Pereira sucht junge Dirigenten
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Eigentlich hätte Alexander Pereira bei der Pressekonferenz diesen Mittwoch zwei Hüte anziehen wollen, einen passenden Zürcher Hut und einen Salzburger Hut, der ihm noch etwas zu gross ist. Aber die Hüte waren nicht da, und wie Pereira selbst einen missglückten Gag noch für eine Charmeoffensive verwendete, war schon höhere Verkaufskunst. Diese Kunst wird er nun ausgiebig pflegen, denn im Hinblick auf die Salzburger Festspiele werden zwischen Wien und New York zahlreiche Pressekonferenzen stattfinden – weil die Festspiele nun mal ein «Global Player» seien, wie Präsidentin Helga Rabl-Stadler sagte.
Das Hauptprogramm wird am 11. November in Salzburg und London vorgestellt; in Zürich ging es nun um den Ausbau des 2010 eingeführten Young Conductors Award. Während sich die drei Finalisten bisher in einer Probe vor der Jury massen, dürfen sie künftig in Salzburg an einem Wochenende im April je ein öffentliches Konzert dirigieren; der Sieger erhält wie bisher 15'000 Euro und eine Auftrittsmöglichkeit mit dem Gustav-Mahler-Jugendorchester bei den Salzburger Festspielen. Möglich wird der Ausbau, weil Nestlé seinen Sponsoringbeitrag von bisher 700'000 Euro um 150'000 Euro aufstockt.
Es braucht Anreize
Die Nachfolge von Franz Welser-Möst als Jurypräsident tritt Ingo Metzmacher an, der die Musikerbeteiligung in der 12-köpfigen Jury auf immerhin vier Köpfe angehoben hat (ausser ihm sind es die Wiener Philharmonikerin Albena Danai-lova, der Sänger Thomas Hampson und der Komponist Aribert Reimann). Die übrigen Jurymitglieder sind Intendanten, von denen sich die Kandidaten attraktive Kontakte erhoffen dürften. Wie wichtig das ist, liessen die Präsentatoren des Award gestern durchblicken – noch ist die Veranstaltung nicht dort, wo man sie gern hätte. Zwar gab es schon bisher genügend Kandidaten, rund 60 pro Jahr. Aber wenn man die vielversprechendsten anlocken will, wenn der Anlass den pereiraschen Glamour erhalten soll, dann braucht es Anreize: eine potente Jury und öffentliche Konzerte eben. Und Pereira selbst, der auch für diesen vergleichsweise kleinen Teil seines Projektes durch die Lande zieht.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 07.10.2011, 13:53 Uhr
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