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Der lange Weg zum rockenden Orchester

Von Maria Künzli. Aktualisiert am 11.05.2010

Pop und Klassik: Das geht nicht immer gut. Im August wagen das Berner Symphonieorchester und Patent Ochsner das Experiment. Ob das funktioniert? Gestern fand die erste Probe statt – man darf gespannt sein.

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«Irgendwie ist das noch zu, äh – anständig. Ein bisschen mehr Charakter, bitte!» Dirigent Droujelub Yanakiev hat es nicht leicht: vor sich das Berner Symphonieorchester (BSO), in der Hand die Partitur eines klassisch arrangierten Ochsner-Songs und neben sich Büne Huber, der gespannt zuhört, was mit seinem Tangostück «Balkon» gerade passiert. Der Frontmann von Patent Ochsner lächelt mal verschmitzt, mal schaut er verwundert in die Noten, mal schunkelt er begeistert mit.

Es ist die erste Probe für das von Mobiliar-Versicherung und Burgergemeinde offerierte Open-Air-Konzert am 28.August. Das BSO wird auf dem Bundesplatz zusammen mit Patent Ochsner zwölf neu arrangierte Ochsner-Songs interpretieren. Dirigieren wird Lavard Skou Larsen. Zur gestrigen Probe hat er es wegen der viel beschimpften Aschewolke allerdings nicht geschafft. Also sprang der in Bern lebende Bulgare Droujelub Yanakiev kurzfristig ein, um das gross angekündigte Erstbeschnuppern zu retten.

Aufgeblitzt

Noch scheinen sich die Musiker in der ochsnerschen Klangwelt nicht recht heimisch zu fühlen. «Balkan», ein Song, der viel Hingabe und klare Akzente verlangt, klingt noch etwas verschlafen. Nur hin und wieder blitzt auf, was bis im August ja noch werden kann: der Klang einer echten Symbiose von Pop und Klassik. Ein Orchester, das rockt. Büne Huber jedenfalls ist enthusiastisch: «Ich spüre ein riesiges Interesse vonseiten des Orchesters.» Dabei hatte er schon ein wenig Angst, wie er gesteht. Vor der klassischen Interpretationskultur, die verstockt sein kann, und vor der Institution Orchester: «Als Rockmusiker hat man immer Angst, wenn man es mit grossen Verbänden zu tun bekommt. Da steckt eine ganz andere Organisation dahinter.» Aber nun sei er überrascht, wie gut alles harmoniere.

Ungewohnt

«Diese Akkorde sind so komponiert. Sie müssen falsch klingen», ermuntert Yanakiev das 70-köpfige Orchester. «Da capo, tutti!» Noch liegt viel Grob- und Feinarbeit vor den Musikern – und genug Zeit, um sich an die «falschen» Töne zu gewöhnen.

Konzert: 28.8., 20.30 Uhr, Bundesplatz Bern. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.05.2010, 08:37 Uhr


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