Instrumente, die ungeliebten Fluggäste

Nach Protesten von Geigern gibt die Fluggesellschaft Air Berlin nach: Die Instrumente sollen künftig als Handgepäck gelten.

Geige spielen im Flugzeug? Das geht definitiv nur auf einem Charterflug. (Chris Jackson/Getty Images)

Geige spielen im Flugzeug? Das geht definitiv nur auf einem Charterflug. (Chris Jackson/Getty Images)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Cellisten oder Tuba-Spieler erkennt man sofort im Flugzeug: Ihre Instrumente besetzen jeweils einen eigenen Platz. Denn fürs Handgepäck sind sie zu gross – und die tiefen Temperaturen im Frachtraum würden ihnen schaden.

Geigern, Oboisten und anderen Klein-Instrumentalisten sieht man ihren Beruf dagegen nicht an: Ihre Instrumente verschwinden normalerweise in den Luken fürs Handgepäck. Nicht so bei Air Berlin und anderen Billiganbietern: Die bestehen auch bei Violinen auf einem eigenen Sitzplatz – sehr zum Ärger von vielen Musikern, die keine Extratarife bezahlen wollen. Und sich in den letzten Wochen zunehmend lautstark darüber gewundert haben, dass zum Beispiel weit grössere Tennistaschen kommentarlos als Handgepäck akzeptiert werden.

Diskriminierung hiess das Stichwort, auf das man nun bei Air Berlin reagiert hat: «Nach zahlreichen Rückmeldungen von Gästen, die mit einer Geige oder einem vergleichbar grossen Musikinstrument reisen, beabsichtigt die Air Berlin Group die Handgepäckregelungen zu ändern», heisst es in einer Mitteilung. Und weiter: «Reisende haben in Kürze die Möglichkeit, ihr Musikinstrument als Handgepäckstück bis zu einer maximalen Grösse von 86 x 33 x 23 cm mit an Bord zu nehmen.» Wann genau «in Kürze» sein wird, ist unklar; und dann gibt es auch noch einen Nachsatz, dass das Bordpersonal je nach Flugzeugtyp im Einzelfall prüfen werde, ob ein Instrument als Handgepäck durchgehe oder nicht.

Bis Geiger wirklich problemlos billig reisen können, dürfte es also noch eine Weile dauern. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.02.2016, 12:57 Uhr

Artikel zum Thema

Boarding mit dem Massstab

55 x 35 x 20 Zentimeter: Ein Gepäck mit diesen Massen ist künftig geeignet für die Flugzeugkabine. Das ist weniger als bisher – und dürfte für Ärger sorgen. Mehr...

Swiss nimmt dank schwerem Handgepäck viel Geld ein

Passagiere überladen immer häufiger ihr Handgepäck. Die Swiss verlangt dafür am Gate eine Gebühr von 55 Franken. Für die Airline hat diese Entwicklung auch Nachteile. Mehr...

Boeing macht Platz fürs Handgepäck

Steigt man als Letzter zu, steht man meist vor überfüllten Gepäckablagefächern. Die Space Bins von Boeing sollen dies ändern. Mehr...

Blogs

Serienjunkie Papa ist anders

Foodblog Wieder auf dem Gipfel

Von Digital bis Classic

Auf allen Kanälen. Hier bestellen!

Die Welt in Bildern

Nationalstolz: Eine Büste des Real-Madrid-Spielers Cristiano Ronaldo schmückt den Flughafen in Funchal auf der Insel Madeira, Portugal. Es gibt aber auch Stimmen, die das Kunstwerk recht missraten finden. Nach dem Gewinn der Europameisterschaften 2016 wird der Flughafen neu nach dem Weltfussballer benannt (29. März 2017).
(Bild: Rafaele Marchante) Mehr...