Kultur
Heil, Baby!
Aktualisiert am 18.03.2010 12 Kommentare
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Dass Babys Wesenszüge von Diktatoren haben, weiss jedes Elternpaar. Mit ihrer Fotoserie bezweckt die dänisch-norwegische Künstlerin Nina Maria Kleivan allerdings etwas anderes. Zu den Bildern, die ihre einjährige Tocher Faustina in Uniformen von Diktatoren wie Adolf Hitler oder Saddam Hussein zeigen, sagt sie gegenüber der israelischen Zeitung «Haaretz»: «Wir alle tragen das Böse in uns. Sogar kleine Kinder sind böse zueinander.»
Mit ihren Fotos wolle sie ausserdem zeigen, dass jeder Mensch unschuldig beginnt – und es an einem selbst liegt, was man aus seinem Leben macht. Neben den erwähnten Diktatoren ist Faustina auch als Mussolini (mitsamt Schnauzbart) zu sehen. Die Fotoserie hat den Namen «Macht» und war in Dänemark, Schweden, Italien und Deutschland zu sehen. Auf die Idee kam Nina Maria Kleivan, deren Vater Kriegsgefangener der Nazis war, bereits vor zehn Jahren. Tochter Faustina ist mittlerweile 11 Jahre alt.
(phz)
Erstellt: 18.03.2010, 15:04 Uhr
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12 Kommentare
Was wird wohl Faustina ihrer Mutter in zwanzig Jahren zu dieser Performance für einen Kommentar abgeben? Mütter können für Geld und eigenen Ruhm gewaltige Hypotheken auf die Zukunft ihrer Kinder aufnehmen, wie das Beispiel von Brooke Shields zeigt, die heute verzweifelt aber vergeblich versucht, Fotos aus dem Umfeld von "Pretty Baby" für viel Geld vom Markt zu nehmen. Antworten
@Markus Guggisberg: Nicht ganz ... Als Mutter ist die Künstlerin die "Verwalterin" des Persönlichkeitsrechtes des Kindes bis zur Mündigkeit. Die Mutter hat also das Recht, diese selbst gemachten Fotos zu veröffentlichen. Ueber den Sinn kann man streiten, aber das ist in der Kunst immer so. Antworten
Also ich weiss nicht, was jetzt daran wirklich schlimm oder abartig sein soll? Das Kind sieht niedlich aus und mir hat die Künstlerin ein Lachen aufs Gesicht gezaubert.... All diese Diktatoren sind auch mal "unschuldig" zur Welt gekommen, und die Aktion regt zur Reflexion an. Da finde ich 4-Jährige Kinder in Stöckelschuhen tausendmal schlimmer als diese Aktion hier! Antworten
Wenn Kunst nicht mehr in der Gesellschaft integriert ist, schafft sie sich selber ab. Provokation verläuft im Sand, da keine verbindliches Wertesystem mehr vorhanden ist; Niemand versteht, worum es geht, was die Kunst will und weshalb sie so nicht dazu dienen kann als Augenöffner zu funktionieren. Auch der Zynismus hängt einem langsam zum Hals heraus. Antworten






Markus Guggisberg
@Pat Merz: Nein. Eine Einwilligung durch die gesetzliche Vertretung ist nicht unbegrenzt möglich und insbesondere dann ungültig, wenn sie offensichtlich dem Interesse der betreffenden Person widerspricht. Antworten