«Das ist keine sexistische Karikatur»
Interview: Michèle Binswanger. Aktualisiert am 10.05.2011 363 Kommentare
Zur Person
Sylvianne Jordan, 37, ist Mitglied im Frauenkomitee der welschen SVP und kandidiert 2011 für den Nationalrat. Sie ist Mutter und arbeitet Teilzeit als Sekretärin in einem Anwaltsbüro. Das Interview mit Jordan wurde schriftlich geführt.
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Was haben Sie gedacht, als Sie dieses Wahlplakat gesehen haben ?
Besagtes Wahlplakat wurde vergangenen Donnerstag anlässlich unserer Generalversammlung in Savièse präsentiert. Es handelt sich hier um eine Karikatur, mit der die SVP sich über die CVP lustig macht. Ich persönlich musste herzlich lachen, und sie stiess beim Publikum auf grossen Anklang – sowohl bei Männern wie bei Frauen.
Der Stier bespringt die Kuh in einem Akt der Unterwerfung – empfinden die SVP-Frauen das nicht als Affront?
Es handelt sich dabei nicht um eine Vergewaltigung, das hätte unser Komitee nicht gutgeheissen. Unsere Partei hat immer gegen Gewalt an Frauen gekämpft. Das zeigt beispielsweise unsere Initiative gegen die Verjährung pädophiler Straftaten, die auch Oskar Freysinger stark unterstützt hat.
Was will das Plakat denn aussagen?
Dass unsere Schweiz, hier repräsentiert durch den Urner Stier, bereit ist, gegen eine CVP zu kämpfen und sie zu besiegen, die sich immer mehr der EU annähert. Die EU wird durch die Sterne auf dem Kopf der Kuh symbolisiert.
Wirkt ein solch sexistisches Plakat für eine staatstragende Partei nicht etwas gar primitiv ?
Eine solche Karikatur muss man nicht so wichtig nehmen. Unsere Kampagne baut auf das Thema Sicherheit und auf den Nicht-Beitritt zur EU. Die CVP bildet im Wallis eine Mehrheit, wir müssen deshalb ihre Ideen nicht nur über Debatten bekämpfen, sondern eben auch mit Mitteln wie einer solchen Karikatur, die Aufmerksamkeit erregt. Dies ist ein Markenzeichen der SVP Schweiz, und dieses Interview ist der beste Beweis, dass es funktioniert.
Haben die SVP-Frauen über diese Karikatur diskutiert?
Aber ganz sicher nicht. Für uns hat die Karikatur keinerlei sexuelle Konnotationen. Es ist eine politische Karikatur, die sich über unsere Gegner lustig macht. Es gibt keinen Grund, dagegen vorzugehen.
Die SVP steht für ein eher patriarchales Familienmodell. Könnte man aus dieser Karikatur nicht auch herauslesen, dass die SVP Vergewaltigung unter den entsprechenden Umständen akzeptabel findet?
Diese Frage finde ich seltsam. Sie interpretieren die ganze Sache falsch, und Sie behaupten Falsches. Sie glauben, dass wir, die SVP, welche die Familie verteidigt, die Sicherheit, die Frauen – dass wir Vergewaltigung gutheissen? Das ist absurd.
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.05.2011, 14:30 Uhr
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363 Kommentare
Immer wenn ich denke es geht nicht mehr niveauloser, reisserischer, rassistischer und blöder, dann kommt die $VP erstaunlicherweise doch noch mit einem neuen Negativ-Beispiel. Bei diesen Kampagnen - Schafe, Ivan S., Stier, usw. - wird mir einfach nur noch schlecht und nicht weil ich persönlich betroffen bin, sondern weil ich mich einfach nur abgrundtief schämen muss für dieses Land, diese Menschen Antworten
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