Kultur
Wie deutsch kann Schweizer Boulevard sein?
Von Rico Bandle. Aktualisiert am 20.08.2010 80 Kommentare
Die Chefredaktoren: Ralph Grosse-Bley («Blick», links) und Karsten Witzmann («SonntagsBlick»). (Bild: pd)
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Unter Ringier-Journalisten sind Anekdoten über die Unkenntnis deutscher Kollegen über die Schweiz ein Dauerbrenner. Ein Redaktor soll das Toggenburg für eine Burg gehalten und «die Toggenburg» geschrieben haben, eine jüngere Journalistin soll ganz erstaunt gewesen sein, als sie für eine Reportage nach Sion musste und plötzlich feststellte, dass man dort ja französisch spricht.
Im Hause Ringier ist der Anteil deutscher Journalisten besonders hoch, vor allem in der Chefetage. Heute gab das Medienhaus bekannt, dass der Schweizer Chefredaktor des «SonntagsBlick», Hannes Britschgi, durch den deutschen Karsten Witzmann ersetzt wird. Damit stehen erstmals sowohl der «Blick» als auch der «SonntagsBlick» unter der Führung eines Deutschen. Was heisst das für den Boulevard in der Schweiz, der von sich behauptet, ganz nahe bei den Leuten zu sein?
Der Container wird zur Mülltonne
Der offensichtlichste Unterschied ist die Sprache. Ferien werden zu Urlaub, der Container wird zur Mülltonne, das Trottoir zum Bürgersteig, der Corner zum Eckball. Zwar gibt es im Redaktionsraum an der Dufourstrasse, neudeutsch «Newsroom» genannt, einige Mitarbeiter, die die Artikel überarbeiten und in der Schweiz nicht gebräuchliche Formulierungen durch Helvetismen ersetzen, die Sprache verändert sich dennoch schleichend in Richtung deutsches Deutsch. «Die Schweiz macht mit der Sprache jetzt durch, was Österreich schon vor 20 Jahren wiederfahren ist. Es ist jammerschade», sagt der Kommunikationsberater Klaus J. Stöhlker, selbst gebürtiger Deutscher. Auch bei der Themenwahl ist auffällig, dass der «Blick» politisch nicht mehr dieselbe Schlagkraft hat wie auch schon. Den früheren «SonntagsBlick»-Chefredaktor und heutigen Autor von Bernerzeitung.ch/Newsnet, Philipp Löpfe, erstaunt dies nicht: «Wenn ich plötzlich in München Chefredaktor würde, könnte ich die politischen Ränkespiele auch nicht einordnen.»
Bereits in den 1970er-Jahren hatte Ringier damit begonnen, deutsche Journalisten in die Schweiz zu holen. Für die Schweizer Mitarbeiter wäre dies auch kein Problem gewesen, hätte Verleger Michael Ringier nicht immer wieder angedeutet, dass die Deutschen den Schweizern überlegen seien. Erst kürzlich erklärte Ringier in der Zeitung «Sonntag» wieder, weshalb er so viele deutsche Chefs anstellt: «Weil sie besser sind. Und das ist auch erklärbar: In Deutschland gibt es 20-mal mehr Stellen im Boulevardjournalismus als in der Schweiz. Wir holen die Deutschen nicht, weil wir germanophil wären, sondern weil wir Leute brauchen, die ihr Handwerk erlernen konnten.»
Dabei hat Ringier mit deutschen Chefs bereits mehrmals Schiffbruch erlitten. Während der Borer-Affäre standen Deutsche an der Spitze des «SonntagsBlick», der deutsche Chefredaktor Mathias Nolte musste in der Folge gehen. 2005 ersetzte der «SonntagsBlick» sein Magazin durch die Hochglanzbeilage «Sie & Er». Der Projektleiter und der Chefredaktor waren Deutsche, nach Verlusten in Millionenhöhe musste nach zwei Jahren die Notbremse gezogen werden. Trotz des Misserfolgs erhielt Projektleiter Heiko Gebhardt 2007 den internen Ringier Journalistenpreis zugesprochen.
