Kultur

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Effizientes Multitasking mit Speck auf den Rippen

Von Marlène von Arx. Aktualisiert am 19.11.2008

Wenn Schauspieler Russell Crowe und Regisseur Ridley Scott einen Film drehen, muss man mit Kopfverrenkungen und Grunzen am Set rechnen. Mit «Body of Lies» präsentieren die beiden ihren vierten gemeinsamen Film.

Gewieftes Schwergewicht: Russell Crowe hetzt als CIA-Stratege seinen Untergebenen (Leonardo di Caprio) gnadenlos herum.

Gewieftes Schwergewicht: Russell Crowe hetzt als CIA-Stratege seinen Untergebenen (Leonardo di Caprio) gnadenlos herum.

Mit vollem Technikeinsatz an die Terrorfront

Noch ein Kriegsfilm? Nein, «Body of Lies» spioniert Terrorspionage im Nahen Osten aus. Dank Russell Crowe und Leonardo DiCaprio ist das der bessere Bond als «Quantum of Solace».Im kriegsmüden Amerika kann man den Nahen Osten nicht mehr sehen. Wohl deshalb spielte «Body of Lies» nur die Hälfte seines 70-Millionen-Dollar-Budgets ein und erntete vernichtende Kritiken. Zu Unrecht. Denn der von Oscar-Regisseur Ridley Scott gewohnt edel inszenierte Film stürzt sich nicht in sattsam bekanntes Kriegsgetümmel, sondern blickt hinter die Kulissen einer verdeckten Terroroperation der CIA – das ist Nervenkitzel pur.
Der Nahostexperte Roger Ferris (Leonardo DiCaprio) stürzt sich vor Ort in die gefährlichsten Operationen und spannt nötigenfalls auch mit dem jordanischen Geheimdienst zusammen, um aus verschüchterten Überläufern Informationen herauszupressen. Besonders raffiniert, wie Ferris eine fiktive Terrororganisation aufbaut, um den Terrorboss Al-Saleem in die Falle zu locken. Unterstützt, aber auch behindert wird er dabei von seinem Vorgesetzten Ed Hoffman (Russell Crowe), der seine eigenen Strategien auf nebulöse Art durchzieht.
Ein Kämpfer wird angreifbar
Das Ergebnis: «Body of Lies» ist – dank straffem Drehbuch von
Oscar-Sieger William Monahan («The Departed») und rasantem Schnitt des in der Schweiz aufgewachsenen Pietro Scalia – der packendere «Bond» als «Quantum of Solace». DiCaprio gibt wieder mit Verve den Frontkämpfer. Als er sich in eine jordanische Krankenschwester verliebt, wird der Boden, auf dem er sich bewegt, heiss und heisser, selbst wenn die CIA jeden Quadratzentimeter Nahost mit Satellitenbildern überwacht.
«Liebling, ich rette die Welt»
Die eigentliche Attraktion des Films ist aber Russell Crowe. Nach «Gladiator», «A Good Year» und «American Gangster» dreht der Oscar-Preisträger zum vierten Mal mit Ridley Scott. Mit stattlichem Ranzen steht seine Figur frühmorgens vor dem properen Eigenheim, beruhigt die schlaftrunkene Gattin («Liebling, es ist nichts, ich rette nur die Welt.») und gibt seine Direktiven via Headset selbst dann noch aus, wenn er seinem Sohn beim Pinkeln helfen muss. 25 Kilo soll sich Crowe für «Body of Lies» angefressen haben. Damit liefert er nicht nur seine gewichtigste, sondern seit «The Insider» (1999) mit Abstand beste Filmrolle ab.Hans Jürg ZinsliDer Film läuft ab morgen im Kino.

Soll bloss keiner fragen, wie viele Kilos sich Russell Crowe für seine Rolle als CIA-Veteran Ed Hoffman in »Body of Lies» angefuttert hat. «Das gehört zum Job und ist ansonsten ein langweiliges Thema,» poltert der Schauspieler. Dann streicht er sich durch die Haare und meint: «Ich muss eine solche Rolle nicht nur sehen, sondern auch von innen fühlen. Ed Hoffman war vielleicht mal College-Footballspieler und machte dann nach einer Knieverletzung keinen Sport mehr. Zuzunehmen ist für einen Mann über 25 keine Sache, wenn er sich weniger bewegt und das mit dem Essen ausser Kontrolle geraten lässt – auch für mich nicht.» Ach ja, das Rad der Zeit: Während Leonardo DiCaprio als idealistischer CIA-Agent im Nahen Osten um sein Leben rennt, dirigiert ihn sein Boss Russell Crowe – im richtigen Leben inzwischen 44 – aus sicherer geografischer und emotionaler Distanz per Telefon, während er seiner Tochter Frühstück macht oder sie aus der Schule abholt.

