter Müller inszenierte Hartmannbild so gut verstehen. Barbara Frey wünsche ich ein starkes Team und engagiertes Agieren in der Tradition der zwischen 1933 und 1945 in die Schweiz geworfenen Künstler/innen. Immer noch erinnere ich mich an Peter Löffler. Er hat nach Wälterlin Widerstand gegen das Zürcher Festhalten geleistet. Antworten
Mir scheint Herr Hartmann ist verbittert und hat sich dadurch zu einer solchen Aussage verleiten lassen. Solche Aussagen wie untenstehend von Hr. Marco Müller sind genau so populistisch und tragen keinerlei Nutzen der Diskussion bei. Wir Schweizer sollten punkto Gastfreundschaft gegenüber den Deutschen schon an der Nase nehmen! Wir werden in Deutschland stets freundlich und offen empfangen. Antworten
Da scheint ja einiges schief gelaufen zu sein. Dummheiten und 'Arroganzien' von Wichtigtuern. Allerdings, Herr Hartmann, die Menschen mit den ich in Zürich spreche, gerne spreche, lügen - so viel ich weiss - meistens nicht. Ich glaube auch nicht, dass ich deswegen paranoisch werden möchte, um mir negative Botschaften von unbeteiligten Lippen und Zungen zu lesen. Antworten
Alle Eigenschaften haben (nach Goethe!) ihre positive und ihre negative Seite - ein Umstand, der auch in die Dramaturgie der deutschen Sprechtheater wieder einfliessen sollte. Aber: so ganz ohne sind Hartmanns Bemerkungen ja wirklich nicht. Man darf ein Theater - auch in der direktdemokratischen Schweiz - nicht wie eine Kirchgemeinde führen, mit oft vorprogrammierten, kontraproduktiven Konflikten. Antworten
in der sache mag er wohl recht haben. wenn jedoch eines provinziell ist, dann seine schwarz-weiss-sicht der welt. vielleicht handelt es sich aber auch um die gute allte überheblichkeit, die ihn wissen lässt, wie "die schweizer", "die wiener" oder "die asiaten" sind. Antworten
Herr Hartmann dann sind wir ja froh dass wir sie los sind. Es gibt viele Deutsche Mitmenschen die hier sehr geschätzt werden, sie haben sich jetzt aber auf gleiche Stufe mit Herrn Steinbrück gestellt. Gratuliere. Arme Wiener, ich mach die österreicher, vielleicht sollten wir sie warnen.... Antworten
Hartmann Matthias spricht Klartext, und seine Analyse der Schwachstellen ist brillant, sein Rat Gold wert. Damit hat er eigentlich sein Honorar bereits verdient. Leider ist zu befürchten, dass die Verantwortlichen keine Konsequenzen ziehen, obwohl es einfach und erfolgversprechend wär. Warum wagt man nicht eine neue Konstruktion? Antworten
Büchler Kurt 2009-Jun-04 15.53: Wie kommen Sie denn darauf, dass Raffalt Annette nicht den Mut hatte, das zu sagen? Das ist doch seit Jahren bekannt und war in Bochum auch schon so. Sie glauben doch nicht im Ernst, dass sie dachte, das sei hier nicht bekannt und könnte verschwiegen werden? Das hielte ich für eine böswillige Unterstellung. Antworten
@Regina Tanoka. Die Schweiz ist Teil des Schengen Abkommens. Sie dürfen sich im ganzen EU Raum niederlassen und dort arbeiten. Wenn sie so über unser Land denken und nicht wegziehen, dann sind sie einfach inkonsequent. Hartmann war ein fähiger Theaterdirektor aber leider auch ein cholerischer Diktator der mit seinen Angestellten nicht umgehen konnte, viele werden aufatmen wenn er weg ist. Antworten
Wenn Herr Hartmann schon nicht davor zurückschreckt, sich die Blösse der beleidigten Leberwurst zu geben, wäre es schön, wenn Zürich im Gegenzug die teilweise berichtigte GRATIS Kritik konstruktiv zu verwerten wüsste. Ich habe eine Zeitlang in Wien gelebt und die dortige Kultur hautnah miterlebt. Was Intrigen anbelangt, begibt sich Herr Hartmann nun vom Regen in die Traufe. Oskar Werner, Ingeborg Bachmann oder Thomas Bernhardt sprechen diesbezüglich Bände. Antworten