Verlorenes Knowhow
Gibt es in der Schweiz tatsächlich zu wenige Boulevardjournalisten? Ringier verfügt über eine eigene Journalistenschule, die durchaus erfolgreich agiert. Philipp Löpfe, einst Chefredaktor von «SonntagsBlick» und «Tages-Anzeiger» ist ein Absolvent oder auch Christian Dorer, Chefredaktor der «Aargauer Zeitung». Dass Ringier trotzdem Mühe hat, gute Leute zu finden, sei kein Zufall, meint Klaus J. Stöhlker, der auch schon an der Ringier Journalistenschule doziert hat: «Dort wurde ein Wohlfühljournalismus gelehrt, der nicht unbedingt kompatibel ist mit dem harten Boulevard.» Auch räche sich, dass der «Blick» in den letzten 20 Jahren einen im Vergleich zum Ausland sanften Boulevard gefahren sei. «Jetzt fehlt schlicht das Knowhow».
Ganz anders sieht dies Sylvia Egli von Matt, Direktorin des Schweizer Medienausbildungszentrums (MAZ): «Wir haben viele sehr fähige und willige Leute, die bei uns Ausbildungen für Führungskräfte besuchen. Ich sehe nicht ein, weshalb die nicht auch Boulevard machen können.» Und weshalb holt Ringier trotzdem die leitenden Journalisten im Ausland? «Die haben offensichtlich andere Selektionskritierien.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.08.2010, 15:38 Uhr
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80 Kommentare
BRAVO @Urs Holzapfel: «...wenn einige hier ihren krankhaften deutschenhass nicht zügeln können,ist das deren (trauriges) problem.». ...und die soooo superneutrale CH-Presse schürt diesen krankhaft-schozphrenen, dümmlichen Hass noch auf's kräftigste. Wie armselig und peinlich für die CH ! Merken die Leute hier in diesen Anti-DE-Foren eigentlich gar nichts? Antworten
Auch wenn der CH-D Dialekt noch so verniedlicht (Hansli,Weggli,Träumli,etc.) u. die Puppenstube vom Heidiländli propagiert wird, macht's das immer schlechter werdende Image der CH nicht besser. CH war gestern u. zwar nur für die Einheimischen. Europa u. die Welt sind die Zukunft. Was soll also das Gekeife gegen die Deutsche Hochsprache? Die CH hat nun mal eben keine eigene Sprache, bzw. nur Idiome Antworten
Diese Beobachtungen lassen sich auf den Tag ausdehnen. Titel: Wie deutsch kann der Tagi sein? Ständig lese ich im Tagi Ausdrücke wie Klo, Po, Gehsteig, Schnuller etc.etc. statt die guten alten schweizer Ausdrücke. Ärgerlich! Bitte lieber Tagi, mehr Sprachpflege und -Bewusstsein! Antworten
In hundert Jahren wird es leider weder das Schweizer Deutsch noch das Deutsche Deutsch mehr geben, da die Sprachen heute immer mehr verwässern. In vielen Vorstadt-Ghettos in Deutschland spricht man nur noch dürkisch. "hey aldder dicka , was geht". Und in 200 Jahren sprechen wir dann nur noch Englisch oder Chinesisch ;-) Antworten
hier liest man ja einige Kommentare die wie Bewerbungsschreiben für die Blickredaktion daherkommen.Dass sich über ein Verschwinden von"Helvetismen" beschwert wird verstehe ich sogar-dass diese Foren immer wieder zur Generalabrechnung mit den"nördlichen Nachbarn" benutzt werden ist schon übel.Diese Erfahrung+das Gefühl des "nicht Willkommenseins" wünsche ich jedenfalls keinem Schweizer im Ausland. Antworten
