Kultur
Oscar Tuazon baut Raum im Raum in Berner Kunsthalle
Der Raum, den Tuazon der Kunsthalle eingepflanzt hat, erstreckt sich über eine ganze Etage. Die zusammengezimmerten, rohen Holzbalken durchstossen Wände und bilden labyrinthisch anmutende Ensembles, die sich bei genauerer Betrachtung in einfache Figuren auflösen.
Auch dem Betrachter mutet der Künstler etwas zu, denn die Konstrukte stellen sich dem Publikum beim Schlendern durch die Ausstellung schon mal in den Weg.
Mit Tuazon hat Kunsthalle-Direktor Philippe Pirotte erneut einen Künstler nach Bern geholt, der radikale Interventionen im Ausstellungsraum vornimmt. Auf ihre Art taten dies 2005 schon Corey McCorkle, 2008 Rita McBride/Koenraad Dedobbeleer und im gleichen Jahr auch Gerwald Rockenschaub.
Erste Schweizer Einzelausstellung
Es ist dies Tuazons erste Schweizer Einzelausstellung, wie die Kunsthalle am Freitag mitteilte. Tuazon hat in seiner Heimat Architektur und Kunst studiert. In seinem Schaffen steht nicht die Ästhetik im Vordergrund, sondern das Hinterfragen von Gewohnheiten.
Inspirieren lässt sich der Künstler von Widersprüchen, die aus unterschiedlichen Raumnutzungen hervorgehen, aber auch von Strategien im Umgang mit Schwierigkeiten. Er gilt nota bene als einer der radikalsten Bildhauer seiner Generation.
Ergänzt wird die Ausstellung mit Werken des Berner Künstlers Manuel Burgener. Seine Arbeiten spielen mit der Ver- und Entzauberung unserer Welt, wie es in der Mitteilung der Kunsthalle weiter heisst.
Burgener ist 2009 mit einem Förderpreis von 10'000 Franken des Louise Aeschlimann und Margareta Corti-Stipendiums der Bernischen Kunstgesellschaft ausgezeichnet worden. Es ist dies das bedeutendste private Kunststipendium des Kantons Bern.
Die Ausstellung von Oscar Tuazon und Manuel Burgener wird am 13. Februar eröffnet und dauert bis am 25. April 2010. (vh/sda/)
Erstellt: 12.02.2010, 11:57 Uhr
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