Kultur
Dem Cartoonfestival fehlt Geld
Von Markus Zahno. Aktualisiert am 12.03.2010
So hat Pfuschi das Motto des diesjährigen Cartoonfestivals – Wahnsinn – umgesetzt. (Bild: Pfuschi Cartoon/zvg)
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Einige Monate vor dem Cartoonfestival Langnau schreibt Festivaldirektor Daniel Wenger jeweils knapp 100 Künstlerinnen und Künstler an. Fragt, ob sie ausstellen wollen. Ein paar hätten früher jeweils nicht auf die Einladung geantwortet. «Diesmal wurden wir aber beinahe überrannt.» Fast alle haben sich angemeldet. Rudi Hurzlmeier zum Beispiel, der «Publikumsliebling aus München», habe geschrieben: «Nach Langnau komme ich gerne. Sogar zu Fuss, wenn es sein muss.»
Franzosen, Briten, Tschechen, Rumänen, ja, sogar Griechen und Kanadier werden beim 5.Internationalen Cartoon Festival (28.August bis 12.September in der Kupferschmiede Langnau) ihre Werke zeigen. Und natürlich Schweizer, etwa der aus «Tages-Anzeiger» und «Blick» bekannte Karikaturist Nico. Einem anderen Grossmeister, dem Österreicher Manfred Deix, ist in der kleinen Halle eine eigene Sonderausstellung gewidmet. Der «gnadenlos, relativ deftig» zeichnende Künstler sei in seinem Heimatland «eine Legende», berichtet Wenger.
Noch 150'000 Franken
Gut gelaunt erzählt Daniel Wenger, wie sich das Festival auch im Ausland einen guten, «ich würde sogar sagen, hervorragenden» Ruf geschaffen habe. Wie bei der letzten Austragung vor drei Jahren in 16 Tagen 17'200 Zuschauer gezählt wurden.
Bei aller Begeisterung – ein Problem ist noch nicht gelöst. Die Finanzen. Das Budget des Cartoonfestivals beträgt knapp 300'000 Franken, rund die Hälfte fehlt derzeit. Es seien zwar noch verschiedene Gesuche bei der öffentlichen Hand, bei Institutionen und Sponsoren offen, «aber es wird zusehends schwieriger, das Geld zusammenzubringen». In Zürich oder Bern, da ist Wenger überzeugt, wäre das einfacher. «Aber Langnau scheint einigen potenziellen Sponsoren einfach zu wenig attraktiv.» Zu abgelegen, um einen Kundenanlass durchzuführen.
«Wahnsinn»
Das OK ist zuversichtlich, dass der Kraftakt gelingt. Und es hat sich fürs 5.Cartoonfestival ein alltägliches Motto einfallen lassen: «Wahnsinn». Weil, wie Daniel Wenger ausführt, «wir heute doch alle ein bisschen spinnen». Die ersten Werke dazu sind bereits beim Festivaldirektor eingetroffen, etwa von Pfuschi (siehe rechts). Zudem wird derzeit das Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Es reicht von live zeichnenden Cartoonisten über Konzerte bis zu Lesungen. Und gleich zu Beginn, am 28.August, gibts einen Abend mit dem DRS-3-Haussatiriker Peter Schneider. (Berner Zeitung)
Erstellt: 12.03.2010, 10:22 Uhr