Der Blick liegt eh nicht auf meiner Wellenlänge. Ausserdem bevorzuge ich tatsächlich lieber "Schweizer-Zeitungen" die den Puls zum Volk (noch) haben. Da könnte ich gerade Bild statt Blick kaufen. Hans was Heiri. Wozu also noch den Blick? Sparen wir besser eine Menge Papier! Antworten
@m.waeber:wenn frank a. meyer ein freund deutschlands ist,finde ich das sehr sympathisch,schliesslich ist die deutschschweiz mit dtld. so "verwandt" wie die romandie mit frkr. oder d. tessin mit italien.die deutschweizer wurden nicht vor ein paar hundert jahren aus dem all in die schweiz gebeamt.wenn einige hier ihren krankhaften deutschenhass nicht zügeln können,ist das deren (trauriges) problem. Antworten
Sorry, ich bin zwar auch nicht begeistert von den vielen Deutschen, aber ich hoffe doch, dass sich die Rechtschreibung und stilistische Darstellung in den Blick-Artikeln dadurch verbessert. Dies ist nämlich oft peinlich zu lesen und schmerzt meine Augen... Antworten
Also wenn in einer Zeitung über die Personalpolitik eines anderen Verlages geschrieben wird und hervor geht, dass ein ehemaliger Chefredaktor des beschriebenen Verlages nun bei der beschreibenden Zeitung arbeitet, ist für mich schon alles klar. Dass so ein Artikel natürlich bei manchem schweizer Leser entsprechende Resentiments hervorruft wundert mich auch nicht. Ich sage nur dies: "Sprache lebt!" Antworten
Weshalb diese Aufregung? Wir Schweizer/innen haben es doch in der Hand - Abstimmen mit dem Portemonnaie heisst das. Es muss nun ja wirklich niemand diesen journalistischen Schrott von Ringier kaufen. Für die demokratische Meinungsbildung braucht es weder "Blick" noch "SonntagsBlick" und der Sportteil in der NZZ ist besser. Und wer gerne einfachen Journalismus hat, liest "20minuten". Antworten
@Sacha Huiltebrand. Das sind sehr wohl Helvetismen die sich eingebürgert haben weil die Deutschschweiz nun mal sehr nahe an der Romandie lebt. Gerade das macht ja einige der Spezialitäten der in der Schweiz übglichen Deutschen Sparche aus. Das der Hauspublizist Frank A. Meyer ein Liebhaber Deutschlands ist, dürfte die Wahl des Chefredaktors wohl nicht unwesentlich beeinflussen. Antworten
Dass der Blick seine Leserschaft nicht versteht, hat etwa damals seine Kampagne gegen das Asyl- und das Ausländergesetz gezeigt. Mit den Deutschen geht das letzte bisschen CH-Politikkompetenz auch noch verloren (nur noch Frank A. Meier ist gar ein wenig dünn), was aber ein wichtiger Teil des Boulvards wäre - Prognose: Die Leserschaft wird weiter zurückgehen. Antworten
Kommentar eines Deutschen; Keine Panik. Schweizerdeutsch ist letztendlich allemannisch und deswegen zu Badenern und Schwaben weitgehend kompatibel. Welche selbst aber seit Generationen "Hochdeutsch" als Zweitsprache beherrschen, um sich mit Bayern, Preussen und in juengerer Zeit den diversen ostdeutschen Volksgruppen verstaendigen zu koennen.... So wie Latein im Mittelalter oder Englisch heute. Antworten
@Hitz: Sie haben recht, jedesmal wenn man nicht offen für Neues ist und nicht der Massenkultur (Mainstream) entspricht, wird man als rückständig, hinterwäldlerisch wenn nicht sogar als Rassist abgetan. P.S. Er nennt sich Rehman und nicht Rehmann. ;-) Antworten
