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Viel Getöse um nichts

Von Hans Jürg Zinsli. Aktualisiert am 07.05.2010

Blech, vergiftetes Blut und viel Blabla: Der Superhelden-Film «Iron Man 2» ist zum berechenbaren Effektspektakel verkommen.

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Der milliardenschwere Tony Stark alias Iron Man (Robert Downey Jr.) hat Sorgen. Was dem ehemaligen Waffenhändler in der roten Ganzkörperrüstung zugemutet wird, ist aber auch allerhand: Der Superheld, der im Alleingang für den Weltfrieden sorgt, muss zu einem lästigen Senats-Hearing antraben, soll einen Rüstungs-Rivalen (Sam Rockwell) in die Schranken weisen und darf einen neuen Handlanger (Don Cheadle) neben sich dulden. Und was kriegt der Privatier dafür? Hausarrest! Ein starkes Stück.

Dabei fühlt sich Mister Grosskotz ausgesprochen schwach, seit sein Superkräfte spendendes Brustimplantat das eigene Blut vergiftet. Von solchen Gefahren soll Starks Gefährtin/Stellvertreterin/Geliebte Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) natürlich nichts erfahren. Also befördert er sie flugs zur Geschäftsführerin und legt sich dafür eine volllippige Assistentin Natasha Romanoff (Scarlett Johansson) mit Kampfsport-Erfahrung zu.

Auf Biegen und Brechen

Es ist offensichtlich: Nach dem Grosserfolg von «Iron Man» (2008), der bei einem Budget von 140 Millionen Dollar weltweit über das Vierfache einspielte, muss nun beim Nachfolgerfilm auf Biegen und Brechen geklotzt werden. Und das heisst: Mehr Figuren, mehr Schauplätze, mehr Geschwätz, mehr Action. Das alles kriegt man fast in einem einzigen Bild geliefert, wenn Mickey Rourke als russischer Bösewicht am Grand Prix von Monaco mit elektronisch verstärkten Peitschen um sich schlägt und dabei ganze Rennautos zu Pulver verarbeitet.

Kein Vergleich zum Original

Solches Brimborium in Ehren: «Iron Man 2» ist trotzdem eine Enttäuschung, vergleichbar mit ebenso überfrachteten Grossspurigkeiten wie «The Matrix Reloaded» (2003). Da kann auch ein gut aufgelegter Robert Downey Jr., der als Rockstar posiert und von AC/DC im Soundtrack untermalt wird, wenig ausrichten. Tatsache ist:?All die kühnen Wendungen, die süffigen Sprüche, die spöttischen Derbheiten, mit denen sich «Iron Man» von herkömmlicher Superhelden-Ware abhob, fehlen im zweiten Teil. Regisseur Jon Favreau, der schon das Original inszenierte, trifft dabei wenig Schuld. Es ist der neue Drehbuchautor Justin Theroux (dem einen oder andern als dick bebrillter Schöngeist in David Lynchs «Mulholland Drive» in Erinnerung), der alles sucht und nichts findet. Da ist kein Rhythmus, kein Witz, keine Überraschung. Was bleibt, sind Übertreibungen. Und das, was alle andern Superheldenfilme schon sind – pompöse Effektspektakel mit garantiertem Kassenerfolg. (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.05.2010, 14:11 Uhr

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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.