So schön, dass er geht... So stur und so arrogant gibt es nicht schnell einen Theatermacher ... und ausserdem sehr brutal zum Personal! Das hat gar nichts damit zu tun, dass er Deutscher ist – das hat mit Charakter zu tun. Und von wegen «Lügen». Als seine Schwester das junge Schauspielhaus eröffnete, hat sie nicht einmal den Mut gehabt, zu sagen, dass sie die Schwester ist von Hartmann. Antworten
Ja, die Schauspielhausdossier ist eine unschöne Angelegenheit. Nach dem Weggang von Ledergerber darf man gespannt sein. Aber das ewig selbstbemitleidende Gejammere von Hartmann geht mir trotzdem auf den Keks. Hat er sich, bevor er den Vertrag seinerzeit unterschrieb, denn nicht kundig gemacht, mit wem er es zu tun haben wird? Einfach diletantisch, dieser Herr. Antworten
Warum holt man solche Leute überhaupt? Man weiss doch vorher schon, dass sie nicht passen! - Zürich ist überall, sagt ein Beitrag hier. Was Verlogenheit und organisierte Pseudokunst angeht, mag das stimmen. Was die Empfindsamkeit angeht, wohl eher nicht. Antworten
@ Fiona Ziegler, das wäre ja so ungefähr die Spitze seines Haufens, wenn er überhaupt nichts erreicht hätte. Nur was er diesem Unternehmensberater vorgeworfen hat....genau so hat ER sich mit dem Team verhalten. Hinterhertreten und sagen , dass es am biederen Schweizer liegt, ist ja fast Schulhaus-mässig ! Dieser Mann ist wie eine Flasche schlechter Wein... hat aber eine tolle Etikette ! Antworten
Der traditionsreiche Konflikt "Geist gegen Geld" in der Banken- und Zwinglistadt muss Herrn Hartmann arg zugesetzt haben, wenn man das Interview liest. Wäre statt finalem Frustbeissen und maximaler Offenheit nicht "Der Besuch der alten Dame" ein adäquates Adieu gewesen? Antworten
"Hartmanns beste Tat" - so berichtet die infobox - war, "dass er Regisseure neben sich duldete, die besser sind als er." Dass er selber aber gut inszenierte wird dabei ausgelassen: So hat mich beispielsweise Hartmann's Inszenierung von David Harrover's Stück "Blackbird" (Spielzeit 2006/2007) bei weitem mehr überzeugt als Joe Mantello's Off-Broadway-Inszenierung des selben Stücks in Manhattan, NYC! Antworten
Herr Hartmann spricht aus, was man nicht zu sagen traut. Mit Ehrlichkeit und Direktheit können die Schweizer leider schlecht bzw. gar nicht umgehen. Da braucht man nicht mal bis zum Schauspielhaus zu gehen. Es fängt beim Bundesrat an und hört beim kleinen Mann auf. Aber es soll ja auch Ausnahmen geben. Alles gute in Wien. Antworten
Ich kann zum KUENSTLER MH nur sagen: Habe Ende 1998 "Der Kuss des Vergessens" von Botho Strauss am Schauspielhaus gesehen. Urauffuehrung. Regie MH. Das ist bis heute das eindruecklichste Theatererlebnis, das ich gehabt habe. Nur allein dafuer: Herzlichen Dank, Herr H, und viel Glueck in Wien! Antworten
Die gekränkte Diva fühlt sich in ihrer Genialität wohl nicht angemessen gewürdigt. Die Aussagen strotzen geradezu von elitärer Überheblichkeit. Er kritisiert die antideutschen Ressentiments der Schweizer und schafft es mit seiner Arroganz in einem einzigen Interview, so ziemlich alle Vorurteile zu bestätigen. Das ist auch eine Leistung. Antworten
"«Faust» ist nicht zu bewältigen, das weiss ja jeder...". Klingt ein bisschen nach Rückversicherung. Der Faust soll ja auch nicht "bewältigt", sondern gespielt werden. Sicher, ein kleines Theater, wie es Goethe eingangs vorführt, tut sich da leichter: Kein Riesenapparat, kein technisches Personal, kein Verwaltungsrat. Und in Wien? Ich fürchte, dieser Wechsel allein nützt nichts. Ingmar Thilo Antworten
