Aufgefallen: Ben Stiller
Von Hans Jürg Zinsli. Aktualisiert am 31.03.2010
Der Grund: Im Film von Noah Baumbach wird die Krise eines modernen Mannes verhandelt. Und was gibts schon zu lachen, wenn nicht der Mann, sondern die Krise im Vordergrund steht? Eben.
Entsprechend deprimierend wirkt Stiller als gescheiterter Musiker, der vor dem eigenen Leben flieht und aus Frust überall rumerzählt, er wolle im Moment gar nichts tun. Doch gemach, selbst eine Totaltröte wie dieser Roger Greenberg kann nicht 110 Minuten lang still halten. So kommts, dass der Miesepeter das Heim seines reichen Bruders in Los Angeles hütet, eine Hundehütte zimmert, Beschwerdebriefe in die Welt rausschickt, sich mangels Führerschein rumkutschieren lässt und ein Techtelmechtel mit der jungen Haushälterin (Greta Gerwig) anfängt.
Eine Romanze aus Überdruss? Sozusagen. Im Gegensatz zu Stillers Spasskiller-Attitüde versprüht Gerwig sogar so etwas wie Wärme und Charakter. Doch dann fährt ihr Greenberg, als sie eine kuriose Anekdote über ihr Liebesleben erzählt, schroff übers Maul: «Was ist denn der Sinn dieser Geschichte?» Das könnte man sich bei diesem Film auch fragen. (Berner Zeitung)
Erstellt: 31.03.2010, 11:58 Uhr
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