@hugliger/urwyler:kleine anmerkung:doch,es heisst sonnICH,wenn das "g" von "sonnig" der letzte buchstabe ist.aber es heisst "sonnIG",wenn noch ein buchstabe folgt ("sonnIGes wetter").ganz einfach.@th.hugliger:es ist überall im dt.sprachraum so,in süddt. und norddeutschland und in österreich.ein tribut an die neue welt,den keiner aufhält.ist nun mal so. Antworten
Schon komisch, dass man immer meint, Deutsche seien besser - sie können gar nicht besser sein, weil sie die hiesigen verhältnisse nicht kennen. Für eine Schweizer Tageszeitung ist es eben wichtig, dass man die hiesigen Verhältnisse kennt. Genau dasselbe gilt für viele andere Bereiche. Aber gut...wer - ganz ernsthaft - liest schon den Blick. Ist mir immer wieder ein Rätsel. Antworten
Jawoll; wenn ich den Blick hin & wieder im Ausland lese (weil es kein Tagi gibt & die NZZ schon ausverkauft ist) dann hab ich schon oft gedacht, warum über irgendwelche B-Promis aus Hinterpommern geschrieben wird. Wen interessiert das in der Schweiz? Höchstens unsere deutschen Zuwanderer.... aber die können ja BILD lesen! Antworten
@Silvan Rehmann: Deutschland hat kein Monopol, was die deutsche Sprache anbelangt. Das schweizerische und das österreichische Deutsch sind ebenso korrekt wie das in Deutschland gesprochene. Mit Provinzialität, Rückständigkeit oder Folklorismus hat dies überhaupt nichts zu tun. Im übrigen: Wenn Ihnen das hiesige Idiom nicht behagt, steht es Ihnen ja frei, nach Deutschland auszuwandern. Antworten
@Jaggi das ist kein BagaTELLeili. Die Bolvardzeitungen sind die Identifikationsblätter schlechthin. Die Germanisierung an sensiblen Posten (amtliche Sprecher, Zeitungen, TV-Kommentatoren) schürt die Urängste der Schweizer gegenüber Deutschland. Und das ist schlecht für den inneren Frieden (deutsche Gastarbeiter). Lasst die Schweiz da Schweiz sein, wo sie Schweiz sein MUSS. Antworten
@Schulthess Wegen der CH-G-Aussprache bitte nicht erregen. Bei Zürich wurde aus dem alemannisch-germanischen „TuriG“ nun „ZüriCH“. Die Entwicklung G zu CH wurde im Süden mit angestoßen. Und ob der neuschweizerische Herr Stölker mit seinem „Schweizerdütsch“ nicht eher zur sprachlichen Heiterkeit beiträgt, möchte man in diesem Forum nur als ein sicherlich interessantes Diskussionsthema denken. Antworten
Diese Änderung durch Germanismus wird wohl einen Einfluss haben auf den Gebrauch des Wörterbuchs, leider aber nicht auf den Gebrauch, resp. die Anwendung, der echten "Berichterstatter-Ethik", welche bei diesem Blatt, schlicht gesagt, mit Füssen getreten wird. Im Gegenteil, wir werden noch mehr (falsche) Sensationsschlagzeilen bekommen. Es lebe der Kampf um die Auflagen (rücklaufend bei Blick) Antworten
Komisch - man regt sich über die Germanisierung des Boulevard Journalismus auf, schreibt aber alle Artikel in Hochdeutsch - auch die Kommentare ;-) ... anstatt die verwendeten Worte zu kritisieren, sollte man lieber einmal den zum Teil niveaulosen Inhalt der Boulevard Blätter in Frage stellen ... Antworten
Das ist skandalös und absolut nicht akzeptabel. Die Schweiz hat eine ganz spezifische deutsche Hochsprache. Wenn ich mein Gipfeli auf dem Weg zur Buez nur schwer essen kann, weil ich den Passanten mit meinem Trottinet kaum ausweichen kann, kommt mir in den Sinn, dass ich doch besser das Morgenessen im Tram genommen hätte. Solche Sätze macht kein Deutscher und das muss gepflegt werden. Antworten
