Aus der Grosstadt in die Savanne

Die Berliner Fernsehjournalistin Gesa Neitzel kündigte ihren Job und liess sich in Afrika zur Rangerin ausbilden. Ihre Notizen sind sachlich, wild und manchmal atemberaubend.

Hat ihre Zelte in Berlin abgebrochen: Gesa Neitzel als Rangerin in Afrika.

Hat ihre Zelte in Berlin abgebrochen: Gesa Neitzel als Rangerin in Afrika. Bild: zvg

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Nein, man kann sich nicht unbedingt auf seinen Instinkt verlassen, diesmal nicht. «Frühstück mit Elefanten» sind keine schlecht geschriebenen Memoiren einer gelangweilten Grossstadttusse, wie man annehmen könnte. Sondern eine bewegende Reise nach Afrika, in die Zelte und Hütten von Rangern und Spurensuchern.

Gesa Neitzel musste sich oft auf ihre In­stinkte verlassen: Die heute 29-Jährige aus Berlin hat sich die Ausbildung zur Safari-Rangerin zum Ziel gesetzt, der Erfahrungsbericht mit dem Untertitel «Als Rangerin in Afrika» berichtet von diesem Abenteuer. Für die Städterin bedeutete das zwölf Monate in einfachen Zeltlagern, erst in Botswana, dann in Namibia. Ohne Internet natürlich, ohne Badezimmer, ohne Türen – dafür mit Zebras, Ameisenbären und Skorpionen. Die Ausbildungsinhalte bestanden aus Fährtenlesen, Überlebenstraining, Schiessübungen.

Von gereizten Elefanten und Spuren im Sand

Gesa Neitzel ist eigentlich eine Fernsehjournalistin, die gerne reist. In Berlin verspürte sie «ein Stechen in der Brust», sie nannte es Fernweh und Sehnsucht nach etwas, das sie nicht kannte. Ihre Aufzeichnungen über das Ausbildungsjahr sind sec und doch gefühlvoll, ohne aber je rührselig zu werden. Sie beschreibt brenzlige Situationen ruhig und genau (auch wenn sie gerade im Gebüsch kauert): «In ihrer Frustration stossen Elefantenbullen schon mal ganze Bäume um und können durchaus gereizt reagieren – auf eine Gruppe von Menschen, die sich im Gebüsch versteckt.» Und die schönen Momente ebenso, zum Beispiel, als sie zum ersten Mal Löwen beobachten kann oder eine Tierspur im Sand erkennt.

Es ist, als ob man eine dieser atem­beraubenden TV-Tierdokus schriftlich vor sich hätte. Afrika mit seinen Menschen, Farben, Gerüchen und all den wilden Tieren – «Jenseits von Afrika» ohne jeglichen Kitsch.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 14.12.2016, 13:14 Uhr

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