Digital

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Gezwitscher über den Courts

Von René Stauffer. Aktualisiert am 22.01.2012

Der Twitter-Boom hat das Tennis erfasst und erlebt am Australian Open einen neuen Höhepunkt. Anstatt reines Marketing zu betrieben, zeigen die Tennisstars viel Humor.

1/7 Um es gleich vorwegzunehmen: Nein, Roger Federer twittert nicht. Dafür beschäftigt sich seine Frau Mirka auf der Tribüne oft mit ihrem Handy.
Bild: Keystone

   

Artikel zum Thema

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Als Stanislas Wawrinka um 2.15 Uhr morgens nach dem Sieg über Marcos Baghdatis ins Hotel kam, fand er noch Zeit, zum Handy zu greifen: «Zeit zu schlafen, danke für alle Messages», liess er seine Fans über Twitter wissen. 28'326 Leute folgen ihm über diese Kommunikations-Plattform, die der Lausanner rege nutzt. Immer wieder lädt er darauf auch Links zu Fotos aus dem Alltag. Er ist damit nicht alleine: Fast jeder, der im Tennis etwas auf sich hält, zwitschert mit («to tweet» heisst zwitschern): Spieler, Coaches, Experten, Medienleute, Fans. Und das weltumspannende Gezwitscher über den Courts wird stets beliebter und intensiver, weil es offensichtlich viele Bedürfnisse abdeckt.

Rafael Nadal entdeckte das soziale Netzwerk im vergangenen Sommer. Inzwischen ist er mit 1,3 Millionen Followers (wie im Jargon die Leute genannt werden, die Meldungen von jemandem verfolgen) längst im Spitzenfeld angekommen. In Spanisch und Englisch teilt er aus Melbourne etwa mit, dass er mit Freunden das spanische Fussballderby Real - Barça verfolgt hat, und er unterlegt die News gleich noch mit einem Bild.

829'000 folgen Roddick

Nur etwa halb so viele folgen Novak Djokovic, den man unter «Djokernole» findet. Der Serbe nutzt das Medium geschickt, um sich Sympathien zu verschaffen. So veröffentlichte er zu Silvester mehrere Filmchen, in denen er mit seinen Freunden in diversen Sprachen ein gutes Jahr wünschte, auch in Deutsch.

Im Twitter-Ranking liegt der Serbe aber auch hinter Andy Murray, dem 691'000 Leute folgen, der aber seit September verstummt ist. Noch populärer ist Andy Roddick, was zweifellos damit zu tun hat, dass der schlagfertige Amerikaner witziger und eifriger zwitschert als die meisten. Er unterhält inzwischen 829'000 Interessierte und schrieb schon über 2400 «Tweets», wie die maximal 140 Zeichen langen Kurzmeldungen genannt werden.

Das Zwitscher-Paar

Auch eines der erfolgreichsten sportübergreifenden Paare ist in der Zwitscherwelt omnipräsent und lässt die Öffentlichkeit so etwas am Privatleben teilhaben: die Weltranglistenerste Caroline Wozniacki und ihr golfender Freund Rory McIlroy. Dabei ist die Dänin mit 264'000 Anhängern rund dreimal weniger gefragt als der US-Open-Sieger. Im Vergleich zu Serena Williams ist Wozniacki sogar ein ganz kleines Vögelchen: Der 13-fachen Grand-Slam-Siegerin folgen über 2,4 Millionen, und die Amerikanerin wird auch schon bald zum 10'000. Mal zwitschern.

Weil jeder die Wahl hat, wessen Kurzmeldungen in sein Konto geladen werden (abgewiesen werden kann man nicht), lassen sich individuelle Pakete zimmern. Die vielen Pausen im Tennis eignen sich ideal, um sich in Echtzeit über Twitter auszutauschen oder den Unterhaltungsfaktor zu erhöhen durch frei gewählte Quellen. Den Titel als Twitterguru des Tennis ertippt hat sich der Spezialist der Londoner «Times», Neil Harman, der von frühmorgens bis spätabends auf Sendung ist – was seine Anhänger von ihm inzwischen auch erwarten. Er ist, wenn auch freiwillig, zu einer Art Twitter-Sklave geworden.

Federers Abstinenz

Etwas Ähnliches wird Roger Federer nicht widerfahren. Als Einziger der Top-4 widersetzt er sich dem Trend und bevorzugt das weniger hektische Facebook, wo er auf seiner Seite (9,5 Millionen Nutzer folgen ihm als Fans) gelegentlich Bilder oder kurze Berichte aufschaltet. Aus seinem Umfeld zwitschert nur Paul Annacone, allerdings in einer tieferen Liga, mit knapp 4000 Followern. Diese wissen, dass sie keine Geheimnisse oder Interna über seinen Arbeitgeber erwarten dürfen.

Wer sucht, findet auch echte Trouvaillen. Ein Geheimtipp ist Ivo Karlovic, der Federer in der Nacht auf heute forderte. Mit trockenem Humor sorgt der Kroate mit dem Übernamen «Dr. Ivo» für Unterhaltung. So zwitscherte er im vergangenen Jahr einmal: «Ich trainierte 2005 mit Rafa am French Open und dachte mir: Der Kerl spielt gut. Er könnte mal die Viertel- oder Halbfinals erreichen. Ich hatte recht.» Oder auch: «Erster Trainingstag in Cincinnati. Ein Opa fragt mich: ‹Wer bist du?› Ich sage: ‹Niemand.› Er sagt ‹Aha, ok› und läuft davon.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.01.2012, 09:54 Uhr

0

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.
Noch keine Kommentare

Digital

Populär auf Facebook Privatsphäre


Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!