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A guati Zyt mit der Schmetterband

Von Pascal Münger. Aktualisiert am 27.01.2010

Neues von der Schweizer Supergruppe: Polos Schmetterband hat ein Album mit May Days Exsänger Martin «Wolff» Wittwer eingespielt. Ob «A guati Zyt» auch beim anspruchsvollen Berner Publikum ankommen wird?

Eine neue Spielwiese: Der Bündner Sänger Martin «Wolff» Wittwer (ganz links) und die Berner Schmetterband mit Thomas Wild, Remo Kessler, Mauro Zompicchiatti, Tinu Diem und HP Brüggemann (von links).

Manu Friederich

«Ich bin mir bewusst, dass man von einem Album, dass die Schmetterband eingespielt hat, immer ein bisschen mehr erwartet», schmunzelt Martin «Wolff» Wittwer. «Da ich aber kein Berner bin, sehe ich das locker.» Der Bündner Sänger, der 2007 seine Band May Day verlassen hat, konnte mit der Kooperation von Polo Hofers legendärer Band einen Coup landen. «Man kannte sich natürlich seit Jahren», erzählt Schmetterband-Drummer Thomas Wild. «In der kleinen Schweiz haben sich die Wege von Polo Hofer und May Day an zahlreichen Festivals gekreuzt.» Es blieb jedoch immer bei kurzen Small Talks. Kamen die einen von der Bühne, wurden die anderen bereits angesagt.

Erst als sich Polo Hofer vor drei Jahren entschied, seine Schmetterband aufzugeben, um sich auf die alten Tage nochmals mit frischen Musikern zu versuchen, kam man richtig ins Gespräch. Wittwer: «Ich schrieb neue Songs und war auf der Suche nach einer passenden Band. Als ich den Musikern der Schmetterband meine Demos vorspielte, waren sie begeistert und wollten etwas auf die Beine stellen.»

Polo schwingt mit

Bei aller Euphorie sind die alten Hasen der Schmetterband aber auch absolute Profis, die sich der hohen Ansprüche der Berner Szene bewusst sind. Kapriolen gibt es auf dem ersten gemeinsamen Album «A guati Zyt» keine. Die Schmetterband tut, was sie jahrelang getan hat: Sie bereitet versiert das Terrain für einen charismatischen Sänger, der so eine Spielwiese für sein kreatives Schaffen bekommt. «Ich hatte zum Beispiel auch einen rockigen Song à la AC/DC geschrieben, der mir sehr gefiel», sagt Martin Wittwer, «die Schmetterband winkte aber sofort ab, da sie ihre Stärken und Schwächen nach einer so langen Zeit mit Polo Hofer genau kennt.»

Obwohl Polo Hofer an diesem Album in keiner Weise beteiligt ist und auch noch keinen Song gehört oder kommentiert hat, scheint er doch immer wie eine gute Seele mitzuschwingen. «Der Name Schmetterband gehört ihm», sagt Thomas Wild, der das Album auch produzierte. «Also habe ich ihn angerufen und gefragt, ob er mit einem solchen Projekt einverstanden wäre. Er sagte sofort Ja. Nun sind wir gespannt, was er zu den Songs meint.» Quasi als Bestätigung für Polos Segen ziert ein Stempel die CD von Wolff und der Schmetterband: «Mit freundlicher Genehmigung von Polo Hofer». Genauso humorvoll, wie der Genehmigungsstempel gemeint ist, klingt auch die Musik. Martin «Wolff» Wittwer hat seine pointierte Alltagspoesie jahrelang mit May Day verfeinert und scheint nun ohne seine ehemaligen Weggefährten frisch und frei. «Wider a Wucha büglet, wider isch en Tag ins Land / eine weniger bis zum Moment, wonni alles numma no in da Egga wirf / z Übergwändli dusch gegas Freizithemd», singt er in breitem Bündnerdeutsch und klingt dabei schon fast so stoisch wie Polo Hofer.

Die Zukunft bleibt offen

Ob es sich bei dem Album «A guati Zyt» um ein einmaliges Projekt handelt oder ob daraus eine feste Konstellation entsteht, das wollen die Musiker vom Erfolg der CD abhängig machen. Wittwer: «Wir sehen das locker. Natürlich hoffen wir, dass wir die Menschen von Graubünden bis Bern begeistern können. Falls das nicht klappt, konnte ich wenigstens meinen Namen als Solokünstler aufbauen und habe eine CD mit der legendären Schmetterband eingespielt.»

Und auch ob Wunder wahr werden und sich die Schmetterband nochmals mit Polo Hofer zusammentut, bleibt für die Zukunft offen. Thomas Wild: «Das ist eine schwierige Frage, die zu diesem Zeitpunkt kaum zu beantworten ist.» Nur so viel verrät der sympathische Schlagzeuger: «Wir sind überhaupt nicht im Streit auseinandergegangen und verstehen uns immer noch ausgezeichnet mit Polo. Alles weitere wird die Zukunft zeigen.»

Auch wenn sich nun ein Bündner die legendäre Berner Band geschnappt hat, bleibt die Kirche also im Dorf. Wolff und die Schmetterband haben eine Chance verdient.

CD: Wolff und die Schmetterband, «A guati Zyt», Phonag.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 27.01.2010, 11:39 Uhr

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