Viel beschäftigter Star

Ed Hoffman sei feminin graziös, was sich in seiner Fähigkeit zum Multitasking ausdrücke, meint der Australier. Diese Eigenschaft, mehrere Bälle gleichzeitig zu jonglieren, hat sich Russell Crowe auch privat aneignen müssen. «Ich habe eine Frau und zwei Kinder, die erste Priorität haben. Nebenbei bin ich noch für ein professionelles australisches Football-Team und eine Angus-Rinder-Farm verantwortlich», sagt der Schauspieler. Seine Frau, die Musikerin Danielle Spencer, nimmt gerade zum ersten Mal seit der Geburt der beiden Söhne wieder ein Album auf. So kommt Papa Crowe in nächster Zeit bei der Kinderversorgung doppelt zum Zug. Auch für die langfristige Zukunft der beiden Söhne ist vorgesorgt: «Charlie will Schreiben zum Beruf machen – was okay ist, solange er nicht Journalist wird», grinst der stolze Vater. «Und Tennyson wird – wenn es nach Nicole Kidman und meiner Frau geht – einmal Nicoles Tochter Sunday heiraten, denn beide haben am 7. Juli Geburtstag und sind unglaublich gutausse- hend»

Auch die Schauspielerei ist inzwischen fast eine Familienangelegenheit geworden: «Body of Lies» ist bereits der vierte Film in acht Jahren, den Crowe mit dem englischen Regisseur Ridley Scott dreht. Und der fünfte folgt mit «Nottingham», in dem er den Sheriff spielt, in Kürze. «Abgesehen von seiner technischen Klasse ist Ridley auch ein visueller Künstler höchster Güte», schwärmt Crowe. «Er inszeniert wie ein Maler. Man fühlt den kreativen Adrenalinschub, wie wenn er einen Pinsel erstmals auf die leere Leinwand führte. Trotz gleicher Arbeitsmoral sehen wir jedoch die Welt verschieden. In 95 Prozent der Fälle unterscheidet sich unsere Meinung. Viele würden diese Spannung negativ sehen. Wir machen daraus eine positive Entdeckungsreise.»

Aussenseiter DiCaprio

Auf dieser Reise war Leonardo DiCaprio anfänglich etwas der Aussenseiter. Er musste sich zuerst an das legendär effiziente Dreh-Tempo von Ridley Scott gewöhnen. Und er musste lernen, «die Kopfverrenkungen und das Grunzen» (wie Crowe Ridley Scotts Regieanweisungen beschreibt) zu interpretieren. Aber DiCaprio fand seinen Platz schnell. Denn auf das Duo war er zumindest halbwegs vorbereitet. Crowe und DiCaprio hatten 1995 den Western «The Quick and the Dead» zusammen gedreht. «Wir standen damals beide am Anfang unserer Karriere und traten erstmals in einem Big-Budget-Film auf», erinnert sich DiCaprio. «Neben den Stars wie Sharon Stone und Gene Hackman pflegten wir unseren kleinen Newcomer-Club. Russell hatte einen grossartigen Sinn für Humor und schon damals seine eigene Meinung – was sich nicht verändert hat.»

DiCaprio sei ein guter Teamplayer, findet auch Ridley Scott. Und ein Schauspieler mit versteckten Talenten: «Leo sollte mehr Komödien machen. Er kann zum Beispiel eine gespannte Atmosphäre im Handumdrehen auflockern, wenn er Imitationen von mir oder Russell zum Besten gibt.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 19.11.2008, 10:39 Uhr

Kultur

Populär auf Facebook Privatsphäre


Grandioses Berg-Erleben.

Weltberühmte Berge und 100 Jahre Jungfraubahn: Sommerurlaub vor der schönsten Kulisse der Welt!

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

FÜR IHRE FREIZEIT

Für Ausgehtipps in der Region, nutzen Sie einfach unsere Agenda.

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.