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Schlampig und doch meisterhaft

Von Florian Keller. Aktualisiert am 25.09.2009

Am Sonntag holt Roman Polanski in Zürich sein Goldenes Auge ab. Das Film Festival zeigt zwar sieben seiner Werke, ein wichtiges fehlt aber: «Repulsion».

Schlittert in einen mörderischen Wahn: Die junge Catherine Deneuve in Polanskis «Repulsion» (1965).

Schlittert in einen mörderischen Wahn: Die junge Catherine Deneuve in Polanskis «Repulsion» (1965).

Links

DVD

Repulsion (1965). Regie: Roman Polanski. Criterion Collection, Code 1 (US-Import). Ca. 45 Fr.

Wer nicht nur den Ehrengast feiern, sondern auch Polanskis Arbeiten wieder sehen will, kommt am 5. Zurich Film Festival nicht wirklich auf seine Rechnung. Das Festival zeigt zwar sieben Werke aus Polanskis reichemŒuvre, räumt aber nur gerade zwei Spielzeiten frei für die Hommage. Da laufen dann vier Filme gleichzeitig - und mit «Repulsion» fehlt ausgerechnet jener stilbildende psychologische Thriller, der mit einem schönen Auge in Grossaufnahme beginnt und mit einem bösen Blick endet.

Dem Regisseur könnte das sogar recht sein. Polanski selbst nennt «Repulsion» (1965) seinen handwerklich «schlampigsten» Film. Zu hören ist das in seinem Audiokommentar zur DVD, die jetzt in der exquisiten Criterion Collection erschienen ist. Der Film: ein meisterhaft klaustrophobisches Kammerspiel mit der blutjungen Catherine Deneuve, die in ihrer Wohnung in London langsam in einen mörderischen Wahn schlittert.

Schnell produziert

Es ist die beklemmende Fallstudie einer Psychose, aber ohne psychologische Diagnosen. Der filmische Raum wirkt hier schon fast so dämonisch wie später in «Rosemary’s Baby», und nur am Ende bringt Polanski buchstäblich handgemachte Effekte wie aus der Geisterbahn ins Spiel.

Und das soll schlampig sein? Nun ja, produziert wurde «Repulsion» damals auf die Schnelle von einem britischen Studio, das sein Geld sonst mit Softpornos machte und mit Polanski und Deneuve ausnahmsweise ein bisschen Arthouse-Renommee sammelte. Aber schlampig wirkt eigentlich nur der verfilzte Wollpullover, den Polanski, damals 32 Jahre jung, beim Interview fürs französischen Fernsehen trug, vor sich ein grosses Glas Bier. Der TV-Beitrag über den Setbesuch bei Polanski und Deneuve ist hier als Bonus enthalten. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 25.09.2009, 08:05 Uhr

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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.