Die bundesamtliche Rapmusik

Von Simone Wölfli. Aktualisiert am 17.02.2010

Aus der Sandkastenfreundschaft wurde eine Rap-Gemeinschaft: Drei Freunde aus Konolfingen haben sich vor ein paar Jahren zum Bundesamt für Rap zusammengeschlossen. Die Band arbeitet an ihrer zweiten CD.

Christian Pfander

«Fragen Sie mich nicht, wie wir auf diesen Namen gekommen sind», sagt der 29-jährige Markus Dessler, Pianospieler bei der Band Bundesamt für Rap. Doch diese Frage taucht unweigerlich auf: Wie kommen drei junge Männer dazu, mit locker-unbedarften Rap-Texten und ohrwurmverdächtigen Hiphop-Melodien als Bundesamt für Rap aufzutreten? Patrick Graf, mit 26 Jahren der Jüngste der Gruppe, erinnert sich an einen Abend im Übungsraum. Sie seien am «Sounden, Räppele und Chillen» gewesen. Da schlug einer den Namen Bundesamt für Rap vor. «Wir waren alle begeistert», sagt Graf. Passend zum Namen und als augenfälliges Markenzeichen kam das Outfit dazu: dunkle Anzüge, Hemden, Krawatten, Hüte.

Best of 1291?

Für Jan Lehmann, den 30-jährigen Bankangestellten, sind Anzug und Krawatte auch im Alltag Pflicht. Doch im Übungsraum geht es locker zu, und die Krawatte darf schief sitzen. Während Lehmann, der Texter, an Refrains tüftelt, sorgen Dessler und Graf für den musikalischen Teil. «Wir müssen diszipliniert arbeiten», sagt Lehmann. Nur dann seien sie produktiv.

Nach dem Erscheinen der ersten CD, «Best of 1291 - 2008», sei jetzt die zweite Scheibe geplant. Best of 1291? Die Frage wird mit einem Lachen quittiert. «Wir sind nicht politisch», sagt Patrick Graf, der Elektromonteur. «Unsere Texte sollte man einfach mit einem Augenzwinkern geniessen.» Bereits einen Erfolg durfte die Band 2008 am Buskers Festival in Bern feiern. Sie gewann den ersten Preis und war im letzten Jahr als Gast wieder bei den Buskers dabei.

Der Traum vom Mokka

«Seitdem haben wir regelmässige Auftritte», berichtet Jan Lehmann nicht ohne einen gewissen Stolz. Die Band zähle auf eine feste Fangemeinde von rund 50 Personen, «die Familienmitglieder sind dabei noch nicht mitgezählt».

Sie haben auch Träume, die jungen Männer vom Bundesamt für Rap. Für Patrick Graf wäre es das Höchste, wenn er von der Musik und als Produzent mit eigenem Tonstudio leben könnte. Markus Dessler, beruflich als Informatiker und Entwickler von elektronischen Spielen tätig, würde gerne Musik für Games entwickeln und möchte «einfach nur vom Musikmachen leben». Jan Lehmanns Ziel ist der Auftritt im Thuner Club Mokka. Er glaubt, dass dieser Traum «nicht mehr ganz so weit weg ist wie auch schon».

(Berner Zeitung)

Erstellt: 17.02.2010, 08:57 Uhr

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