Dem Herrn weine ich definitiv keine einzige Träne nach!!! Reisende soll man nicht aufhalten. Und übrigens, kritikfähig sind halt die wenigsten Künstler. Die haben echt das Gefühl, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen. Ja, in der Schweiz wird halt nicht so hoffiert wie in meinem Ursprungsland. Danke Schweiz!! Antworten
Ein Verlust für das Schauspielhaus und alle Theaterfreunde! Matthias Hartmann ist nicht nur ein begeisterter und begeisternder Theatermann, er ist auch noch ehrlich, mutig und klug. Das ist bzw. war wohl wieder einmal etwas zuviel für kleinkarierte Zwinglianer. Die Wiener aber nehmen ihn mit Handkuss... und tun gut daran. Ich wünsche Matthias Hartmann dort jede Menge Glück und Erfolg. Antworten
Von der Direktheit, Klarheit und Verbindlichkeit der Deutschen können wir uns tatsächlich eine Scheibe abschneiden. Doch auch Hartmann hätte sich besser auf die Kultur hier vorzubereiten sollen. Es hätte in weniger Missverständissen, dafür mehr Erfolg resultiert. Und das momentane (und noch mehr das voraussichtliche) Verhältnis der Stadt zum Schiffbau ist tatsächlich unverständlich! Antworten
Herr Hartmann kennt sich nicht so gut in der Geschichte des Schauspielhauses Zürich aus, denn sonst würde er wissen, dass es mindestens zwei Direktoren gegeben hat, die einige Jahre Direktoren waren, Oscar Wälterlin und Kurt Hirschfeld. Für Wien wünsche ich ihm viel Glück, da wird er sein Wunder erleben, was Intrigantentum in Theater heisst. Gottseidank sind wir ihn los. Antworten
Dass er in der grossen Villa wohnen wollte, war wohl der grosse taktische Fehler. In D ist sowas ok, in der Schweiz hat man gerne Leute zum Anfassen, oder die Illusion davon. Immerhin gibt es jetzt einen mehr, der begriffen hat, dass die Schweizer keine Deutschen sind, und dass sie auf Befehle seelenruhig verstockt reagieren. Antworten
Ich finde den Typen gut, in der Schweiz wird zu viel taktiert und dann zu wenig erreicht. Wir sind immer gleich betupft, wenn mal jemand vorspurt. Wir muessen endlich aus diesem Traum vom Sonderfall Schweiz aufwachen, wir sind wie alle anderen! Das hohe Ross auf dem wir zu sitzen glauben ist in Wahrheit ein Pony! Antworten
Klartext von Matthias Hartmann. Zürich fördert Vermögensverwalter, Unternehmensberater, Wirtschaftsstudenten, Pauschalbesteuerte, Zahnärzte und wünscht sich Kunst und Kultur als Pekinesischer Schosshund. Doch weil man eine Weltstadt ist leistet man sich eine Deutsche Dogge. In Wien sind Künstler Kampfhunde die auch mal beissen. Wenn Thomas Hirschhorn zubeisst, wollen wir ein neues Hundegesetz. Antworten
Als vorgebliche Weltstadt leistet sich Zürich in Sachen Kunst und Kultur vom Feinsten nur das Beste ... Doch Geld alleine reicht offenbar nicht - ist doch die im Denken zu provinzielle Stadt noch meilenweit davon entfernt, Kulturschaffenden und Intellektuellen eine Heimat sein zu können. Diese Leute wollen den Mund aufmachen (-> Demokratie?!). Auch ist es völlig egal, woher der Mensch kommt! Antworten
ein herrliches, entlarvendes interview , wie da eine gutbezahlte mimose vorgeführt wird. dieser big boy aergert sich, wenn vor seinem mietshaus leute auf der strasse notabene ihre köpfe schütteln - eine absolute satire, wenn er arme hartmann das ganze nicht ernst gemeint hätte...kompliment an den journalisten peter müller! - nicht den ex-skifahrer, oder. Antworten
