Amy Macdonald: «Ich weiss nicht, wieso mich die Schweizer so lieben»
Von Jonathan Spirig, Nina Kobelt. Aktualisiert am 19.07.2010
Vor zwei Jahren sagten Sie, das Gurtenfestival sei der schönste Ort an dem Sie je gespielt haben. Ist das immer noch so?
Amy Macdonald: Ich war seither nicht mehr hier, aber es ist wirklich ein wunderschöner Ort.
Werden Sie nach dem Konzert noch einige Zeit auf dem Festivalgelände verbringen?
Ich glaube nicht. Ich würde nach meinem Auftritt sicher nicht unbemerkt bleiben, das würde nicht funktionieren.
Sie behaupten, dass sie sich in Ihrer Heimatstadt Glasgow frei in der Stadt bewegen können…
Ja, das ist wirklich so. Aber wenn ich mich hier nach dem Konzert unter die Leute mischen würde, wäre das eine Art Todesurteil. Jeder würde mich erkennen.
Vor zwei Jahren spielten sich auf der Zeltbühne, dieses Jahr auf der Hauptbühne…
Ich bin sehr aufgeregt. Allerdings hat sich vor zwei Jahren auch die Zeltbühne gross angefühlt, weil fast alle Festivalbesucher ins Zelt drängten. Meine Band und ich haben den Gig sehr genossen und wir freuen uns, wieder hier spielen zu dürfen.
Haben Sie eine Ahnung, wieso die Schweizer Sie so lieben?
Nein, nicht wirklich. Vielleicht weil ich keine Mätzchen mache und immer mich selbst bleibe. Ich stehe einfach auf die Bühne und singe meine Songs, ich glaube die Leute schätzen das. Sie wollen niemanden der sich einen dummen Namen zulegt und sich auftakelt, nur um damit Aufmerksamkeit zu erhaschen.
Mögen Sie die Schweizer?
Ja. Ich wurde hier immer sehr warm empfangen und spüre einen unglaublichen Support in der Schweiz. Ich freue mich immer darauf, hierhin zurückzukehren.
Ist es anders als in anderen Ländern?
Die Unterstützung ist in vielen europäischen Ländern gross. Beispielsweise in Deutschland, Holland und Österreich. Ich bin sehr dankbar dafür, es ist ein riesen Glück immer wieder in die Schweiz und an Orte, wie das Gurtenfestival kommen zu können.
Können Sie nach all ihren Auftritten schon ein paar Worte Schweizerdeutsch?
Leider nicht. Wann sollte ich eine fremde Sprache lernen? Zwischen den Konzerten habe ich kaum Zeit für mich selbst, geschweige denn eine Fremdsprache zu lernen. Ich hatte auch nie die Zeit, die Stadt Bern anzuschauen.
Pete Doherty, ihr Jugendidol und der Protagonist in ihrem Song Poison Prince, hat am Donnerstag hier gespielt…
Um ehrlich zu sein, das interessiert mich nicht mehr. Ich schrieb den Song vor fünf Jahren. Das ist vorbei. Er ist nicht der Einzige der mich inspiriert hat. Ich liebte seine damalige Band 'The Libertines'.
Sie mögen seine Musik aber immer noch?
Ich weiss nicht viel über das aktuelle Treiben der Babyshambles.
Die Leute haben manchmal Mühe Ihren Akzent zu verstehen. Sprechen Sie auf der Bühne anders?
Nein, das kann ich gar nicht. Ich bleibe mich selber. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.07.2010, 08:52 Uhr
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