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Antoni Tàpies gestorben

Aktualisiert am 07.02.2012

Er malte bis zum Schluss: Der aus Katalanien stammende Antoni Tàpies ist 88-jährig in Barcelona verstorben. Er galt als einer der wichtigsten Maler der Gegenwart.

Gilt als einer der grössten Maler des 20. Jahrunderts: Antoni Tàpies.

Gilt als einer der grössten Maler des 20. Jahrunderts: Antoni Tàpies.
Bild: Keystone

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Der spanische Maler Antoni Tàpies, einer der bedeutendsten abstrakten Künstler der Gegenwart, ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Das teilte die Stadtverwaltung von Barcelona in der Nacht zum Dienstag mit.

Der aus der katalanischen Metropole stammende Künstler hatte bis kurz vor seinem Tod an seinen Werken gearbeitet, obwohl er gesundheitlich seit Jahren angeschlagen war. Im Januar konnte er nicht zu einer Ausstellung seiner Werke nach Madrid reisen.

Tàpies starb am Montag in seiner Wohnung in Barcelona. Mit ihm verliert Spanien den letzten herausragenden Vertreter seiner künstlerischen Avantgarde der Nachkriegszeit.

Seine Werke wurden in Museen in aller Welt ausgestellt. Auch in der Schweiz waren sie zu sehen, unter anderem im Kunstmuseum Winterthur, im Kunsthaus Zug, im Kunstmuseum St. Gallen, in der Casa Rusca in Locarno, im Aargauer Kunsthaus in Aarau, im Museum Bellerive in Zürich oder im Museum Tinguely in Basel.

Distanz zum Surrealismus

Tàpies war ein Autodidakt. Mit der Malerei begann er 1945, nachdem er in seiner Geburtsstadt sein Jurastudium abgebrochen hatte. In der Anfangszeit liess er sich von den Werken zeitgenössischer Künstler wie Paul Klee, Joan Miró, Pablo Picasso oder Jean Dubuffet anregen, von denen er viele auch persönlich kannte.

Dagegen hielt er zu seinem katalanischen Landsmann Salvador Dalí und anderen Surrealisten Distanz. «Künstler wie er malen doch wie Schüler», sagte er einmal. Auf seine eigene surrealistische und dadaistische Phase blickte Tàpies mit gemischten Gefühlen zurück. «Dieser Einfluss war nicht so vorteilhaft, weil er mich meiner Spontaneität beraubte.»

Politisch engagierter Würdenträger

Tàpies nutzte seine Kunst auch als ein Mittel des politischen Protests gegen die Franco-Diktatur (1939-1975) und wurde 1966 zeitweise verhaftet.

Später erhielt der Künstler zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Prinz-von-Asturien-Preis, der als die spanische Version des Nobelpreises gilt.

Vor knapp zwei Jahren verlieh ihm der spanische König Juan Carlos den Adelstitel eines Markgrafen für seine «Beiträge zu den plastischen Künsten in Spanien und in aller Welt».

(omue/sda)

Erstellt: 07.02.2012, 12:58 Uhr

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