Radio-Kritik: «Bundesrat ist ein Scheissjob»
Von Rico Bandle. Aktualisiert am 01.03.2010 28 Kommentare
Will Blochers «seltsame» Musik nicht auf dem Sender: Roger Schawinski. (Bild: Keystone)
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Über die kranke Elite:
Über den Bundesrat als «Scheissjob»:
Politisch stehen sie nicht auf derselben Seite. Und dennoch haben Christoph Blocher und Roger Schawinski vieles gemeinsam: Beide sind hervorragende Redner, beide haben in ihrem Leben bereits so viel erreicht, dass sie sich zur Ruhe setzten könnten. Beide sind aber getrieben, kämpfen unaufhaltsam für ihre Sache, beziehungsweise gegen alle, die das anders sehen: Schawinski gegen die Medienregulatoren in Bern und Blocher gegen jene, «die nicht für die Schweiz einstehen». Die Eliten seien krank, so die Meinung Blochers.
Und weil Schawinski genau weiss, dass Blocher immer nach oben strebt - und streben wird –, forderte er gestern Christoph Blocher zu einer Wette heraus. Blocher bestritt, nochmals für den Bundesrat kandidieren zu wollen, Schawinski glaubte ihm nicht und wettete mit ihm um eine gute Flasche Wein, dass er nochmals antreten werde. Blocher ging darauf ein, eher widerwillig, wie man zu spüren glaubte.
Einen anderen Seitenhieb liess Blocher unkommentiert. Üblicherweise darf in Schawinskis Sendung «Doppelpunkt» der Gast die Musik bestimmen, diesmal war das anders. «Die Musik hat er nicht ausgewählt, wir waren da ein bisschen vorsichtig, letztmals als er hier war, lief sehr Seltsames in unserem Radio.» Ein Blick ins Archiv zeigt: Blocher wählte letztes Mal vor allem klassische Chormusik aus. Weshalb klassische Musik auf einem selbst deklarierten «Sender für Erwachsene» seltsam sein soll, bleibt das Geheimnis des Roger Schawinski.
«Das ist ja gar nicht so schlimm»
Vielleicht sind es gerade solche Sticheleien, die nötig sind, um einem Christoph Blocher etwas Überraschendes zu entlocken. So gab Blocher zu, dass ihm der Auftritt des SVP-Bundesrats Ueli Maurer an der Olympiade missfiel («Das hätte ich sicher nicht gemacht»), dass er eine Erhöhung des Rentenalters im Angesicht der immer älter werdenden Bevölkerung als unumgänglich betrachtet und dass Bundesrat sein ein «Scheissjob» sei, schliesslich seien die Probleme gross, ebenso die Widerstände.
Zur Deutschenhetze der SVP meinte Blocher, das ursprüngliche Inserat sei «gar nicht so schlimm» gewesen, die andern hätten das Thema in der Folge aufgebauscht. Dass die Schweiz zu wenige Fachkräfte habe, liege daran, dass Ingenieur oder Chemiker für viele Schweizer ein zu mühsamer Beruf sei, stattdessen würden leichte Studien wie Soziologie oder Geisteswissenschaften bevorzugt – und diese Leute könne man dann nicht gebrauchen. Blocher, der selbst viele Deutsche angestellt hat, stichelte am Schluss gar gegen all jene, die sich plötzlich über die vielen Deutschen aufregen: Als Schweizer Arbeiter wegen Einwanderern aus Jugoslawien und anderen Ländern Angst um ihre Arbeitsplätze hatten, hätten Ärzte und Unileute die Vorbehalte der SVP als fremdenfeindlich abgetan. Jetzt, wo diese selbst wegen den Deutschen Angst hätten, «kommen sie zu uns und sagen, wir sollten etwas machen». (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 01.03.2010, 15:05 Uhr
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28 Kommentare
@Häner. So, so. Um Dozent für Medizingeschichte werden zu können, braucht man neuerdings ein Soziologiestudium. Das ist ja wohl der Gipfel der Ignoranz. Und es schleckt keine Geiss weg, dass es kaum noch schweizer Bürger gibt, welche Chemie, Physik oder Ingenieurwissenschaften studieren. Antworten
Finde ich spannend. Jetzt werden Kleinklassen aufgehoben und lernschwache und aufffällige Kinder in der Regelklasse integeriert. Gleichzeitig will man im Bildungsbereich sparen, also wird vermutlich so das Niveau nicht gehoben (In der Volksschule). Gleichzeitig wird laut einem Tagi-Bericht die Maturitätquote auf 20% extra tief gehalten und am Schluss sind wir zu bequem ? Ich kann da nicht folgen ! Antworten
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