Scharfe Ansichten eines Sexsymbols
Da fliegt mir doch das Blech weg
Diese Schlachtplatte ist Robotersache: In «Transformers 2» werden die Stars (Megan Fox, Shia LaBeouf) zur Beilage degradiert. Darfs noch etwas mehr sein? Mit solchen Fragen hält sich ein professioneller Kaputtmacher wie Michael Bay natürlich nicht auf. Nachdem «Transformers» 2007 über 700 Millionen Dollar einspielte, holt der Actionguru («Bad Boys», «Pearl Harbour») nun zum potenzierten Zweitschlag aus: «Transformers: Revenge of the Fallen» ist apokalyptisches Überwältigungskino in letzter Konsequenz – garantiert patriotisch, praktisch inhaltsfrei, ein einziger Spezialeffekt gegen sinkende Zuschauerzahlen.
Tatsächlich wurde die Mini-lovestory zwischen dem linkischen Aussenseiter Sam Witwicky (Shia LaBeouf) und der Highschool-Schönheit Mikaela Banes (Megan Fox) in Teil 1 zu Ende erzählt. Neues ist niemandem eingefallen. Drum dürfen nun die ausserirdischen Baukasten-Aliens, die sich in Autos verwandeln können, unter sich wüten. Der Vorteil: «Transformers 2» könnte man in grossen Kinos an Stelle des THX-Soundgebläses vor Filmbeginn zeigen. Der Nachteil: Zweieinhalb Stunden Edelkrach sind etwas lang. So viel Popcorn möchte man im Foyer nicht essen. Besser also, man bucht mit dem Kinoticket den anschliessenden Erholungsurlaub gleich mit.
Aber halt, ein paar Fast-Lustigkeiten gibts dann doch, etwa den Blechsenior am Stock. Und wer hat eigentlich die ruhigen Pyramidenszenen in Ägypten gedreht? Michael Bay muss was übersehen haben. Deshalb bitte nicht zu laut weitersagen. Sonst macht er die nächstes Mal auch noch weg. Hans Jürg Zinsli
Es ist das Bild, von dem Männer träumen: In knappem Top und noch knapperen Shorts beugt sich Megan Fox über ein Motorrad und fingert gekonnt am heissen Eisen rum. Die Schauspielerin verkörpert in «Transformers: Revenge of the Fallen» wiederum Mikaela Banes, die mechanisch talentierte Freundin von Sam Witwicky (Shia LaBeouf) und leckere Mit-Beute für transformierte Roboter.
Aber sorry, Boys: Mit Motoren hat Megan Fox im wirklichen Leben nichts am Hut: «Ich habe mir eine Ducati gekauft. Sie ist mir gleich am ersten Tag umgefallen. Seither habe ich sie nicht mehr angefasst. Auch von Autos verstehe ich nichts. Vor kurzem ist mir jemand hinten in meinen Truck reingefahren und hat den Parking-Sensor zertrümmert. Moment, heisst das so? Ich weiss nicht mal, wie das Ding heisst, das das Auto zusammenhält: Eine Axel?»
Sexy? No Problem
Nun, es sind nicht die Mechaniker-Qualitäten, die Megan Fox zu einem der beliebtesten Objekte in Männer-Magazinen gemacht haben. Und sie weiss das. «Ich gehöre zur Pin-up-Kategorie. Bislang gab es keinen Grund, meine Arbeit als Schauspielerin ernst zu nehmen», hält sie im für Hollywood untypisch selbst-realistischen Gespräch fest. «Damit habe ich keine Probleme. Es ist an der Zeit, dass Sexy-Sein für Frauen und Mädchen okay ist. Wir brauchen unsere Vagina nicht zu fürchten, Das ist unsere Stärke. Allerdings muss hinter dem Image auch Substanz stecken.»
Diesem Credo entsprechend bewundert die 23-Jährige Drehbuchautorin Diablo Cody («Juno»), die mit Memoiren über ihre Zeit als Stripperin in Hollywood Fuss fasste, oder Porno-Unternehmerin Jenna Jameson. «Das sind starke Frauen. In einer Industrie, die nicht nett zum schwachen Geschlecht ist, hat Jameson als starke Geschäftsfrau das Sagen!»
Fox’ Verständnis von Post-Feminismus und ihr bewusster Entschluss, sich in der Öffentlichkeit nicht zensurieren zu lassen, machen sie zur Zielscheibe in den Medien. Kürzlich wurde eine angebliche Fehde mit Schauspielkollegin Scarlett Johansson herbeigeschrieben. Fox hatte erklärt, es sei ihr zu anstrengend, mit komplizierten Worten à la Johansson ihre Intelligenz beweisen zu müssen. «Ich wollte damit nicht sagen, dass sie eingebildet ist», erklärt Fox, «sondern dass ich mir eingebildet vorkäme, wenn ich mit bauchfreiem T-Shirt in Talk-Shows so reden würde.»
Nein, Megan Fox lässt sich nicht zum harmlosen Hollywood-Produkt verwursten. Ihr Beraterteam könnte davon ein Liedchen singen. Für Fox ist es eine Art der Selbstverteidigung: «Hollywood ist eine Verarschungsindustrie», meint das streitbare Sex-Symbol, das in Tennessee und Florida aufwuchs. «Ich will nicht Teil dieser Verarschung werden, auch wenn mich das viel kostet. Ich sehe, was Hollywood Leuten antut. Da ich bisher noch nicht zum Entzug musste, mache ich wohl etwas richtig.»
Ihr «Transformers»-Co-Star Shia LaBeouf, der auch kein Blatt vor den Mund nimmt, kann ihr nachfühlen. Ob Megan Fox mit ihrem Sexbomben-Image wirklich so gut zurecht kommt? «Sie geht damit so gut um, wie sie kann. Wer dauernd Komplimente kriegt, wird automatisch komisch. Deshalb spielen Bands auch ihre beliebtesten Songs nicht gerne.»
«Ich war nie unabhängig»
Gekostet hat Fox’ kometenhafter Aufstieg ihre Beziehung zum 13 Jahre älteren Brian Austin Green (»Beverly Hills 90210»). Die beiden wurden zwar unlängst wieder zusammen gesichtet. Aber Fox gibt an, zum ersten Mal seit ihrem 18. Lebensjahr nicht in einer festen Beziehung zu sein. «Ich war nie unabhängig, musste nie für mich sorgen. Ich versuche jetzt, mich selbst zu werden, bevor ich mich wieder binde. Sonst wiederhole ich die gleichen Fehler, und mit 60 bin ich Elizabeth Taylor. Das will ich vermeiden.»
Kein besonders guter Zeitpunkt also, um mit Megan Fox über Männer zu reden? Nicht wirklich. «Sie stimmen mich pessimistisch», sagt sie, ohne den Mundwinkel zu einem Lächeln zu verziehen. «Schon als kleines Mädchen wird man vom Vater, den Brüdern und den ersten Boyfriends enttäuscht. Da merkt man: Das Leben ist kein Disney-Film. Gut, mit meinem Image nehmen mich die Männer auch nicht ernst, und es liegt an mir, das zu ändern. Im Moment traue ich ihnen jedoch nicht über den Weg. Wer will mich schon treffen, um eine intellektuelle Auseinandersetzung zu führen?» Ihren 23.Geburtstag hat Megan Fox kürzlich in Hawaii verbracht. Alleine. (Berner Zeitung)
Erstellt: 24.06.2009, 11:04 Uhr
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