Schwuler Borat verwirrt Österreich

Aktualisiert am 17.06.2009

Er steht für Lebensfreude und Schwulenrechte, macht aber gleichzeitig Witze über Hitler und Fritzl: Die Filmfigur Brüno ist ein umstrittener Botschafter für Österreich.

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Ein scheinbar harmloser Interviewer: Sacha Baron Cohen als schwuler Modejournalist Brüno.

   

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Film

Bruno: Delicious Journeys Through America for the Purpose of Making Heterosexual Males Visibly Uncomfortable in the Presence of a Gay Foreigner in a Mesh T-Shirt. Der Film startet am 8. Juli in Schweizer Kinos.

Die ganze Welt freut sich auf Brüno. Die ganze Welt? Nicht ganz. Schwulenverbände haben Bedenken geäussert. Und auch manche Österreicher dürften mit der neusten Filmfigur von «Borat»-Schöpfer Sacha Baron Cohen Mühe haben – denn Brüno ist ein schwuler österreichischer Modejournalist, der nicht mit eben viel Intelligenz gesegnet wurde.

Nachdem Sacha Baron Cohen vor ein paar Jahren mit seiner Figur «Borat» das offizielle Kasachstan zur Weissglut gebracht hat, dürften wir nun bald erfahren, wie viel Spass österreichische Politiker und Medien verstehen.

Doris Knecht ist Brüno-Fan

Erste Reaktionen sind durchwachsen. So heisst es auf der Newssite heute.at: «Nein, das ist sicher nicht lustig: Cohen überschreitet in seiner Rolle als Brüno die Grenze des Erträglichen. Eigentlich sollte er seine Mode-Must-Haves von A bis Z verraten, stattdessen leistet er sich einen verbalen Tiefschlag nach dem anderen – und verspottete die Opfer von Inzest-Monster Josef Fritzl». Und weiter: «Da ists schwierig zu entscheiden, was schlimmer ist: die Österreich-Beleidigung, oder dass Hitler lediglich ein «schwarzes Schaf» gewesen sein soll.»

Auf der Website des ORF liest man, dass Brüno Österreich als ein Land porträtiere, in dem es Männern nicht erlaubt sei, einander an den Händen zu halten. Der Film, so die Quintessenz, sei für den österreichischen Tourismus eine Katastrophe.

Doch auch Pro-Brüno-Stimmen werden in unserem Nachbarsland laut - vor allem in Blogs, wo bereits heftig über den falschen Österreicher debattiert wird. Die Kolumnistin Doris Knecht etwa schreibt: «Wir alle können viel von Brüno lernen: Stil, Lebensfreude, Vielseitigkeit, Furchtlosigkeit. Und dass man nie seine Herkunft verleugnen soll: Fast jeden seiner Interview-Partner bittet er um eine «Botschaft an die österreichische Gay-Community». Dieser Mann ist stolz auf seine Heimat. Seien auch wir stolz auf ihn.» (phz)

Erstellt: 17.06.2009, 14:19 Uhr

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