Für Muschg sind Missbrauchsvorwürfe «monumentale Heuchelei»
Aktualisiert am 17.03.2010 122 Kommentare
Gerold Becker in den 70er-Jahren während des Unterrichts.
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«Ich habe keinen vernünftigen Zweifel daran, dass Missbrauch das letzte Wort ist, das zu seiner Praxis als Lehrer passt», so Muschg in einem Beitrag für den «Tagesspiegel». Nähe sei «ein Lebensmittel, kein Missbrauch». Wenn Becker damit Schülern nahegetreten sein sollte, dann könne er sich «keinen strengeren Richter denken als ihn», schreibt Muschg weiter.
Becker werde für eine Botschaft hingerichtet, die jahrzehntelang als befreiend gefeiert worden sei. «Das ist, angesichts der Realitäten, eine monumentale Heuchelei.» Jugendschutz sei heute so etwas wie «das Kerngeschäft der Korrektheit geworden» in einer Gesellschaft, «die darüber erschrocken ist, dass sie Sex ohne Grenzen zur Vermarktung freigegeben hat».
Platons pädagogischer Eros
Muschg verteidigt in seinem Beitrag auch den Ansatz der Reformpädagogik grundsätzlich. «Sie hat versucht - ganz anders als die klerikalen Fälle von Missbrauch -, keine doppelte Moral zu rechtfertigen, weil sie diese als Hindernis zu einer offenen Gesellschaft betrachtet, die mit ungelösten Fragen umgehen kann.» Und: «Die Grundlegung des ‹pädagogischen Eros› findet sich in den Schriften Platons, die vom Körperlichen der Lehrer-Schüler-Beziehung durchaus nicht absehen.»
Becker war jahrelang Leiter der Odenwaldschule in Heppenheim. Ihm wird vorgeworfen, Schüler sexuell missbraucht zu haben.
(rb/sda)
Erstellt: 17.03.2010, 13:44 Uhr
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122 Kommentare
War Herr Muschg schon immer so ungenau? Was für ein verstiegener Rückhaltloser. Seine Zeit ist vorbei, in der Leser mit ihren Fragen nach allem gegriffen hatten in der Hoffnung, für sich etwas Erhellendes zu finden. Ich dachte, es gibt ihn gar nicht mehr. - Und heute sind wir der Sicht näher gekommen: Das Ganze ist mehr als die Summe der einzelnen Teile. - Im Negativen wie im Positiven. Antworten
Es gibt tatsächlich nur schwarz und weiss, Herr Muschg, und Ihr ganzes kulturelles Schönreden ändert nichts daran: die Unversehrtheit des Kindes muss bewahrt werden, alles andere ist Gewalt und ist verabscheuungswürdig. Grenzen setzt dabei das Kind, der Erwachsene muss sie respektieren. Antworten
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