Manche Kommentatoren entblöden sich tatsächlich, Begriffe wie "gluschtig" oder das urschweizerische "goal" (!?!) zu verteidigen... Hallo - wie lange wollen wir noch unsere Provinzialität kultivieren? Muss das sogar beim Boulevard-Journalismus sein? Es ist genau dieser Aufschrei bei jeder Veränderung, der so folkloristisch und rückständig wirkt... Antworten
Ist mir völlig unverständlich, wie hier Germanismen verdammt werden, andererseits die zahllosen unsäglichen Anglizismen geradezu als selbstverständlich hingenommen werden. Die Muttersprache von uns Deutsch-Schweizern ist nun mal deutsch. Und ein "Trottoir" oder ein "Penalty" hat in unserer Sprache eigentlich nichts verloren. Im Übrigen ist die Diskussion hier -einmal mehr- deutschfeindlich. Antworten
Da gibt es auch bei der Migros und bei Coop einiges an Ausdrücken aus Deutschland, die mich schon lange aufregen...naschen anstatt schlecken oder Keks anstatt Gutzi oder Biscuit. Heimat ist unter anderem, wo man meine Sprache spricht, würde ich meinen.... Antworten
Nein, dieser Artikel schürt die Deutschenfeindlichkeit nicht. Sie sind herzlich willkommen. Es ist aber dann ärgerlich, wenn das Helvetische langsam verschwindet, ohne dass man sich diesem bewusst ist. Junge von heute verstehen gewisse "standard" Schweizerdeutsche Ausdrücke schon heute nicht mehr. Antworten
Wer sich Boulevard antut und tatsächlich für "Ringier" Geld ausgibt, ist ohnehin selber Schuld. Der darf dann auch "Tooor" rufen; darauf kommt es nicht mehr an. Viel bedenklicher ist die rücksichtslose Stimmungsmache, egal ob verlogen oder wahr, der sich des Geldes wegen der deutsche Boulevard bedient. Kein Wunder, ist der Herr Ringier begeistert. Solche Charaktermängel spielen ihm viel Geld ein. Antworten
Die Germanisierung der Schweiz darf so nicht weiter hingenommen werden. Wenn Deutsche an den Hebeln der Presse-Macht in unserem Land sitzen, dann ist das eine sehr bedenkliche Entwicklung. Wir werden wohl in Zukunft auf so treffende Fragen wie "Wieviele Deutsche verträgt die Schweiz" im Blick verzichten müssen, auch wenn genau diese Problematik die Schweizer immer stärker beschäftigen wird. Antworten
Ach Schweizerdeutsch als Sprache??' So ein Blödsinn, es würde kein Schweizerdeutsch geben, weil ja jetzt schon das Züridütsch die anderen Dialekte verdrängt, so wird das niederalemannische Baaseldytsch immer mehr von den hochalemannischen Dialekten verdrängt; soviel zum Schweizerdeutsch. Beim Letzeburgischen wird nur gesprochen und nicht gedruckt, wird auch nicht in der Schule benutzt Antworten
Unsere Sprache ist nicht durch Anglizismen bedroht sondern in erster Linie durch Germanismen. Es fällt auch auf, dass Schweizer Moderatoren/innen zunehmend Namen/Ortsnamen auch bei Dialektmoderationen hochdeutsch aussprechen (Biedermann statt Biedermaa", "Weinmann statt Wiime"), Man hört "in Züri" anstatt "z'Züri", "jugendlich" statt "jugedlich" und bei SF wird der Helikopter zum Hubschrauber. Antworten
Blick ist sehr schlimm. Migros Magazin und Beobachter nicht besser, Ja, der Tagi hat auch so Anfaelle von Euro-Deutsch: wie Jungen (statt Knaben) oder Maedel. Brechreize verursachen auch Zuericher Bahnhofstrasse oder Baseler Fasenacht. Dies sind freche Zumutungen von einer stillen Unterwanderung. Ist dies noetig um den zahlreichen Fremdarbeitern aus dem Norden Heimatgefuehle zu vermitteln? Antworten
