China: Jetzt kommt Licht ins Dunkel
«Ja, wir sind die Band China!» Gitarrist Claudio gibt diese Antwort nicht zum ersten Mal, zeigt sich aber verständnisvoll: «Wir haben das Projekt vor fast 15 Jahren aufs Eis gelegt. Es ist klar, dass nun alle etwas überrascht sind.» Die Schweizer Rockband wurde im Jahr 1985 von Claudio Matteo mitgegründet. Drei Jahre später erschien das erste Album und kurze Zeit später feierte die Band bereits nationale und internationale Erfolge. Der Song «In the Middle of the Night» war Chinas grösster Hit.
Der rege Sängerwechsel, auf jeder CD der drei ersten Studioalben war ein anderer Sänger zu hören, machte der Band zu schaffen. Deshalb haben sich die Rocker im Jahr 1995 aufgelöst, wie Matteo erklärt. Im Jahr 2000 absolvierte China eine Revisited-Tour, bei der erneut drei Sänger am Start waren, darunter auch der Krokus-Frontmann Marc Storace und der heutige China-Sänger Eric St.Michaels.
Stabilität erwünscht
Als Claudio Matteo von zwei Veranstaltern je ein Angebot für ein China-Konzert erhielt, hat er im Jahr 2007 die zwei Originalmitglieder, Bassist Beat Kofmehl und Sänger Eric St. Michaels angefragt. Beide waren von der Idee begeistert. Nach kurzer Suche kamen Schlagzeuger Billy La Pietra und Gitarrist Mack Schildknecht dazu. «Wir möchten die Formation natürlich so beibehalten, da wir sehr gut zusammen funktionieren», wie der 46-Jährige in die Zukunft schaut. Am 29. Januar erscheint nun das erste Album der neuen Formation. Der Titel «Light up the Dark» und der gleichnamige Song stellen die lange Abwesenheit und das Comeback von China symbolisch dar. «Wir wollen nun Licht ins Dunkle bringen», beschreibt Matteo den Albumtitel. Obwohl die Rocktruppe den Originalnamen beibehält, ist es schwierig, an die Vergangenheit anzuknüpfen: «Wir sind eine neue Band und wollen nicht unbedingt wie in den 80er Jahren klingen, schliesslich sind wir im Jahr 2010». Auf ihrem neuen Werk beweist China, dass sie keine Kopie der Formation ist. Dem satten, melodiösen Rock sind die fünf Musiker zwar treu geblieben. Die Songs wirken allerdings moderner, ausgereifter und beweisen die experimentellen Fähigkeiten der Gruppe. Bei «On my way» hat sich China gar an Country heran gewagt. Aber auch funkige Einflüsse und Balladen finden auf «Light up the Dark» Platz.
Identifikation mit den Songs
Die Texte stammen hauptsächlich aus den Federn von Eric St. Michaels, die Musik von Claudio Matteo und Beat Kofmehl. Im Song «Lonely Rider» lässt sich die Band hinter die Kulisse blicken. Das Stück ist die erste Single und dreht sich um das Musikerleben mit seinen Vor- und Nachteilen. Für die fünf Mitglieder spielt die Identifikation mit den Songs eine wichtige Rolle: «Ein Song ist erst dann gut, wenn alle zufrieden sind.» Eine Band-Politik, welche bestens funktioniert – und wahrscheinlich das Rezept der qualitativ hochstehenden Songs von China ist. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.01.2010, 07:16 Uhr
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