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Pegasus im Interview: «Selber schuld, wer Krach macht»

Von Tobias Graden. Aktualisiert am 04.03.2010

Die Bieler Band Pegasus wurde an den Swiss Music Awards Newcomer des Jahres. Ihr Sänger Noah Veragut im Interview.

Herr Veragut, was bedeutet dieser Award für Sie?
Noah Veragut: Er ist eine Bestätigung dafür, dass wir unsere Sache recht gemacht haben und gute Buben sind.

Gute Buben? Ist dies das, was Sie sein wollen?
Ich will damit nicht sagen, dass wir brav sind, aber dass wir unsere Arbeit geleistet haben und auf dem richtigen Weg sind.

Bei der Dankesrede haben Sie nicht gerade den souveränsten Eindruck gemacht.
Nun, ich musste ja etwas sagen, die anderen haben sich umarmt und so. Aber es war ja keine Katastrophe, es gab andere Sachen an diesem Anlass, die schlimmer waren.

Was denn?
Wir sind die Newcomer. Es ist nicht an uns zu kritisieren.

Newcomer? Immerhin haben Sie nun auch schon das zweite Album auf dem Markt.
Die Frage ist: Ab wann ist man nicht mehr Newcomer? Mit dem ersten Album blieben wir ein Geheimtipp. Dann kamen Preise von DRS 3 und der Suisa. Aber Songs, die alle kennen, gibt es von uns erst seit ein paar Monaten. So haben wir Aufmerksamkeit geweckt. Aber gewiss, für die Bieler gehören wir schon fast ins Altersheim, weil wir hier viel gespielt haben.

Was sagen Sie zur Kritik, bei der Verleihung kämen ohnehin nur jene Bands in die Ränge, welche die Musikindustrie vorne sehen wolle – und nicht künstlerisch interessantere Indie-Acts?
Man ist selber schuld, wenn man irgendwelchen Garagenkrach macht, um «Indie» zu sein, und sich dann beschwert, dass man nicht für Preise nominiert ist. Wer als Indie-Band gut genug ist, wird ja auch nominiert, so wie Liricas Analas, das ist definitiv nicht Kommerzmusik!

Aber die haben nicht gewonnen.
Aber sie waren nominiert. Weil es eben gut gemachter Indie ist. Nach meinem Verständnis besteht Musik nicht zuletzt aus dem Teilen mit dem Publikum.

Pegasus konnte sich kürzlich in Holland präsentieren. Hagelt es nun Angebote aus aller Welt?
Nicht gerade. Es gab ein Angebot aus Japan, das aber wieder zurückgezogen wurde. Und für Mai ist eine Deutschland-Tournee geplant. Es kommen durchaus Anfragen rein, ja.

Ihr könnt nun also von der Musik leben?
Übers Geld spricht man ja nicht so gern. Es geht uns gut.

Lange haben Sie an jedem Käferfest gespielt. Ist das nun anders?
Solche Anfragen, etwa von Holzfällervereinen, gibt es gar nicht mehr so viele, ich weiss nicht warum. Ich vermisse dies zum Teil. Es ist viel herausfordernder, fünf bratwurstessende Zuschauer anderthalb Stunden lang zu unterhalten als 500 Fans. (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.03.2010, 09:29 Uhr

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