Hip & hiesig: Parasool
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Sie heissen Dominik Stuecklin und Yuji Tanaka, stammen aus Bolligen und Ittigen und haben unter dem Namen Parasool ein Album produziert, das groovt. Da sind diese beinahe vergessenen elektronisch jammernden Gitarren, und auch die Fender Rhodes wurden hervorgeholt. Ganz klar: Das Album «Vintage» klingt verdächtig nach den 1980er-Jahren.
«Ja klar», sagt Yuji, der Stillere der beiden, «wir leben die Achtziger!» Er möge den Wohnstil dieser Zeit, die alten Verstärker, das Zeitalter, bevor die Welt digital wurde. Auch auf ihrem ersten Album haben die gut Dreissigjährigen darauf geschaut, dass die Musik nicht zu synthetisch wurde.
Eingespielt haben sie alle Instrumente selbst. Schliesslich mussten sie in den letzten Jahren oft genug Flexibilität beweisen. Seit 18 Jahren machen sie Musik zusammen, haben in verschiedenen Formationen gespielt, entwickelten sich vom Punk über den Indierock zur heutigen, poppigen Lounge-Musik hin. «Die Leute kamen und gingen», sagt Dominik Stuecklin, «nur wir zwei, Bass und Schlagzeug, blieben.» Yuji Tanaka nickt. Sie lächeln einander an. Ein eingeschworenes Team.
Eingesungen wurden die zwölf Songs von der Gospelsängerin Lori Glori, an den Liveauftritten arbeiten Parasool mit der Sängerin Aline Nova zusammen, die auch einige der englischen Texte beigesteuert hat. Liveauftritte: Von denen gibt es viele im Leben der Freunde, während des Sommers oft mehrere pro Woche. Das ist so, seit sie beschlossen haben, «nicht mehr in dunklen Kellern Musik zu machen», wie es Dominik Stuecklin ausdrückt. Sie fragten an, im Berner Kornhaus, beim PKZ, im Du Nord. Und fortan gab es Konzerte auf der Strasse, mit Strom aus dem Lokal und einem Publikum, das «vom Oberstufenschüler bis zum Szenegänger» reiche. «Es soll eine fröhliche Sache sein, für uns und das Publikum», sagt Stuecklin. Das reiche ihnen völlig, denn sie machten «Musik aus Leidenschaft».
Und dabei bleibt erst noch genügend Zeit für den Vollzeitjob und die Familie. Denn die beiden dreifachen Familienväter haben einen entscheidenden Vorteil: Sie haben zwei Schwestern geheiratet – so geht die Sache mit der Koordination einiges leichter.
CD: Parasool, «Vintage», Solsonic.
Live: Morgen Do, 9.9. ab 21 Uhr, Du Nord Bern; Do, 16.9. ab 20 Uhr, Kornhaus Bern. (Berner Zeitung)
Erstellt: 08.09.2010, 13:32 Uhr
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