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Ein Wiedersehen mit Jenä

Von Marina Bolzli. Aktualisiert am 02.03.2011

Der Berner Singer/Songwriter tauft heute sein neues Album «Fürne Königin» in der Turnhalle in Bern. Punkto Melancholie ist auf ihn nach wie vor Verlass.

Plattentaufe und Konzerte

02.03.11: Turnhalle PROGR, Bern (Plattentaufe)
03.03.11: Parterre, Basel
04.03.11: Salzhaus, Brugg
05.03.11: Rustico Pub, Frutigen

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Er hat die Melancholie für sich gepachtet. Und vielleicht deshalb gibt es hierzulande in der Generation der 30-Jährigen kaum einen, der so glaubwürdig von Liebe, Verlusten und kleinen und grossen Gefühlen erzählt wie er. Trummer, der charmante Berner Singer/Songwriter mit dem einnehmenden Oberländerdialekt, ist mit einem neuen Album zurück. «Fürne Königin» nennt es sich – und es schlägt auch mal fast ungewohnt leichte Töne an.

Zum Beispiel beim Wiedersehen mit Jenä, der stets unglücklich verliebten Kollegin vom letzten Album «Dr ganz Wäg zrügg». Schon wieder ist sie von einem Mann verlassen worden, im Lied «Gschyd wär anders» lässt Trummer sie darüber nachsinnen – und doch kann sie schliesslich seine Einladung, einfach mal abzuhauen, mit ihm zu verreisen und alles anders zu machen, nicht annehmen. Denn: «Ou das füehrt niene hi.»

Die Möglichkeiten des Lebens scheinen Menschen wie Jenä zu überfordern. Ein solcher Mensch ist auch die sentimentale Hausfrau in «Mittwuchnamittag», eine Frau, die zwar ihre Bestimmung gefunden hat und doch das Gefühl hat, die Kinder würden «geng wie grösser u frömder grad drzue».

Wohltuend zurückgelehnt

Alles sinn- und hoffnungslos? Nein. Trotz arg düsteren Liedern wie dem erwähnten «Mittwuchnamittag» oder dem gleich folgenden «Vergiss mi nid» gibt es auch andere Töne. Zum Beispiel «Neon Liecht Meitschi», ein Lied, in dem Trummer wohltuend zurückgelehnt von der Maske eines Discogirls erzählt, hinter der sich vermutlich ein trauriges Mädchen versteckt. Bluesig-rockige Klänge lassen hier aufhorchen und doch eine lang versteckte Disco-Ader in Trummer vermuten. Auch «Fürne Königin» ist musikalisch und textlich beinahe verspielt-fröhlich und appelliert an das Selbstbewusstsein einer schlafenden Prinzessin im Glassarg. Denn «i bi nid di Prinz».

Von Torschlusspanik und Resignation ist der 32-Jährige also weit entfernt. Die Musik bleibt rumpelig und etwas aufmüpfig. Und es gibt Harmoniumpassagen hier, Akkordeonübergänge da und ab und zu Celloklänge, die nicht nur Liebeskummer, sondern auch Mitschunkeln und ein ungrades Mal gar etwas Rockgefühl zulassen.

«Fürne Königin» erscheint am 4. März 2011 auf Endorphin Entertainment im Vertrieb von Irascible. (Berner Zeitung)

Erstellt: 02.03.2011, 08:48 Uhr

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