«Changing Lanes»: Country, Sehnsucht und Leidenschaft
Von Jessica King. Aktualisiert am 08.12.2009
Invisible Bridge
Der Frutiger Stefan Imobersteg scheut sich nicht, auf seinem neuen Album mit Ecken und Kanten zu provozieren. So braucht manches Lied einen zweiten oder einen dritten Durchgang, bis man sich wohl fühlt. Andere, wie «Invisible Bridge», betören mit engelshafter Zweitstimme und umhüllen den Hörer mit einem warmen Glücksgefühl. So unterschiedlich die Emotionen, die die Lieder auslösen, so unterschiedlich auch die Songs an sich: Sanfte Akustiklieder wechseln sich ab mit purem Texas-Country und Mundharmonika-Rock. Doch die Mischung machts: Die Abwechslung beweist die grosse Klasse von Stefan Imobersteg. Man kann sich gut vorstellen, wie das musikalische Potpourri in einer Live-Show die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen vermag.
Viele Lieder handeln von der Sehnsucht und fremden Welten und zeugen von seiner weiten musikalischen Reise. So führte sein Weg nach Berlin, wo er in einem besetzten Haus Unterschlupf fand und in den zwielichtigen Musikerkreisen seinen zukünftigen Produzenten fand. Diese Leidenschaft, die Imobersteg nach Berlin führte, fasziniert auch bei der CD «Changing Lanes». Die musikalische Dichte der Lieder hört sich nach einem reifen Künstler an, der gelernt hat, was den Kern seiner Musik ausmacht. Und es hört sich auch nach Whiskey und Zugreisen an, nach Kaminfeuer im Dunklen und nach kleinen gemütlichen Bars. Die dunkle Stimme Imoberstegs lässt augenblicklich Ruhe aufkommen. Gerade richtig zur gestressten Weihnachtszeit.
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.12.2009, 09:19 Uhr
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