Kultur
Wie Darwin das Bild der Welt veränderte
Ein Reh ohne Melanin. Deswegen ist sein Körper weiss. (Bild: zvg)
Als der britische Naturforscher Charles Darwin (1809–1882) im Jahr 1859 sein Buch «Über den Ursprung der Arten» publizierte, war die 1250 starke Auflage innerhalb von nur gerade 24 Stunden vergriffen. Der Inhalt des Buches löste eine intellektuelle Revolution aus und stellte die bisherigen Erkenntnisse der Wissenschaften über Entstehung und Entwicklung des Lebens auf den Kopf.
Darwin hob das Bild von Gott, der den Menschen und die Tiere erschaffen hatte, aus den Angeln. Um die Vielfalt des Lebens zu erklären, brauche es keinen Gott mehr. Alles Leben sei aus einer Urzelle entstanden und folglich miteinander verwandt, propagierte Charles Darwin. Menschen, Tiere und Pflanzen verändern sich fortlaufend. Der Mensch ist laut Darwin auch nicht mehr als die Krone der Schöpfung anzusehen.
Die Finken auf den Kanaren
Das Ziel der Sonderausstellung «Es war einmal ein Fink» im Naturhistorischen Museum ist es, die wesentlichen Argumente der modernen Evolutionstheorie für interessierte Laien verständlich zu machen. Über 150 Objekte in Schaukästen illustrieren die verschiedenen Teilaspekte der Evolutionstheorie.
Mutationen, Variationen
Gezeigt wird unter anderem, welche Auswirkungen die Zucht innerhalb kürzester Zeit auf Hunde hatte, und warum einige Lebewesen blaue Augen haben. Anhand eines Films wird sodann vorgeführt, wie und warum auf den Kanarischen Inseln verschiedene Finkenarten entstanden sind. Die Ausstellung ist in die Themenbereiche Mutation, Variation und Selektion gegliedert.
Die Ausstellung präsentiert auch die heutige Evolutionstheorie und das, was Darwin zu seiner Zeit noch nicht wissen konnte, etwa die moderne Genetik. Diskutiert wird sowohl über die Entstehung und die Vielfalt des Lebens durch Evolution sowie den Glauben, dass dies alles durch die göttliche Schöpfung geschah.
Forscher und Kreationisten
In einem separaten Raum befinden sich vier Bildschirme. In dieser Videodiskussion kommen sowohl Naturwissenschaftler und Verfechter der Darwinschen Theorie wie auch ihre Gegner, Kreationisten, Zeugen Jehovas und Theologen, zu Wort.
Die Ausstellung im Naturhistorischen Museum wird heute Donnerstag eröffnet, auf den Tag 200 Jahre nach Darwins Geburt. Sie dauert bis zum 31. Oktober 2009. Ein Ausstellungsführer (8 Franken) ist an der Kasse erhältlich. (Berner Zeitung)
Erstellt: 12.02.2009, 08:53 Uhr






