«Fritzl-Theater» erregt die Gemüter
«Ich mache selbstverständlich keine Inzestkomödie», rechtfertigte sich der Theatermacher Hubsi Kramar vor unzähligen Journalisten und Kameras gestern im 3raum-Theater in Wien. Ihm gehe es in «Pension Fritzl» um Inzest und Gewalt in der Familie und vor allem den Umgang der Massenmedien damit. Direkt an die Journalisten gerichtet meinte er: «Sie sind die Schriftsteller dieses Stückes».
Seit Wochen ist das Stück in den Boulevardmedien ein Thema, die rechtsgerichtete FPÖ schiesst scharf gegen Kramer. Der Kultursprecher der Partei und Leserbriefschreiber fordern nicht nur eine Subventionskürzung, sondern auch eine Geldbusse oder eine Gefängnisstrafe für den «Ekel-Mimen».
«Die Fritzls in uns Österreichern sichtbar machen»
Die Angriffe bezeichnet Kramer als «heuchlerisch», er habe schon öfters mit Missbrauchsopfern gearbeitet und «deren Würde geachtet». Das Thema sei nicht in erster Linie die betroffene Familie, viel mehr wolle er «die Fritzls in uns Österreichern sichtbar machen».
Einen ähnlichen Protest erlebte in der Schweiz vor einigen Jahren die Theatergruppe 400asa, die den Unfall von Skirennfahrer Silvano Beltrametti auf die Bühne brachte. Auch wurde im Vorfeld von einem unwürdigen Theater gesprochen; die Theatermacher stellten aber nicht den Unfall, sondern den Hype darum herum ins Zentrum. (rb)
Erstellt: 23.01.2009, 10:35 Uhr
Kultur
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