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Ex-Schätzchen auf dem Schleudersitz

Von Peter Meier. Aktualisiert am 03.07.2013 1 Kommentar

Sieben Monate hat sich Ringier für die Wahl des Chefredaktors des «SonntagsBlicks» Zeit gelassen – und überrascht nun die Branche. «10 vor 10»-Moderatorin Christine Maier übernimmt mit wenig Zeitungs-Erfahrung den Posten.

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Dieses Bild gibt es bald nicht mehr zu sehen: Christine Maier als Moderatorin bei SRF.

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Am liebsten hüpft sie mit ausgetragenen Seidenhemden in die Federn. Besonders in der kalten Jahreszeit. Auch ihr erstes Mal erlebte die heute 48-Jährige einst in einer Winternacht, während es draussen schneite. Für solche und jede Menge weiterer intimer Details müssen Boulevardjournalisten nicht gross recherchieren. Christine Maier gibt sie freiwillig preis. Da kennt die «10 vor 10»-Moderatorin nichts. Berührungsängste? – Fehlanzeige!

Besonders in den Anfangsjahren ihrer langen TV-Karriere trägt Maier das Herz auf der Zunge – ihr Leben, Lieben und Leiden sind ein offenes Buch. Boulevard- und Regenbogenpresse empfangen die redselige Blondine denn auch mit offenen Armen, als sie 1986 als 21-jährige Jusstudentin im Leutschenbach als Ansagerin anheuert.

Besonders im Hause Ringier wird Maier fortan als TV-Schätzchen kräftig gehätschelt: Ob Glamourehe mit dem Artisten David Dimitri bis zur Trennung oder doppelte Mutterfreuden – die Ringier-Blätter sind stets ganz nah dabei. Das verhilft Maier zwar zu landesweiter Bekanntheit. Aber nicht zu einer gradlinigen Karriere. Sie moderiert alles Mögliche – von der SF-Kindersendung «Känguruh» über die Talkshow «Liebesbarometer» im Bayrischen Rundfunk bis hin zum «Sonntagskonzert» im ZDF.

Doch aus der Unterhaltungsecke kommt sie nicht raus. Ihr Debüt als Nachrichtensprecherin endet bei RTL/Pro7 Schweiz mit dem Absetzen der Sendung. Auch der Job als Chefredaktorin von «Star TV» bleibt eine kurze Episode. Dann steigt sie 2001 beim SRF-Talk «Club»/«Zischtigsclub» ein, den sie bis 2011 moderiert und ab 2006 leitet.

Belächelt und unterschätzt wird Maier dabei immer noch: Sie sei zu «gspürig», stelle die falschen Fragen, habe die Gäste nicht im Griff, muss sich die Zürcherin mit deutschen Wurzeln anhören. Maier steckt die harte Kritik weg, die erst verstummt, als sie «10 vor 10» moderiert. Das tut sie kühl, professionell, glaubwürdig.

«Als Notnagel ist sie auf dem Stuhl gelandet, auf den sie gehört», urteilt damals TV-Legende Kurt Felix. Das sieht sie selbst offenbar anders. Denn nun tauscht sie per November den sicheren SRF-Stuhl mit dem Schleudersitz als Chefredaktorin des «SonntagsBlicks».

Sieben Monate hat sich Ringier für diese Wahl Zeit gelassen – und überrascht damit nun die Branche. Denn Printerfahrung hat Maier kaum, abgesehen von 5 Jahren als People-Journalistin bei Ringiers «Schweizer Illustrierten». Das sei auch nicht nötig, ätzen intern bereits die Kritiker. Auf dem Posten sei beim Unterhaltungs- und Vermarktungskonzern Ringier heute Prominenz ohnehin wichtiger als journalistische oder politische Kompetenz. (Berner Zeitung)

Erstellt: 03.07.2013, 09:33 Uhr

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1 Kommentar

Peter Egli

03.07.2013, 14:15 Uhr
Melden 4 Empfehlung 2

Ex-Schätzchen ist schon etwas an den Haaren herbeigezogen, oder nicht? Noch besser hätte villeicht Expertin oder 10 vor 10 Star gepasst. Frau Maier geht nun zum Sonntagsblick, hätte auch als Nationalrätin der SP sein können. Bekannt ist sie genug, und das Volk hätte sie sogar noch gewählt. Warum immer so wohlwollend wenns um einen Berufswechsel geht? Antworten



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