Gib Gas, ich will Spass
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Der Film läuft ab Donnerstag, 23. April im Kino
Es sind die wilden Zwanziger. Moderne Frauen rauchen und geben auch hinter dem Steuer eines Motorrads oder Automobils eine gute Figur ab. Vor allem, wenn sie Amerikanerinnen sind. So wie die blonde, lebensfrohe und verführerisch schöne Rennfahrerin Larita (Jessica Biel). Auf den Landsitzen der gehobenen britischen Gesellschaft hält man dagegen herzlich wenig vom neuen unbekümmerten Zeitgeist und noch weniger von Amerikanerinnen. Statt Autorennen veranstaltet man Fuchsjagden.
Was passiert, wenn diese beiden Welten aufeinanderprallen, davon wissen die Protagonisten in der britischen Gesellschaftskomödie «Easy Virtue» ein Lied zu singen – dank beschwingten Gesangseinlagen nicht nur im übertragenen Sinne. Larita verliebt sich in den Sprössling einer altehrwürdigen englischen Familie, den jungenhaften John (Ben Barnes). Heimlich heiraten die beiden. Doch als John die frisch Angetraute mit nach Hause bringt, ist seine gestrenge Mutter (Kristin Scott Thomas) «not amused». Was folgt, ist das unerbittliche Duell zweier starker, kluger und doch so unterschiedlicher Frauen.
Ein köstliches Comeback
Der australische Regisseur Stephan Elliott, um den es still wurde, nachdem er 1994 mit der Transvestiten-Komödie «Priscilla – Königin der Wüste» einen Kultfilm inszeniert hatte, feiert mit «Easy Virtue» ein köstliches Comeback. Die Verfilmung von Noel Cowards Bühnenstück (1924) lebt im Gegensatz zu Alfred Hitchcocks Stummfilmadaption (1928) von wunderbar süffisanten Dialogen. Die filigranen, doppeldeutigen Wortgefechte zwischen der bestechend boshaft aufspielenden Kristin Scott Thomas («Der englische Patient») und ihrer Film-Schwiegertochter sind eine wahre Freude. Neben feinem Wortwitz spart der Film aber auch nicht an derb-komischen Einlagen, wenn etwa Johns Schwester den Cancan vor einer distinguierten Abendgesellschaft auf die angeblich «traditionelle Weise» tanzt: ohne Unterwäsche.
Ein bisschen aufgesetzt
Schwächen offenbart Elliotts routinierte Inszenierung immer dann, wenn sie dem munteren Filmchen Tiefgang zu verleihen versucht, wofür vor allem Johns kriegstraumatisierter Vater (Colin Firth) herhalten muss. Aufgesetzt wirken diese nachdenklichen Momente auch deshalb, weil es dem launigen Streifen am nötigen satirischen Biss fehlt, um richtig ernst genommen zu werden. Ein herrlicher, unbeschwerter Spass bleibt «Easy Virtue» dagegen dort, wo der Film genau das und nichts anderes sein möchte. (Berner Zeitung)
Erstellt: 22.04.2009, 12:26 Uhr
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