Soften und John Sars
Von Dominik Dusek. Aktualisiert am 27.02.2009
John Sars: Skeleton Sound (Ikarus). CD-Taufe von John Sars: Samstag, 28. 2., 21.30 Uhr, Mars-Bar, Zürich.
Soften: We Were Challengers (Saiko).
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Soften: We Were Challengers (Saiko).
John Sars: Skeleton Sound (Ikarus). CD-Taufe von John Sars: Samstag, 28. 2., 21.30 Uhr, Mars-Bar, Zürich.
Mit einem tragenden, bisweilen gar virtuosen Bass, mit fettem Schlagzeug und mit verhallten Gitarren folgen sie den Gesetzen, die sich aus den Motiven der Lieder ergeben. Hier steht nicht der Song im Mittelpunkt.
Das ist umso erstaunlicher, als Soften ursprünglich ein Soloprojekt des Sängers und Komponisten Nils Aellen waren. Auf der zweiten CD «We Were Challengers» hat Aellen sein Konzept nun völlig über Bord gekippt. Das Quartett lässt verzerrte Soundwolken vorbeischweben und schreckt die Hörer mit rasanten Trommelläufen auf, zwischendurch zupft man verloren. Immer ist etwas Metallisches, Kaltes in der durch und durch harmonischen Musik. Dass diese seltsame Mischung so attraktiv ist, verdankt sie ihrer klanglichen Einheitlichkeit – so unüblich die Songs aufgebaut sind, so gleich bleibt der Sound der Instrumente.
Letztlich kommt doch ins Spiel, dass Aellen ursprünglich Songwriter ist: Seine melancholischen Melodien geben dem Ausufernden Sinn, auch wenn sie nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen. «Ich wurde mit dem Geschmack des zu Ende gehenden Sommers geboren», singt er etwa im sich mehr und mehr aufplusternden «Oh July». «We Were Challengers» ist eine mutige Platte, die ihren Hang zur Grösse nicht verbirgt. Und die kaum Vergleiche zulässt. Ausser vielleicht – und das zeigt, wie souverän Soften klingen – den mit Radiohead.
Grooves solide wie Ambosse
Auch die vier Zürcher von John Sars legen Wert auf ausgefeilte Instrumentalarbeit. Doch ihr Genre ist leichter zu benennen: Post Rock heisst die Musik, die mit den Mitteln des Rock die Strukturen des Rock aushebelt. Will heissen: keine Solos, dafür wuchtiges Ensemblespiel, kaum Refrains, dafür Themen, die sich ins Gehirn hineinrumpeln. John Sars exerzieren ihre krummen Takte knochentrocken und ohne Zögern durch, solide wie Ambosse stehen die Grooves da. Und die Löcher im Rhythmus haben messerscharfe Kanten.
Schon mehrmals haben sich John Sars als hervorragende Liveband bewiesen. Auf der neuen 7-Lieder-CD «Skeleton Sound» fällt nur der – selten eingesetzte – dünn klingende Gesang etwas ab. Darum sind es in erster Linie die Instrumentalnummern wie «Flexibo», von denen man sich als Hörer wünscht, sie möchten andauern. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 27.02.2009, 22:26 Uhr
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