Kultur

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

TV-Tod mit Dignitas wühlt England auf

Von Michèle Binswanger. Aktualisiert am 10.12.2008 20 Kommentare

Vor sieben Wochen strahlte das Schweizer Fernsehen den DOK-Film «Selbstmord-Touristen» aus. Jetzt wird derselbe Film in England gezeigt. Und sorgt im Vorfeld für heftige Reaktionen.

Craig Ewans, 59, trinkt die todbringenden Medikamente.

Immer mehr Ausländer reisen in die Schweiz, um sich mithilfe von Dignitas umzubringen. Der Oscar-prämierte Filmemacher John Zaritsky porträtiert in seinem Film zwei dieser Selbstmord-Touristen, die in ihrem Leben in der Schweiz ein Ende machen wollen. Das Schweizer Fernsehen zeigte den für einen Leo-Award nominierten Film im Oktober - ohne grosse Reaktionen. Ganz anders in England. Heute Abend strahlt der UK-Sender Sky Real Lives die Dokumentation aus. Und schon im Vorfeld sorgt er für Empörung.

Tod am Fernsehen

Einer der beiden Selbstmörder ist der Engländer Craig Ewert, ein ehemaliger College-Professor, der an einer unheilbaren Nervenkrankheit leidet. Im Film ist zu sehen, wie ein Sterbehelfer Ewert die tödlichen Medikamente übergibt, welche dieser per Strohalm einnimmt. Seine Frau Mary, mit der er 37 Jahre verheiratet war, beugt sich über ihn und fragt: «Kann ich dir einen grossen Kuss geben?» Dann wünscht sie ihm eine sichere Reise.

Noch nie zuvor war Sterbehilfe, also ein assistierter Suzid, auf einem englischen TV-Sender zu sehen. Vergangene Nacht verurteilten denn auch verschiedene christliche und Pro Life Organisationen den Film als «gefährlich».

Pro Life, gegen Sterbehilfe

Phyllis Bowman von der organisation «Recht auf Leben» sagte: Dieser Film macht Werbung für assistierten Selbstmord. Was denken die sich eigentlich, welchen Effekt das auf Depressive haben wird? Das unterminiert das Recht auf Leben.

Dr. Trevor Stammers von der christlichen Ärzte-Vereinigung sagte, einen Tod am TV auszustrahlen sei grotesk. Dominica Roberts von der Pro-Life Alliance erläuterte: «Es ist traurig und gefährlich, solche Sachen im Fernsehen zu zeigen. Es könnte Leute geben, die das kopieren. Die Gesetz wurden schliesslich dazu geschaffen, verletzliche Leute zu schützen.»

In England ist Sterbehilfe durch den Suicide Act aus dem Jahr 1961 verboten. Das Gesetz machte Selbstmord legal, verbietet jedoch die Beihilfe dazu.

Ewerts Witwe Mary sagte gegenüber der Zeitung Dailymail: «Es ist wichtig, dass das Fernsehen eine Debatte über das Thema lanciert. Dieser Film soll Menschen dazu bringen, über den Tod nachzudenken und zu diskutieren. Das ist, was Craig gewollt hätte.

Die Reportage wird Mittwochabend um 21 Uhr Ortszeit ausgestrahlt. Kurze Clips hat der TV-Sender hochgeladen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.12.2008, 16:39 Uhr

20

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

20 Kommentare

Maria Meier

10.12.2008, 12:10 Uhr
Melden

Es existiert aber auch das Recht zum Sterben. So konnte Craig Evert sich von seiner Frau verabschieden und in Würde sterben. Wäre es besser wenn er sich von einer Brücke gestürzt hätte und sich die Angehörigen den Rest ihres Lebens Vorwürfe gemacht hätten? Antworten


Birgit Kehrer

10.12.2008, 20:19 Uhr
Melden

es ist immer wieder die Rede vom "Recht auf Leben" .. uneingeschräbkt ja .. aber wieso mutiert dieses Recht nun zur "Pflicht zu Leben" Ist dies nun MEIN Leben oder gehört es dem Staat? Wenn es MEIN Leben ist .. warum darf ich es dann nicht unter bestimmten Bedingungen (und diese Entscheidung trifft niemand leichtfertig) zurückgeben ? Darf ich leben..oder MUSS ich ....das ist wohl hier die Frage Antworten




Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Wettbewerb

Gewinnen Sie einen Tageseintritt im Bernaqua.
Jetzt mitmachen!

Liveschiff mit Plüsch

Am 1. Juni 2012 gastieren die Berner Oberländer Mundartrocker auf dem Thunersee.

Studienberaterin gibt Tipps

Wie man ein Fernstudium erfolgreich meistert