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Gyllenhaal als Actionheld

Von Benjamin Bögli. Aktualisiert am 19.05.2010

Zwischen Blockbuster und Autorenkino: Jake Gyllenhaal ist einer der gefragtesten amerikanischen Schauspieler. Ein Star ist er aber trotzdem noch nicht.

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«Wer bist du?», fragt der persische Herrscher den mutigen Jüngling. Eben noch hat dieser seine Krieger zum Narren gehalten und wäre ihnen beinahe entwischt. Nun haben sie ihn gefasst und es gibt kein Entrinnen mehr. «Mein Name ist Dastan», sagt der Draufgänger überraschend bestimmt, obwohl er in einer denkbar misslichen Lage steck. Der Perser ist beeindruckt, nimmt den couragierten Waisen mit in seinen Palast und macht aus ihm Prinz Dastan oder den «Prince of Persia». So heisst nämlich der Film, in dem Jake Gyllenhaal alias Dastan ab Donnerstag auf den Schweizer Leinwänden mit vollem Körpereinsatz gegen eine verhängnisvolle Intrige im persischen Reich kämpft. Gyllenhaal ein Actionheld? Eben noch war er im feinen Familiendrama «Brothers» zu sehen, am meisten Aufsehen erregte er bisher als schwuler Schafhirte an der Seite von Heath Ledger in «Brokeback Mountain», wofür er eine Oscar-Nomination erhielt.

«Ich bin nicht Spider-Man!»

Machen Sie sich aber keine Sorgen, wenn Sie noch nicht wissen, wer Jake Gyllenhaal ist. Denn auch in Hollywood kennt man ihn nicht. Zumindest gibt er sich alle Mühe, dies zu behaupten: «Zuerst heisst es immer: «Wer ist Jake Gyllenhaal?», dann: «Holt mir diesen Gyllenhaal.» und schliesslich: Holt mir jemanden, der ausschaut wie Gyllenhaal.»». So bescheiden beschreibt der 29-Jährige seinen Alltag mit den Produzenten in Los Angeles. Tatsächlich finden viele Amerikaner, dass es jemanden gibt, der aussieht wie Gyllenhaal. Nämlich «Spider-Man»-Darsteller Tobey Maguire, notabene ein guter Bekannter des Kaliforniers. Auf diese Ähnlichkeit angesprochen, appellierte Gyllenhaal bei einer Pressekonferenz in New York an die Taxifahrer Manhattans: «Hallo ihr da draussen, ich bin nicht Spider-Man!»

Falls Sie zu jener verschwindend kleinen Gruppe von Spezies gehören sollten, die mit der Biografie Gyllenhaals ein bisschen mehr vertraut sind, dann wissen Sie: Er hat es gar nicht nötig, am Bekanntheitsgrad seines Namens zu arbeiten. Denn die Gyllenhaals sind eine Hollywood-Familie. Der Vater ist Regisseur, die Mutter Drehbuchautorin, seine Patin heisst Jamie Lee Curtis, sein Pate hiess Paul Newman und seine Schwester Maggie Gyllenhaal, ebenfalls erfolgreiche Schauspielerin («The Dark Knight»), ist mit Schauspieler Peter Sarsgaard («An Education») verheiratet.

Zurzeit arbeitet Jake an nicht weniger als sechs kleineren oder grösseren Filmproduktionen gleichzeitig. Trotzdem kam er nie in den Genuss einer Titelrolle bei einer grossen Hollywood-Kiste. In «Moulin Rouge» schnappte sie ihm Ewan McGregor weg, in «The Day After Tomorrow» schnupperte er zwar Event-Kino-Luft, doch stand ihm Dennis Quaid als sein Vater vor der untergehenden Sonne, in den Vorbereitungen zu «Batman Begins» stach ihn Christian Bale beim Vorsprechen um die Rolle des Bruce Wayne aus und bei «Spider-Man 2», als er tatsächlich einmal seinen «Doppelgänger» Tobey Maguire ersetzen sollte, klappte es schliesslich doch nicht.

Äusserst unterhaltsam

Jetzt hat er sie. In dem äusserst unterhaltsamen 150-Millionen-Dollar-Film «Prince of Persia: The Sands of Time» von Blockbuster-Spezialist Jerry Bruckheimer kann er die verpassten Chancen nachholen. Er spielt in der Verfilmung des gleichnamigen Videospiels sowohl einen heroischen Krieger als auch einen romantischen Verführer. Nun wird auch der hinterletzte Hollywood-Produzent wissen, wer Jake Gyllenhaal ist. (Berner Zeitung)

Erstellt: 19.05.2010, 11:41 Uhr

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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.