Die späte Rache des Martin Suter
Von Philippe Zweifel. Aktualisiert am 18.02.2010 16 Kommentare
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In «Der Koch» geizt Autor und Kolumnist Martin Suter nicht mit Anekdoten über korrupte, geldgierige und sexbesessene Manager. Dass es sich dabei um das Zürcher Wirtschaftsmilieu handelt, wird zwar nicht konkret erwähnt. Die Beschreibung der Stadt und ihrer Bewohner ist aber Hinweis genug.
Ähnlich verhält es sich mit der «aus dem Salzburgischen stammenden Klatschkolumnistin», die auf Seite 234 auftaucht. Damit ist zweifelsohne die real existierende Kolumnistin Hildegard Schwaninger gemeint - beziehungsweise angegriffen. Die ganze Passage lautet nämlich so:
«Das Gerücht, Staffels Frau habe die Scheidung eingereicht, welches die aus dem Salzburgischen stammende Klatschkolumnistin in der grossen Tageszeitung in ihrer immer etwas hilflos anmutenden wöchentlichen Klatschkolumne streute, deutete in diese Richtung.»
Ins Gesicht gelogen
Nanu, was hat Suter gegen Schwaninger? «Wir pflegen eigentlich ein freundschaftliches Verhältnis und sind per Du», so Schwaninger, deren Kolumne im «Tagesanzeiger» erscheint, gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet. Die literarische Attacke erklärt sie sich mit einer Geschichte aus der Vergangenheit. «Vielleicht ist Herr Suter immer noch darüber verärgert, dass ich vor drei Jahren die Nachricht über seine adoptierten Kinder in Umlauf brachte.»
«Wenn Frau Schwaninger sich angesprochen fühlt, kann ich es auch nicht ändern», erwidert dem Martin Suter - fügt aber an, dass Hildegard Schwaninger «es mit der Wahrheit halt nicht so genau nehme». Nicht nur habe sie nämlich die Nachricht der Adoption in Umlauf gebracht, sondern sich Suters private Adoptionsanzeige erschlichen und diese dem «Blick» übergeben, der sich später auf juristischen Druck für deren Veröffentlichung entschuldigen musste. «Das Ärgerlichste war, dass Frau Schwaninger mir ins Gesicht gelogen und behauptet hatte, sie hätte die Anzeige von meiner Schwester erhalten. Ein dreiste Lüge, für die auch sie sich später entschuldigen musste», so Suter.
Suters Vorwürfe wiederum bezeichnet Hildegard Schwaninger als «Frechheit». Dass sie sich habe entschuldigen müssen, sei «voll gelogen». «Ich habe die Adoptionsanzeige zuerst vom Diogenes-Verlag erhalten und ein paar Tage später ist sie mir von Suters Schwester gezeigt worden», so Schwaninger. Im Übrigen habe sie «Der Koch» gelesen, doch besagte Passage sei ihr entgangen, «wahrscheinlich weil ich das enttäuschende Buch als Zeitverlust empfand und die zweite Hälfte nur noch überflogen habe».
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Nach Erscheinen dieses Artikels hat Martin Suter der Newsnetz-Redaktion ein E-Mail aus dem Jahr 2007 zukommen lassen, in dem sich Hildegard Schwaninger bei seiner Schwester entschuldigt: Sie habe die Adoptionsanzeige nicht von Suters Schwester erhalten, wie sie geglaubt habe, sondern von jemand anders.
Weiter weist Martin Suter in seiner Stellungnahme daraufhin, dass Diogenes damals beim «Blick» in seinem Namen dringend und vergeblich darum gebeten habe, Bild und Meldung der Adoptionsanzeige nicht zu veröffentlichen.
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.02.2010, 09:47 Uhr
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16 Kommentare
Die "Potz-Blick-i-Klatschtante" nimmt sich und ihren Kram sehr wichtig. Sie weiss alle Klatschgeheimnisse der beautiful people und muss sie laufend in ungeheuer interessanten Zeitungsspalten loswerden, Klatsch ist ein anderes Wort für Lügen. Es ist also egal, ob das Geschreibsel der Wahrheit entspricht oder nicht. Antworten