Ein absolut tolles Interview! --und Matthias Hartmann spricht mir in vielen Punkten aus der Seele. Die Schweizer und Schweizerinnen sind keineTheater- und Schauspiel-freundliche Nation. Um Theater zu geniessen , braucht es keine Unternehmensberater sondern ein Publikum mit Freude, Literaturverständnis und Enthusiasmus, dann klappt auch die finanzielle Seite. Die Schule ist gefordert. Antworten
ja ich bin schweizerin und lebe in wien., sicher ist das in wien die Kunst lebt und die leute es auch leben, das ist einfach so und das macht wien auch aus.ABER die wiener sind mit ihrem Schmäh gar nicht direkt im gegenteil, da weiss man überhaupt nicht woran man ist und man wird sehr charmant verarscht. dazu kommt wenn man zu direkt ist, machen die dich fertig. Er MUSS sich wienerisch benehmen.. Antworten
Hihi. Der Mann wettert gegen das Bild, das wir von Deutschen haben und verkörpert es selber aber derart stark, dass der Artikel ungewollt extrem ironisch wird. Danke vielmals. Ich habe schon lange nicht mehr ein so witziges Interview im Tages Anzeiger gelesen. Antworten
Am Burgtheater zu arbeiten ist natürlich der Traum jeden einzelnen Regiseurs im deutschen Sprachraum. Man muss Herrn Matthias Hartmann nichts vorwerfen wollen,spricht man die Provinzialität des Schweizers an. Viele deutscher Theatermacher sind schon am schweizer Drang zu "verlogener" Bescheidenheit eines Bünzlis gescheitert. Einem Schweizer bringt man doch keinen Tschechow bei.Aber dafür Fussbal Antworten
Alleine die Tatsache das er einen Unternehmensberater als das grösste Arschloch dem er je begegnet ist bezeichnet macht mir diesen Deutschen sympatisch. So kann nur ein ehrlicher Mensch reden der die Menschen schnell durchschaut... Was die Journalisten angeht, von dennen kann man eh kaum einen ernst nehmen, die meisten vergessen auf ihrem Egotrip à la "ich rette die Welt" völlig ihre Aufgabe... Antworten
selten so gelacht. zum hornen!! endlich benennt jemand die misere: die medien sind an allem schuld. und der stadtpräsident. und der verwaltungsrat. und natürlich die deutschen. respektive die schweizer. und das huhn. oder wars doch das ei? oder habe ich da etwas falsch verstanden? Antworten
tja schade schade schade das wäre mal echt ein guter gewesen in unserer theaterlandschaft aber wir waren wohl nicht emanzipiert und neutral genug um ihn leben zu lassen. wühlen wir also weiterhin in der dunkelheit nach ein paar blinden maulwürfen die sich im JASAGEN und gehorchen üben. wie es euch gefällt. glückwunsch an wien für dieses juwel. Antworten
Das tut nicht weh,wenn dieser eingebildete Typ in Zürich verschwindet.Nur ER ist kompetent und Fehlerfrei.Alle anderen inkl. ein Unternehmensberater sind nicht viel wert.Solche Arbeitnehmer lieben wir in Zürich und es werden noch viele von dieser Sorte auftauchen,aber auch wieder abhauen nach einer gewissen Zeit! Antworten
Stephan Märki leidet in Weimar am deutschen Überwachungsstaat, Matthias Hartmann an antideutschen Ressetiments der Schweizer in Zürich. Da wird sich doch eine Lösung finden lassen! Da fällt mir auch gleich ein neuer Slogan für Zürich ein. Kann man auch für die ganze Schweiz verwenden - Swiss is watching you - So fühlt man sich als normaler Tourist ohnehin! Mit freundlichen Grüßen an das Paradies Antworten





Paul Meier
Nach mehr als 10 Jahren Studium und erfolgreicher beruflicher Tätigkeit als Deutscher in der Schweiz kann ich Herrn Hartmann leider nur beipflichten. Leider zu häufig lässt sich hierzulande eine Kombination aus -- letztlich wohl aus einer Form von Minderwertigkeitskomplexen gespeister -- Arroganz und Kleingeistigkeit antreffen. Antworten