«Ein Cowboy braucht 25 Worte»

Von Bettina Bendiner. Aktualisiert am 24.02.2009 2 Kommentare

Als Bud Spencer prügelte er sich, nun spielt Carlo Pedersoli einen Mafia-Boss – im Interview spricht übers Spaghetti-Essen mit Terence Hill und über die Last seiner Lebens-Rolle.

1/14 Grosse Karriere im Schwimmsport: Unter seinem gebürtigen Namen Carlo Pedersoli nahm er an den Olympischen Spielen in Helsinki 1952 und in Melbourne 1956 teil.

   

Artikel zum Thema

Carlo Pedersoli

Carlo Pedersoli alias Bud Spencer kam 1929 in Neapel zur Welt. In den 50er-Jahren kämpfte er zweimal im italienischen Schwimmteam um olympisches Gold. Bekannt und beliebt wurde der Jurist als gutherziger Prügelknabe in Spaghetti-Western mit Terence Hill. Kommenden Donnerstag startet Bud Spencer sein Comeback im deutschen Kino. Er spielt in der Gangsterkomödie «Mord ist mein Geschäft, Liebling» einen alternden Mafia-Boss.

Signore Spencer, worin unterscheidet sich Ihre Kunstfigur Bud Spencer von Carlo Pedersoli?
Oh, quasi totale, ein riesiger Unterschied! Carlo Pedersoli genoss eine gute Ausbildung und verfügt über eine durchschnittliche Intelligenz. Eine normale Existenz eben. Bud Spencer hat keine Kultur. Bud Spencer ist einfach gestrickt. Er repräsentiert einen Grossteil der Menschheit (lacht).

Wie gehts Ihrem alten Filmpartner, Terence Hill?
Gut. Wir haben uns vor ein paar Tagen auf einen Teller Spaghetti getroffen.

Es gab Gerüchte, dass Sie wieder zusammen filmen wollen. Haben Sie Pläne?
Wir finden bestimmt während der nächsten 18 Monate keinen gemeinsamen Termin. Mario (Terence Hill) beendet gerade einen Western. Danach steht er für die italienische Fernsehserie «Don Matteo» vor der Kamera. Und ich beginne im Mai mit der zwölfteiligen Serie «Die Fälle des Koch». Wir beide sind zurzeit einfach sehr beschäftigt.

Früher begeisterten Sie als Schlägertyp. Wie blieben Sie trotzdem flexibel für andere Rollen?
Mich interessiert gar nichts anderes. Was das Publikum liebt, das spiele ich gern. Ich bin was ich bin, eine Figur. Ein Vergleich: Auch eine Rolle wie James Bond kann man variieren. Unterschiedliche Schauspieler hauchen ihm auf verschiedenste Weise Leben ein. Nur eines möchte ich deutlich machen: Ich spiele meine Figur nicht, ich bin meine Figur.

Welche Rolle würden Sie gern noch übernehmen?
Angebote aus England bekomme ich häufig. Sie wollen, dass ich Gulliver verkörpere. Bis jetzt habe ich diese Charakterrolle immer abgelehnt. Physisch ginge das vielleicht (lacht und klopft sich auf den Bauch). Aber meine Englischkenntnisse reichen leider nicht.

Aber Sie haben doch bereits englische Filme gedreht.
Ja, insgesamt 80 von meinen 104 Filmen. Wie ich das geschafft habe? Ich sage immer: Ein Cowboy braucht nicht viele Worte. Etwa 25 (lacht). Er sagt lediglich Sachen wie: Schöne Frau, schönes Pferd. Dazu benötigt man nur ein beschränktes Vokabular. Für einen Macbeth oder eben auch einen Gulliver bräuchte ich viel mehr Vokabeln. Stört es Sie, wenn ich rauche?

Nein. Nur zu.
(Zieht an einer ultra slim Zigarette). Aber in einer Rolle als deutscher Bauer wäre ich gut. Die kommen auch mit wenigen Worten aus. So viel Deutsch kann ich gerade noch (lacht).

Warum spielen Sie in «Mord ist mein Geschäft, Liebling» den alternden Mafia-Boss Pepe?
Mich interessierte nur der spannende Plot. Mit der Mafia hat der Film nichts zu tun.

Schiessereien, Auftragsmörder, ein Mafia-Buchautor in Todesgefahr – um was geht es denn sonst?
Der Film handelt natürlich von «amore». Und die Komödie bringt erstmals den romantischen Gangsterfilm ins europäische Kino. Ähnliche Filme kennen nur die Amerikaner.

(NEWS)

Erstellt: 24.02.2009, 22:24 Uhr

2

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

2 Kommentare

Eros Corino

26.02.2009, 08:13 Uhr
Melden

Wenigsten ist Bud ehrlich und gibt es zu dass er finanzielle Probleme hat ( Kopf hoch, Spence. Du schaffst es!!! ). Da hat die UBS von ihm nur zu lernen!!!! Antworten


MARTIN KOEPPEL

26.02.2009, 07:23 Uhr
Melden

Ich fand und finde Bud Spencer sehr sympathisch. Tut mir leid zu hoeren, dass es ihm finanziell nicht gut geht. Ich wuensche ihm alles gute!Hau drauf Buddy! Antworten



Kultur

Populär auf Facebook Privatsphäre

Meistgelesen in der Rubrik Kultur

Bestenlisten

Kino
Kinoeintritte Schweiz

17.Mai 2012- 23. Mai 2012

1.14The Dictator52'345
2.1Dark Shadows18'047
3.3The Avengers13'622
4.2American Pie: Reunion13'491
5.28Salmon Fishing In The Yemen6'807
Mehr
Musik
Schweizer Hitparade

19.Dezember 2011 - 25.Dezember 2011

1.221, Adele
2.1Lioness; Hidden Treasures, Amy Winehouse
3.6Christmas, Michael Bublé
4.3Imaginaerum, Nightwish
5.5Made In Germany 1995-2011, Rammstein
Mehr
Bücher
Bestseller

14.Mai 2012 - 20.Mai 2012

1.1Mein Weg zu dir, Nicholas Sparks
2.2Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand, Jonas Jonasson
3.3Delikatessen, Martin Walker
4.4Spaziergänge, Franz Hohler
5.5Die Tränen der Maori-Göttin, Sarah Lark
Mehr

Umfrage

Waren Sie schon mal in einem Pfingstlager?




Internet auf dem Fernsehen: Der Trend geht klar in diese Richtung. Werden Sie sich einen Smart TV kaufen?

Ja, auf jeden Fall

 
15.1%

Nein, interessiert mich nicht

 
40.2%

Erst wenn die Geräte billiger geworden sind

 
35.1%

Ich habe schon einen

 
9.7%

3308 Stimmen