TV-Kritik: Das Ballenbergspielchen geht in die nächste Runde
Von Rico Bandle. Aktualisiert am 28.07.2009 74 Kommentare
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Die Sendung
«Alpenfestung – Leben im Réduit», vom 27. Juli bis 14. August 2009, jeweils Montag
bis Freitag, 19.05 Uhr, SF 1.
Zusammenfassungen: Freitags, 31. Juli, 7., 14. und 21. August,
22.20 Uhr, SF 1.
«Getrennte Liebe, gemeinsamer Kampf», heisst es gross auf den Inseraten, die das Schweizer Fernsehen in den Zeitungen geschaltet hat. Es könnte genauso gut ein Plakat für ein Freilichtspiel sein, wie es derzeit landauf, landab über die Laienbühnen geht. Liebesschmerz, Intrigen und viele schöne Kostüme sind die Ingredienzen eines guten Landschaftstheaters - und das verspricht auch das Schweizer Fernsehen in seinem neuen Living-History-Projekt.
Schon in der ersten Sendung flossen erste Tränchen. Korporal Ammann verabschiedet sich herzzerreisend von seiner Frau und seinem einjährigen Töchterchen, drei Wochen lang werden sie sich nun nicht oder kaum mehr sehen. Das also ist die getrennte Liebe.
Konflikt bahnt sich an
«Jeder von uns wird unter Umständen bis zum Äussersten gefordert», sagt Kommandant Helmut Mettler mit freundlicher Stimme. Anders die Tonalität des Oberleutnants und Zugführers Patrik Fluri, bei dem man sich nicht so sicher ist, ob er sich bewusst ist, dass es sich hier um ein TV-Spiel und nicht um einen Ernstfall handelt. Er schreit die Soldaten auf deren langem Fussmarsch schon mal an, gibt auf Fragen forsch und herablassend Antwort. Der gemeinsame Kampf in der Alpenfestung könnte sich zu einem Kampf gegen den Kommandanten entwickeln.
Drei Frauen und fünf Kinder widmen sich währenddessen der Anbauschlacht, sie zogen in ihr Heimetli, das an das Sahleweidli aus der früheren Geschichts-Soap «Leben wie zu Gotthelfs Zeiten» erinnert. Die erste Rösti auf dem Holzherd brennt an, halb so schlimm, noch sind alle guten Mutes.
«Uniformkundlicher Berater»
Wie schon bei den vergangenen Living-History-Projekten wird auch dieses von Experten begleitet, die den Zuschauern die historischen Begebenheiten erklären. Für die erste «Alpenfestung» hat SF einen «uniformkundlichen Berater» gefunden, der erklärte, warum das Rollen eines Soldatenmantels streng normiert ist und den Soldaten so viel Mühe bereitet.
Oliver Bonos Live-Moderation aus dem Innenhof des Winkelriedhauses in Stans war souverän, nur die paar wenigen Zuschauer sorgten für eine etwas armseligen Kulisse. Insgesamt bietet die Aufmachung aber genügend Potenzial, drei Wochen lang für gute Unterhaltung zu sorgen.
Wie gefällt Ihnen die Idee der SF-Sendung «Alpenfestung»? Hat das Projekt für Sie einen historischen Wert oder erachten Sie es als reine Unterhaltung? Ihre Meinung ist gefragt. Kommentare bitte unten anbringen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 28.07.2009, 09:04 Uhr
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74 Kommentare
Mein Vater hat 1000 Tage Dienst gemacht. Der hätte mit dem Zeug etwas anfangen können. Leider ist er kürzlich mit 93 Jahren gestoben. Mir kann die Sendung beim beten Willen keine Inspiration geben. Ausser den ganz alten Semetern unter den Zuschauern wird das Historienspiel wohl keine grosse Anhängerschar finden. Aber es ist halt typisch SSR Sommertheater. Antworten
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