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«Gamebois»: Gegensätzliche Soundwelten

Von Patrick Sigrist. Aktualisiert am 18.08.2010

Ein wenig Rock, ein wenig House und ganz viel Soul: Die Gamebois sind gereift und haben mit dem zweiten Album «Loops» zu sich selbst gefunden.

Stichworte

Während das erste Album «If I Ever» des Berner Duos Gamebois noch etwas orientierungslos in der Musiklandschaft stand, haben sich die Gamebois auf ihrem Zweitling «Loops» definitiv gefunden. Benjamin Kasongo Katulus beseelter Gesang und Fabio Pablo Friedlis knackende Drum-Arrangements bilden den roten Faden durch die teils gegensätzlichen Soundwelten. Hier treffen rockig verzerrte Gitarren auf sphärische Keyboardgrooves, dort duellieren sich wummernde Bässe mit lockeren Pianoakkorden.

Die Vorabsingle «Life Is» hätte glatt als groovig-modernes Update eines Motown-Songs der 1960er durchgehen können, den Albumsong «I Am Blind» könnte man sich gar auf einer Houseparty vorstellen. Kurz: «Loops» ist ein wilder Mix, klingt aber trotzdem so, als würden sich Kasongo und Friedli schon ewig kennen.

Temporeich

Dabei ist es erst vier Jahre her, dass sich die beiden Musiker zum ersten Mal getroffen haben. Sofort ging es Schlag auf Schlag: Als Soulduo Gamebois haben sie mit ihrem Demo am m4music-Festival gleich einen der grossen Schweizer Nachwuchspreise für urbane Musik gewonnen und bald darauf ihr erstes Album veröffentlicht. «Loops», das am Freitag erscheint, klingt nach wie vor verspielt, wirkt aber durchdachter als sein Vorgänger.

Gereift

«Beim ersten Mal wussten wir eigentlich gar nicht, wie man eine CD aufnimmt», gibt Frontmann Kasongo heute zu. «Zudem standen wir unter gewaltigem Zeitdruck, weil wir den Release bereits im Vorfeld auf ein bestimmtes Datum festgelegt hatten.» Heute hätten sie mit Jan Stehle einen erfahrenen Co-Produzenten an ihrer Seite. Die Musikideen fliessen aber nach wie vor kreativ, ohne Kalkül: «Mal kommt Pablo mit einer Beatidee, mal entsteht das Grundgerüst für einen neuen Song beim spontanen Jam mit der Band. Auf diese Vorlagen nehme ich erste Texte auf, und damit arbeiten wir dann gemeinsam weiter», erzählt der 29-jährige Sänger.

So experimentell und breit gefächert die instrumentale Grundlage der Gamebois anmutet, so traditionell ist der Inhalt von Kasongos Lyrics. Hier hält sich der Sänger und Texter an die grossen Vorbilder wie Percy Sledge oder Otis Redding: Gefühlvoll besingt er die Höhen und Tiefen der zwischenmenschlichen Beziehungen. Und wenn er im Song «Soulfood» die Zeile «Baby it’s not just a game» singt, hofft man, dass die Gamebois temporeich und mit der auf «Loops» manifestierten spielerischen Ernsthaftigkeit weitermachen.

CD: Gamebois, «Loops», Equipe Music. Erscheint am Freitag, 20. August 2010. CD-Taufe: 11.9., 22 Uhr, Dachstock der Reitschule, Bern.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 18.08.2010, 09:45 Uhr

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