In der Schweiz hats 2 Schwerpunkte wo die Journalisten noch Arbeit haben. Dufourstrasse und Silquai in Zuerich. Gut so, alles ist in diesen beiden Verlagen. Einheitsbrei. Nicht zu vergessen: Die meisten Journalisten bei Tamedia waren vorher beim Ringier, oder umgekehrt. Da kann Bild News nicht schaden.....auch Tamedia profitiert davon, wenn Ringier Journalisten zum Tagi wechslen............... Antworten
".das Trottoir (wird) zum Bürgersteig!" Oh je, wenn das so weiter geht, ist wohl bald eine intensive politische Auseinandersetzung mit der Frage fällig, ob Nicht-Schweizerbürger den Bürgersteig benützen dürfen. Und das am Computer manipulierte Bild eines entsprechenden Verbotssignals wird die Verkaufszahlen von Blick und anderen boulevardisierten Postillen der Schweiz in himmlische Höhen treiben! Antworten
Der deutsche Stil ist nicht nur am unterschiedlichen deutsch zu erkennen, sondern in erster Linie am Mentalitätsunterschied zwischen Deutschen und Schweizern. Dies drückt sich vorallem in der Berichterstattung aus, das sich in Deutschland mehr in Richtung "so und nicht anders ist es" und "eine andere Meinung ist nicht gefragt" bewegt. Auf Dauer in der Schweiz erfolgreich nicht durchsetzbar! Antworten
Was zetern u. keifen denn jetzt wieder hier die CH-Träumer? Wenn sie eben nicht mal öden Boulevard können muss halt ein DE ran. Deutsch kann sowieso kein CH richtig u. CH-Deutsch interessiert niemand auf diesem Globus. Da will die CH immer so international sein. Lächerlich, hinterwäldlerisch u. armselig ist das! Antworten
Wir Schweizer sind eben einfach etwas beschränkt. Hätten wir das Schweizerdeutsche schon vor Jahren zur offiziellen Landessprache gemacht, müssten sich auch die Deutschen etwas mehr anstrengen, um sich bei uns etablieren und profilieren zu können - wir machen es ihnen einfach viel zu einfach. Wer aber nicht Deutsch als seine Muttersprache hat, hat es hier wohl zu schwer. Antworten
Es wird scheinbar nötig werden die Schweizer-Deutsche Sprache zu schützen und als eigene Sprache (wie das Luxemburgische) zu etablieren und festzulegen. es gibt ja im Romanischen auch diverse Dialekte die in einem Wörterbuch zusammengeführt sind. Warum sollte das fürs Schweizerdeutsche nicht auch gehen? Oder die dt. Journalisten MÜSSEN sich an die schweizer-deutschen Begriffe gewöhnen und benutzen Antworten
Warum wird sich mal wieder über zuviel "Teutonismus" aufgeregt? Habt Ihr immer noch das Bild des "bösen und arroganten Schwoob" im Kopf wie vor 60 Jahren? Warum regt Ihr Euch nicht mal zur Abwechslung auf über die Basler Pharma-Industrie, die von Leuten angelsächsischer Herkunft stark unterwandert ist? Antworten
Jedes Land verdient seine Zeitungen die auch gekauft werden. Deutschland Bild, die Schweiz den Blick. Der Blick/Sonntagsblick hat schon heute die meisten Presseratsurteile betr. Verletzunger der Privatsphaere etc. Wie sieht es mit diesen Deutschen Chefs in Zukunft aus.? Bortschafter Borer Fall laesst gruessen.... Antworten
