Showkampf gegen Übergewicht

Von Martin Weber. Aktualisiert am 26.02.2010

Die Frau, die Stefan Raab einst die Nase brach, wird Moderatorin: Die deutsche Ex-Profiboxerin Regina Halmich verhilft in der Diätshow «The Biggest Loser» schwergewichtigen Kandidaten zum Fliegengewicht.

«Was meine Fernsehkarriere angeht, bin ich relativ entspannt», meint die 33-jährige Boxweltmeisterin Regina Halmich.

«Was meine Fernsehkarriere angeht, bin ich relativ entspannt», meint die 33-jährige Boxweltmeisterin Regina Halmich.
Bild: Keystone

Interaktiv

Hier purzeln die Pfunde

Als Profiboxerin schlug sie erbarmungslos auf ihre Gegnerinnen ein, ab dem 2.März zeigt das Fliegengewicht Regina Halmich wahren Schwergewichten in einer Abnehmshow im Fernsehen, wo der Hammer hängt: In der Dokusoap «The Biggest Loser» auf Kabel eins unterwirft die frühere Hochleistungssportlerin übergewichtige Kandidaten einem strengen Diät- und Fitnessplan, damit deren Pfunde purzeln – die Kamera ist stets dabei. In der Neuauflage der Show übernimmt die 33-jährige Regina Halmich, die von 1994 bis 2007 Boxweltmeisterin war, den Part von Katarina Witt.

Am selben Tag startet bei SAT1 die Boxdokumentation «ran Spezial: Knock-out – Der Kampf seines Lebens», in der Regina Halmich ebenfalls massgeblich mitwirkt.

Frau Halmich, darf man fragen, wie viel Sie wiegen?
Regina Halmich: 53 Kilo bei einer Grösse von 1,60 Metern.

Also fast 150 Kilo weniger als die schwerste Kandidatin der Diätshow «The Biggest Loser», die Sie jetzt moderieren. Fühlen sich die Schwergewichte von einem Leichtgewicht wie Ihnen denn überhaupt verstanden?
Auf jeden Fall, da gab es überhaupt keine Berührungsängste. Ich musste während meiner Karriere als Profiboxerin jahrelang mein Kampfgewicht halten, da hat eine ganze Menge Disziplin dazugehört. Das wissen die Kandidaten ganz genau.

Aber Angst haben sie nicht vor Ihnen, oder?
Nein, nein (lacht). Die hatten natürlich alle ein bestimmtes Bild von mir und wussten, dass ich Boxweltmeisterin war, aber sie haben ihre Hemmungen schnell verloren, und schon nach einer Woche waren wir ein richtig gutes Team.

Konnten Sie als Teamchefin den Kandidaten ein Patentrezept fürs Abnehmen verraten?
Leider nicht, diesen Zahn musste ich ihnen ganz schnell ziehen. Es geht nur mit Verzicht und Training. Wenn ich zum Beispiel früher im Januar geboxt habe, und das war oft der Fall, musste ich mir den Weihnachtsbraten abschminken. Da war Kalorienzählen angesagt. Ich hatte natürlich nie so enorm viel Übergewicht wie die Kandidaten, aber auch für mich galt: ohne Fleiss kein Preis. Wenn man Gewicht verlieren will, muss man Disziplin aufbringen. Ohne Motivation geht gar nix.

In der Sendung bringen Sie Dicke zum Schwitzen. Werden diese Menschen nicht vorgeführt?
Natürlich sieht es anders aus, wenn jemand mit 150 Kilo Sport treibt, als bei jemandem mit 70 oder 80 Kilo. Ich will auch nicht leugnen, dass das auch mal weniger schön oder auch lustig aussieht. Aber wir sind nicht beim Schönheitswettbewerb. Das Ergebnis zählt – und wir haben mit Sport und ausgewogener Ernährung schon einige Pfunde zum Purzeln gebracht. Ausserdem können unsere Kandidaten sehr gut über sich selber lachen, wie ich festgestellt habe. Und man darf nicht vergessen: Für viele war diese Sendung die allerletzte Chance zum Abnehmen.

Am selben Tag wie die Abnehmshow startet bei SAT1 die mehrteilige Boxdokumentation «Knock-out», die Sie ebenfalls moderieren. Stehen Sie am Beginn einer grossen Fernsehkarriere?
Ach, ich bin da relativ entspannt. Ich habe ja bereits eine grosse Karriere als Boxerin hinter mir, da muss jetzt nicht noch die grosse Fernsehkarriere kommen. Wenn ich Angebote für Sendungen bekomme, die mir Spass machen, dann mache ich die auch, ganz einfach – und das war bei diesen beiden Formaten eindeutig der Fall.

Finanziell haben Sie die Fernseharbeit ja nicht nötig, oder?
Stimmt, ich kann das Ganze völlig gelassen auf mich zukommen lassen. Das ist eine Menge wert.

Und wann steigen Sie wieder gegen Stefan Raab in den Ring, den Sie in zwei Showkämpfen verprügelt haben?
In der Hinsicht ist nichts geplant (lacht). Aber es hat schon Spass gemacht, ihm mal stellvertretend für so viele, die das immer wollten, eine vor die Nuss zu hauen. Er hat zwar eine grosse Klappe, aber bei ihm steckt auch was dahinter.

Nimmt er Ihnen die gebrochene Nase übel?
Nein, wir verstehen uns sehr gut. Normalerweise teilt Stefan nur aus, von mir musste er auch mal was einstecken.

«The Biggest Loser»: ab 2.März, 20.15 Uhr, Kabel eins.

«ran Spezial: Knock-out – Der Kampf seines Lebens»: 2.März, 23.20 Uhr, SAT1. (Berner Zeitung)

Erstellt: 26.02.2010, 07:19 Uhr

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