Der neue Schwank von Beat Schlatter und Patrick Frey

Von Corina Freudiger. Aktualisiert am 06.03.2010

Im neuen Stück von Beat Schlatter und Patrick Frey sucht man die Tragödie vergebens.

Alte Hasen im Komiker-Business: Das Plakat zum neuen Stück von Patrick Frey und Beat Schlatter.

Alte Hasen im Komiker-Business: Das Plakat zum neuen Stück von Patrick Frey und Beat Schlatter. (Bild: http://www.schlatterundfrey.ch/)

Nach ihrem Erfolg mit der Komödie «Der beliebte Bruder» haben Patrick Frey und Beat Schlatter unter der Regie von Katja Früh ein neues Stück ausgeheckt. Es ist ein Schwank, und die Geschichte dazu geht so: Schlatter und Frey spielen zwei Komiker, von denen der eine der Lustigkeit überdrüssig ist. Sie satteln um auf eine homoerotische Rittertragödie, scheitern aber darin, glaubhaft tragisch zu wirken.

Das wiederum ist ein Drama für den Komiker, der nicht mehr komisch sein will, und am Schluss des Abends fällt ein Schuss. «Drama – eine komische Tragödie» heisst das Stück. Die Tragödie sucht man darin allerdings vergebens, denn wie ihre Figuren sind auch Schlatter und Frey zwei alte Hasen im Komiker-Business und hauen auf die Witzpauke, wo es nur geht. Das ist da lustig, wo die beiden die Welt des Volkstheaters bis zur Schmerzgrenze persiflieren: Ihre Figuren Balz Möckli und Hugo Lacher spielen in einem furchtbar biederen Wohnzimmer, tragen lachsfarbenes Polo-Shirt und Goldkettchen, und ihre Stücke heissen «Rock ue, Hosen abe» oder «Fiirabig mit Pfiff».

Immer wieder kommt das «Drama» aber selbst nicht über die Plumpheit des Genres hinaus, es stellt sich die Frage nach der Dringlichkeit der Geschichte: Warum etwa sind die Ritter in der Tragödie schwul, ausser weil es Lacher auf sicher gibt, wenn Frey und Schlatter zwei schwule Ritter mit hochgeklapptem Tiefschutz spielen und später als Feldweibel mit Kinderwunsch und zackiger Divisionär mit dem Schwingbesen Sperma mischen? Solche Szenen sind nicht revolutionär und auch nicht besonders originell, sie machen «Das Drama» zu einem klassischen Schwank für die Generation der Enkel von Jörg Schneider. Etwas mehr Mut hätte dem Stück gut getan. Corina Freudiger

Bis 14. März im Casinotheater Winterthur, danach Schweizer Tournee. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.03.2010, 15:04 Uhr

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