Kultur

Heil, Baby!

Um das «Böse» zu hinterfragen, steckte eine Künstlerin ihr Baby in Uniformen von berüchtigten Diktatoren.

1/8 Faustina, die Tochter der Künstlerin, als Adolf Hitler.
Nina Maria Kleivan

   

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Dass Babys Wesenszüge von Diktatoren haben, weiss jedes Elternpaar. Mit ihrer Fotoserie bezweckt die dänisch-norwegische Künstlerin Nina Maria Kleivan allerdings etwas anderes. Zu den Bildern, die ihre einjährige Tocher Faustina in Uniformen von Diktatoren wie Adolf Hitler oder Saddam Hussein zeigen, sagt sie gegenüber der israelischen Zeitung «Haaretz»: «Wir alle tragen das Böse in uns. Sogar kleine Kinder sind böse zueinander.»

Mit ihren Fotos wolle sie ausserdem zeigen, dass jeder Mensch unschuldig beginnt – und es an einem selbst liegt, was man aus seinem Leben macht. Neben den erwähnten Diktatoren ist Faustina auch als Mussolini (mitsamt Schnauzbart) zu sehen. Die Fotoserie hat den Namen «Macht» und war in Dänemark, Schweden, Italien und Deutschland zu sehen. Auf die Idee kam Nina Maria Kleivan, deren Vater Kriegsgefangener der Nazis war, bereits vor zehn Jahren. Tochter Faustina ist mittlerweile 11 Jahre alt.

(phz)

Erstellt: 18.03.2010, 15:04 Uhr

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12 Kommentare

Markus Guggisberg

19.03.2010, 08:32 Uhr
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@Pat Merz: Nein. Eine Einwilligung durch die gesetzliche Vertretung ist nicht unbegrenzt möglich und insbesondere dann ungültig, wenn sie offensichtlich dem Interesse der betreffenden Person widerspricht. Antworten


Richard Marti

19.03.2010, 05:56 Uhr
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Das ist nun also Kunst?! Antworten


Giovanni Baptista

19.03.2010, 01:23 Uhr
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Was wird wohl Faustina ihrer Mutter in zwanzig Jahren zu dieser Performance für einen Kommentar abgeben? Mütter können für Geld und eigenen Ruhm gewaltige Hypotheken auf die Zukunft ihrer Kinder aufnehmen, wie das Beispiel von Brooke Shields zeigt, die heute verzweifelt aber vergeblich versucht, Fotos aus dem Umfeld von "Pretty Baby" für viel Geld vom Markt zu nehmen. Antworten


Kevin Käser

18.03.2010, 17:42 Uhr
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Jeee, diese Empfindlichkeiten... Aber immerhin gelingt es der Künstlerin, noch ein paar Kümmerer hinter dem Ofen hervorzulocken. Antworten


Pat Merz

18.03.2010, 16:54 Uhr
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@Markus Guggisberg: Nicht ganz ... Als Mutter ist die Künstlerin die "Verwalterin" des Persönlichkeitsrechtes des Kindes bis zur Mündigkeit. Die Mutter hat also das Recht, diese selbst gemachten Fotos zu veröffentlichen. Ueber den Sinn kann man streiten, aber das ist in der Kunst immer so. Antworten


Lukas Manz

18.03.2010, 16:01 Uhr
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Also ich weiss nicht, was jetzt daran wirklich schlimm oder abartig sein soll? Das Kind sieht niedlich aus und mir hat die Künstlerin ein Lachen aufs Gesicht gezaubert.... All diese Diktatoren sind auch mal "unschuldig" zur Welt gekommen, und die Aktion regt zur Reflexion an. Da finde ich 4-Jährige Kinder in Stöckelschuhen tausendmal schlimmer als diese Aktion hier! Antworten


daniel steiner

18.03.2010, 15:50 Uhr
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Ich finde das ganze lustig und hat dem Baby bestimmt nicht geschadet! Nicht immer alles so eng sehen! Was ist den mit Anne Geddes? Sie verkleidet Babys als Blumen und Osterhasen und ist trotzdem eine angesehene Künstlerin... Antworten


antonio fusco

18.03.2010, 15:43 Uhr
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Was soll bei diesen Bilder Kunst sein? Ist einfach nur geschmack los! Antworten


Christian Bänninger

18.03.2010, 15:29 Uhr
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Um das Böse zu hinterfragen, steckte eine «Künstlerin» ihr Baby in Uniformen von berüchtigten Diktatoren... Antworten


Markus Guggisberg

18.03.2010, 15:27 Uhr
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Dass eine "Künstlerin" sowas macht, ist fragwürdig. Die Verbreitung der Fotos verletzt aber das Persönlichkeitsrecht des Kindes und das Ansehen der Plattform. Antworten


Martin Fischer

18.03.2010, 14:57 Uhr
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Wenn Kunst nicht mehr in der Gesellschaft integriert ist, schafft sie sich selber ab. Provokation verläuft im Sand, da keine verbindliches Wertesystem mehr vorhanden ist; Niemand versteht, worum es geht, was die Kunst will und weshalb sie so nicht dazu dienen kann als Augenöffner zu funktionieren. Auch der Zynismus hängt einem langsam zum Hals heraus. Antworten


Peter Gerber

18.03.2010, 14:36 Uhr
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Einmal mehr ist unter dem Deckmantel der Kunst abartigstes möglich. Antworten



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