Kultur

Mister Fröhlichs dritter Streich

Von Reinhold Hönle. Aktualisiert am 11.03.2010

Marc Sway, Zürcher Popsänger mit brasilianischen Wurzeln, hat mit «Tuesday Songs» eine beseelte und hochklassige dritte CD aufgenommen. Am Samstag startet er seine Tour in Mühlethurnen.

Beeindruckende Soulstimme: Sänger und Songschreiber Marc Sway  (30) legt ein Reifezeugnis ab.

Beeindruckende Soulstimme: Sänger und Songschreiber Marc Sway (30) legt ein Reifezeugnis ab.

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Der Sänger und Songschreiber Marc Sway wurde 1979 als Stefan Bachofen in Männedorf geboren. Der Sohn eines Schweizers und einer Brasilianerin wurde in seinem musikalischen Elternhaus schon früh gefördert und erhielt 2002 von BMG München seinen ersten Plattenvertrag. Ein Jahr später platzierte er sich mit der Single «Natural High» in den Top 10 der deutschen Airplay-Charts. Sway setzte jedoch auf eine selbstbestimmte Musikerkarriere und kehrte dafür in die Schweiz zurück, wo er die Hitsingles «Hemmigslos liebe» (mit Fabienne Louves, 2007) und «Severina» (2008) landete.
Nach den Talentproben, die er auf seinem zweiten Album «One Way» gegeben hatte, legt er mit «Tuesday Songs» nun ein Zeugnis der Reife ab. Der 30-Jährige verfügt bereits über eine beeindruckende Soulstimme, weiss gute Leute um sich zu scharen und überzeugt als Koautor von rockig-melodiösem Pop à la «I Lost My Mind» und «Keep Your Head High».rhö





Neue CD: Marc Sway: «Tuesday Songs», Sony Music. Auftritte in der Region: Mühlethurnen (13.3.), Murten (27.3.), Olten (22.4.), Gerlafingen (23.4.), Spiez (24.4), Münchenbuchsee (22.5).

Marc Sway, was unterscheidet «Tuesday Songs» von Montagsliedern?
Marc Sway: Natürlich ihre Qualität! (lacht) Nein, ich bin auf diesen Albumtitel gekommen, weil die meisten Songs tatsächlich an einem Dienstag entstanden sind, da mein Gitarrist Jeremy Baer und ich uns fast immer an diesem Wochentag in meinem kleinen Heimstudio trafen und das Ziel verfolgten, ein Lied pro Session zu schaffen.

Angesichts der Qualität des Albums wäre die Zeit reif, auch das Ausland zu erobern. Kann das gelingen?
Obwohl wir Schweizer in unserer Bescheidenheit dazu neigen, uns kleiner zu machen, als wir sind, darf man sagen, dass sich die Qualität der Produktionen von Schweizer Künstlern schon seit zehn Jahren auf internationalem Niveau bewegt. Das Problem ist, dass Erfolge auf unserem kleinen Markt wenig beeindrucken und jedem Land seine eigenen Acts näherstehen. Da braucht es viel Glück und Arbeit, um im Ausland Fuss fassen zu können.

Wie kommt es, dass Sie erstmals zwei Lieder in Ihrer Muttersprache singen?
Das war kein bewusster Entscheid. Ich habe beim Songschreiben einfach instinktiv das erste Kauderwelsch, das man zur Musik improvisiert, in Portugiesisch statt auf Englisch gesungen. Das passt ja auch zu Swing und Bossa Nova.

Was hat Sie zum Song «Bota Agua No Feijao» inspiriert?
Im Refrain steckt eine brasilianische Redewendung: «Stell Wasser für die schwarzen Bohnen auf den Herd.» Will heissen: man solle stets gewappnet sein, da keiner weiss, wer oder was noch alles kommt. In den Strophen beschreibe ich einen klassischen Sonntag in Rio.

Wie sieht der aus?
Früh morgens, wenn es noch nicht so heiss ist, geht man an den Strand, spielt Fussball und trinkt schluckweise eiskaltes Bier. Abends wird grilliert.

Und was ist ein «Go-Getter»?
Ein Frauenheld und «Siebesiech», dem alles gelingt. Die Pointe des Songs ist, dass das aber alles keinen Wert hat, wenn dir die Liebe fehlt – die einzige Sache, die man nicht kaufen kann.

Ihr grösster Hit war «Hemmigslos liebe», den Sie für das Debütalbum von Fabienne Louves geschrieben hatten und mit ihr sangen. Sind Sie auf ihrer nächsten CD wieder vertreten?
Ja, aber diesmal nur mit dem Text zu «Manne», in dem ich mit Fabienne zusammen über die Männer philosophiere.

Wie erklären Sie sich, dass Ihre Stimme gegenüber dem letzten Album erneut an Soul und Tiefe zugelegt hat?
Ich bin selbst erstaunt, dass sie sich nochmals so markant verändert hat. Ich denke, dass sie durch die 150 Konzerte, die ich in der Zwischenzeit gegeben habe, weiter gereift ist, und bin schon gespannt, wohin sie sich nun mit den «Tuesday Songs» entwickeln wird.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 11.03.2010, 08:11 Uhr

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