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Auf der Suche nach der fehlenden Freiheit

Von Sarah Elena Schwerzmann. Aktualisiert am 01.06.2011

Auf seinem dritten Album «Freedom» pendelt William White zwischen Wärme und Verletzlichkeit.

Schonungslos ehrlich: Der bei Frutigen wohnhafte William White.

Schonungslos ehrlich: Der bei Frutigen wohnhafte William White.
Bild: zvg

Sonnengelb sollte der Wagen sein, von einer Farbe, die Hoffnung und Wärme vermittelt. Was sich in dem hundert Jahre alten Zirkuswaggon in einem kleinen Bergdorf bei Frutigen in den letzten Monaten abspielte, war indes nicht nur eitel Sonnenschein: Tage und Nächte sass William White in dem eigenhändig zum Studio umgebauten Wagen, schrieb Texte, jonglierte mit Akkorden.

Auf dem neuen Album «Freedom» präsentiert White nun insgesamt zehn Stücke. Einige sind voller Hoffnung und Wärme, sonnengelb eben, andere wiederum nagen so sehr an der Substanz unserer Existenz, dass man sich diesem Schmerz kaum entziehen kann.

Sanfte Gitarre, raue Stimme

Gerade im Titelsong «Freedom» geht es nicht um Unbeschwertheit, sondern ums Fehlen von Freiheit. Das Stück dreht sich um das, was zurückbleibt, wenn die grossen Ideologien vom Alltag eingeholt werden. Die Suche nach dieser Freiheit, die White gleich in der ersten Songzeile als vermisst meldet, beginnt mit sanften Gitarrenklängen, die der Musiker in einen rhythmischen Trott fallen lässt. Ein erster Hinweis darauf, wohin sich die geliebte Freiheit verzogen haben könnte. Zu liebkosenden Gitarrenklängen und der rauen, von Schmerz erfüllten Stimme Whites perlt wie zur Linderung eine Folge leiser Klavierklänge.

Ehrlich und beinahe frei

«Freedom» ist nicht nur der Titelsong, sondern das Kernstück des gut 40-minütigen Albums von William White. Zwar beeindrucken auch andere Songs, beispielsweise das von Reggaeklängen inspirierte «Times Dread» oder die dylaneske Liebesballade «A Place She Calls Home». Auf dem Stück «Freedom» aber zeigt sich White von einer ganz speziellen Seite: Er erscheint verletzlich, ohne weich zu wirken, hoffnungslos, ohne deprimiert zu sein. Und er tut das so schonungslos ehrlich, dass man beinahe geneigt ist, ihn als frei zu bezeichnen.

William White: «Freedom» (WW/Musikvertrieb). Erscheint am 3.Juni.Nächste Konzerte: 3.Juni, Stars of Sound, Aarberg. 15./16.Juni, Mokka, Thun. (Berner Zeitung)

Erstellt: 01.06.2011, 10:38 Uhr

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