Play Patrik, Name ist Programm
Von Jessica Zuber. Aktualisiert am 20.05.2011
Play Patrik live
Auch neben der Musik bleibt Patrik kreativ. So hat er aus seinen Platten-Covers kurzer Hand Shirts kreiert.
http://patrikmusic.jimdo.com/
Weitere Informationen: www.playpatrik.com
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Patrik Zeller ist kein ungeschriebenes Blatt in der Musikszene. Mit drei Bands hat er bereits sieben Alben, 3 EPs und zwei Soundtracks veröffentlicht. Unter dem Namen Play Patrik ist Zeller seit 2009 musikalisch am Werk. Er hat bereits zwei Alben und zwei virtuelle EPs zu verzeichnen.
Der Berner ist Musiker, Komponist und Produzent zugleich. Seine musikalischen Anfänge machte er am Klavier. Mittlerweile tönts elektronisch. Selber bezeichnet er seine musikalischen Fähigkeiten als «ein Mischmasch und von Projekt zu Projekt anders.», wie Patrik im Interview gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet verrät.
Ohne Kompromisse
Play Patrik ist das erste Solo-Projekt des Musikers. Bis zu seinem Entscheid auch alleine Musik zu machen, war er Mitglied der beiden Bands Feet Peals und Morphologue. Zu Beginn des Jahres 2009 entschloss er sich, ein Soloalbum zu veröffentlichen. «Neben der Neugierde, wie sich das alleine anfühlt, hatte ich grosse Lust, meinen Ideen in meinem Studio kompromisslos freien Lauf zu lassen»
Der Name zum Projekt sollte ganz klar auf den Künstler allein bezogen sein. Um den Namen Patrik Zeller ein wenig interessanter klingen zu lassen, strich er Zeller und ersetzte es mit Play. «“Play“ schien mir sinnvoll und amüsant: Der Bandname kann als Aufforderung verstanden werden, umschreibt aber auch mich als tüftelnden Musizierenden.»
Von Liebe, Beziehungen und Spiel
«Je suis un petit Robot» klingts über einem Elektrobeat. Der wiedererkennungs Effekt dieses Songs ist einmalig. Den Song hört man einmal und er setzt sich im Kopf fest. Hitverdächtig. Patriks Musik klingt elektronisch, wird jedoch von seinen französischen Texten und lyrischen Spielereien aufgelockert. Selber bezeichnet er seinen Sound als «erfrischend abwechslungsreich und verspielt». Auf dem Album „Transformation F“ spricht er von «charmanten frankophonen Electropop».
Patrik schreibt seine Songs selbst. Er lässt sich vom Leben inspirieren. «Die Liebe ist ein fantastisches Thema. Bald darauf folgt mein zweitliebster Bereich: der Mensch im Zusammenleben mit andern. Damit das ganze nicht allzu intellektuell wird, schreibe ich zu guter letzt Texte, die schlicht weg lustig oder unterhaltsam sind». Beispielsweise handelt es in seinen Songs von «einer schwebenden, ausserirdischen Schönheit in einer Disco (Pas de là, Transformation F) oder der Welt der kleinen Roboter (Le petit robot, Le début de la fin).»
Roboter zum Leben erweckt
Für das Albumcover seiner EP «Le début de la fin» wie auch schon als Inspiration zum Vorgänger «Transformation F» diente ein Roboter als «Keyvisual» bzw. Aushängeschild. Der Roboter wurde an der ETH-Zürich aus Holz mit einer digitalen Fräse ausgeschnitten, bemalt und beschriftet. Der 3-dimensionale Roboter wurde fürs Cover fotografiert. Im Video zu «Petit Robot» erwacht die Maschine zum Leben und tanzt zum eingängigen Elektrobeat. In seinen übrigen Videos tritt Patrik grösstenteils selbst vor die Kamera und präsentiert sich stehts mit einer Prise Selbstironie. «Als Romantiker musste ich erst realisieren, dass Musik ein Markt wie jeder andere ist, dem Musizierende und Zuhörende folgen. Dessen muss man sich stets bewusst sein und einen spielerischen Umgang damit finden, wenn man sich selber bleiben will.»
Inspiration für seine musikalischen Exzesse holt sich Patrik in der Musikgeschichte, irgendwo zwischen Sechziger und Achzigerjahren. Der Einfluss der 80er-Melodien sind auch auf «Le début de la fin» deutlich zu hören. Ansonsten orientiert er sich unter anderen an Musik von Felix Mendelssohn, Pink Floyd, Peter Gabriel, Depeche Mode und Arcade Fire.
Von Tränen der Rührung
Wer nun denkt Play Patrik bleibt im gemütlichen Bern hängen, irrt sich gewaltig. In seinen langjährigen Erfahrungen in der Musikwelt ist ihm schon manch Aussergewöhnliches passiert. So improvisierte er beispielsweise früh morgens mit seiner Bandkollegin von «Feet Peals» in einer Gasse im irischen Galway. «Ein Mann blieb stehen, horchte und begann vor Rührung zu weinen.» Auch in der Schweiz hat Patrik schöne Momente erlebt: «Als ich vor der damaligen Drum'n'Bass-Ikone Roni Size in der Usine Genf spielen und ein tanzfreudiges Publikum vor mir bestaunen durfte.»
Vorerst hat Play Patrik keine Konzerte in Aussicht. Bei seinem musikalischen Engagement bleibt es jedoch nur eine Frage der Zeit, bis der Stadtberner Clubs füllen wird. Den Erschaffer vom «Petit Robot» sollte man in den Augen behalten. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.05.2011, 12:16 Uhr
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