Vier Nostalgieshows, die uns noch gefehlt haben
Von Michèle Binswanger. Aktualisiert am 30.07.2009 24 Kommentare
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1. Leben wie die Bewegten der Achtzigerjahre
50 Teilnehmer müssen sich innerhalb einer Woche ohne grosse Hilfsmittel auf einer Industriebrache einrichten, Ernährung und sanitäre Einrichtungen organisieren und ein Aktionsprogramm mit Veranstaltungen, einem Mittagstisch und sozialer Betreuung auf die Beine stellen. Täglich wird eine mindestens zwei Stunden dauernde Vollversammlung abgehalten – und zwar auch dann, wenn keiner der Teilnehmer das Bedürfnis danach verspürt.
Besondere Herausforderung für die Teilnehmer sind vom SF eingeschleuste Maulwürfe, die den Betrieb stören. Sie ziehen etwa mit endlosen Voten und Fragen die Vollversammlungen in die Länge, suchen in der Nacht das vertraute Gespräch mit einzelnen Teilnehmern, die ihnen nicht ganz glücklich scheinen, sabotieren die Veranstaltungen und grölen nächtelang betrunken auf dem Areal herum.
Als Höhepunkt gibt es eine Strassensschlacht.
2. Leben wie Winkelried
Fünfzehn Teilnehmer leben in einem mittelalterlichen Dorf. Die Gefahr der Habsburger rollt näher, wie kann sich das Dorf gegen die Übermacht wehren? Die Männer müssen aus bestehendem Material Waffen basteln und den Umgang damit lernen, aber auch Bäume fällen und transportieren, um sie auf den Feind zu werfen. Die Frauen müssen sich vor allem am Waschbrett beweisen, das Blut aus weissem Leinen waschen und stumpfe Wunden verbinden lernen. Ausserdem sind sie fürs Bierbrauen zuständig, da Bier damals eines der Hauptnahrungsmittel war. Darin besteht auch die besondere Herausforderung, nämlich von morgens bis abends Bier zu trinken zu müssen und sich auch betrunken in den Alltag einzugliedern.
Höhepunkt der Show ist die nachgespielte Schlacht bei Sempach.
3. Leben wie die Fabrikarbeiter
Fünf Männer verbringen eine Woche in einer Fabrikhalle an grossen Maschinen. Sie arbeiten sechzehn Stunden am Tag, kriegen wenig und eintöniges Essen und werden täglich einer anderen Arbeit zugeteilt, bei der sie sich beweisen müssen. Für die Arbeitsleistung gibt es Punkte, die in Ess- oder Schlafgutscheine umgewandelt werden können. Auch die Hierarchien wechseln jeden Tag, so dass sich der Arbeiter von gestern heute als Vorgesetzter rächen kann.
Höhepunkt der Show ist, wenn die Arbeiter für einen halben Tag von der körperlichen Arbeit befreit werden. Allerdings müssen sie diese Zeit nutzen, um eine Revolution zu organisieren.
4. Leben wie zu Anfang des 21. Jahrhunderts
Ein Ehepaar und zwei Teenager müssen sich eine Woche lang einer typischen Familiensituation des 21. Jahrhunderts stellen. So pflegt die SF-Teenie-Tochter jeweils halbnackt zur Schule zu gehen, was zu besorgten Anrufen der Elternschaft führt. Noch weniger Kleider trägt sie nur, wenn sie abends ausgeht, um dann völlig betrunken und bekifft zurückzukommen. Der Sohn prügelt derweil in der Schule, die Eltern müssen einen Anwalt organisieren, ihm im Untersuchungsgefängnis beistehen und versuchen, ihm unter diesen Voraussetzungen eine neue Lehrstelle zu organisieren.
Beim Elternpaar für die Teenies ist der Vater ein Banker, der seinen Job verliert. Er sitzt also zu Hause herum und kritisiert die Kinder auf Schritt und Tritt. Die Kinder müssen ausserdem auf dem Schulhof bestehen, wo sie gehänselt werden, bis sie das richtige Outfit und die richtigen Verhaltensweisen herausgefunden haben. Derweil hat die Mutter gerade Trost bei einem Guru gefunden und versucht die Kinder zu indoktrinieren. Wie gehen diese mit der Situation um?
Höhepunkt der Show: Eine gemeinsame Weihnachtsfeier, die ausartet.
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.07.2009, 11:22 Uhr
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