Vielleicht dämmert's bald auch dem oberen Mittelstand in der Schweiz. Dank der PFZ sind nicht mehr nur die Jobs der Servicefachangestellten, Reinigungskräften und Bauarbeiter ausländisch besetzt, sondern auch die von Chefredaktoren. Zum richtigen Boulevard: Peter Uebersax hat vor 20 Jahren - einer Ära vor Gratiszeitung und Internet - gezeigt, wie's geht. Antworten
Ringier Journalisten koennen nur Schweizer Deutsch. Man kann sie nicht nach Genf delegieren. Es gibt nur wenige Deutsch Schweizer Journalisten die auch die franz. Sprache beherrschen. Also ab nach Deutschland. Ein anderer Grund wurde nicht erwaehnt: Ringier wird in hoechsten 4 Jahren, vom Springer Verlag in Berlin uebernommen. Gut, dass man da schon die richtigen Leute am Ruder hat. Antworten
Dies ist nicht nur im Boulevard so. Die SDA, von der ja viele ungelesen abschreiben, braucht schon seit längerem "deutsches Deutsch". Gleiches bei SF und Radio DRS; da wird aus dem Helvetischen zwanZIG das bühnendeutsche zwanZICH, oder aus sonnIG = sonnICH. Achten Sie sich mal in den DRS Nachrichten, in der Tagesschau und in 10vor10. K. Stauber meint wohl, sie moderiere in der ARD oder im ZDF ...! Antworten
Blick habe in den letzten 20 Jahren "im Vergleich zum Ausland einen sanften Boulevard gefahren". Man könnte es auch unverblümter ausdrücken: Blick war im Vergleich zur Bild-Zeitung für Ringiers Geschmack offenbar zu wenig primitiv. Und das sollen nun deutsche Kader korrigieren... Antworten
Ringier hatte mal einen Schweizer Top-Boulevard-Profi im besten Sinne, P. Übersax, der auch sehr erfolgreich das Blatt führte. Ringier war dann aber der Auffassung, er sei zu direkt und zu hart, eben echter Boulevard, der mitunter auch politisch unkorrekt ist (das ist ja das Boulevard-Prinzip). Mit dem sog. Boulevard-Light kann man keinen Erfolg haben im jetzigen Umfeld (mit 20Min. etc.). Antworten
Dieser Artikel spricht eine längst beobachtbare Entwicklung an - auch bei tagesanzeiger (?). Auf jeden Fall: Wenn Deutsche uns die Themen setzen, dann sehe ich darin gar kein Problem. Ich meinerseits mische mich als Ausgleich in die Deutsche Aussenpolitik ein. Antworten
Wahrscheinlich sind Schweizer Journalistenschüler tatsächlich und glücklicherweise zu "weich". Auf eine Zeile wie "Der Weisse schickt die schwarzen Teufel zur Hölle" kämen sie jedenfalls nicht. Auch nicht, wenn es um einen 100-Meter-Lauf geht, den ein (weisser) Franzose vor zwei anderen (dunkelhäutigen) Europäern gewinnt. (Blick vom 29.6. über den EM-Final). Handwerk? Wohl eher fehlender Anstand. Antworten
Das fällt mir auch in der Deutschschweizer-TV-Werbung auf: mit dem Käse kann man nicht mehr äs gluschtigs Rezept herstellen, sondern ein läckeres. Logisch eigentlich, immer mehr deutsche Mitbürger verstehen die typisch deutschweizerischen Ausdrücke nicht mehr. Globalisierung im Kleinen, schade. Antworten





Max Sutter
Es sind nicht einmal so sehr die fehlenden Helvetismen, welche einem Sorge bereiten müssen. Es ist die inhaltliche Ausrichtung, welche mehr und mehr von der fundamental-konservativen Bild-Zeitung übernommen wird. Teilweise werden ganze Artikel - auch zu kritischen Themen - von der Springer-Presse Tags darauf im Blick übernommen. Bin gespannt, wie lange es FA Meyer und Werner Vontobel noch machen. Antworten