Über allem thront der Fernseher
Von Mathias Born. Aktualisiert am 11.01.2011 3 Kommentare
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Am letzten Donnerstag, dem Dreikönigstag, war Weihnachten vielerorts definitiv passé: Der dürre Weihnachtsbaum wurde weggeräumt. Für die Geräte- und Softwarehersteller hingegen hat das Weihnachtsgeschäft an diesem Tag bereits wieder begonnen: Am Dreikönigstag öffnete in Las Vegas die diesjährige Consumer Electronics Show (CES) ihre Pforten. Und dort gab es bis am Sonntag bereits Vorserienmodelle jener Geräte zu sehen, die unter dem nächsten Weihnachtsbaum zu liegen kommen werden.
Aus allen Meldungen von der CES, die derzeit über die Ticker laufen, lassen sich drei Trends herausarbeiten: Besonders viele Neuheiten gibt es bei den Fernsehgeräten zu sehen. Im mobilen Bereich trumpfen die Tabletcomputer auf. Und bei Windows ändert sich Grundlegendes.
3-D-Fernsehen – ohne Brille
In diesem Jahr standen die 3-D-Fernseher im Zentrum der Messe. Dabei herrschte eine verwirrende Vielfalt an technischen Ansätzen, wie dreidimensional wirkende Bilder erzeugt werden: Einige Hersteller wie das Schwergewicht Samsung ( 239.5 -2.17%) setzen auf die Shuttertechnik, bei der abwechselnd das linke und das rechte Auge mit einer Klappe abgedeckt wird. LG hingegen setzt auf Geräte mit der Polarisationstechnik.
Beide Techniken haben ihre Vor- und Nachteile. Für die Polarisationstechnik spricht, dass das Bild nicht flackert und die Helligkeit des Bildes nicht abnimmt, wenn man sich die Brille aufsetzt. Zudem sind die Fertigungskosten für das Display tiefer. Die Brillen wiederum sind leichter und billiger. Allerdings liefert die Shuttertechnik das sichtbar bessere Bild.
Vom Wettstreit versuchen die Hersteller von Zusatzgeräten zu profitieren: Sie entwickeln Brillen, die für alle Techniken geeignet sein sollen. Das französische Start-up Volfoni etwa präsentierte eine Universalbrille, die auch gleich als Sonnenbrille taugt.
Aus Kundensicht wäre es indes weitaus praktischer, wenn man sich gar keine 3-D-Brille aufsetzen müsste. Daran arbeitet Toshiba: Der auf der Messe demonstrierte Bildschirm strahlt Bilder schräg versetzt aus – sodass die Augen nur das je für sie bestimmte Bild zu sehen bekommen. Auf diese Weise könnten auch ohne Brille 3-D-Bilder erzeugt werden.
Viele Ideen gegen das iPad
Weiter gehts zu den mobilen Computern: Vor einem Jahr hat Apple (AAPL 562.29 -0.54%) das iPad angekündigt, das dann im Frühling in den Handel kam und bis heute schätzungsweise 14 Millionen Mal verkauft wurde. Nun zieht die Konkurrenz definitiv nach: Die meisten wichtigen Computerhersteller haben Tabletcomputer angekündigt.
Einige versuchen es dabei mit ungewöhnlichen Ideen: Samsung, Asus und Dell etwa wollen Notebooks bauen, deren Tastaturen sich unter die Displays schieben beziehungsweise drehen lassen. So soll aus den Notebooks im Handumdrehen Tablets werden. Andere Hersteller wie Motorola setzen auf eine eindeutigere – und schlankere – Bauweise.
Viele der neu präsentierten Tablet-PC laufen unter dem Betriebssystem Android 3.0 von Google, (GOOG 591.53 -2.01%) das speziell für diese Gerätekategorie entwickelt wird. Das System ist noch nicht fertig. Doch es nimmt Gestalt an. Anders als Apple beim iPad setzt Google stark auf Widgets. Damit kann der Arbeitsbereich so angepasst werden, dass darauf alle für den Nutzer relevanten Neuigkeiten angezeigt werden, ohne dass eine Applikation gestartet werden muss. Ganz nach dem Vorbild von Apple baut Google einen virtuellen Kiosk, über den Zeitungen und Zeitschriften verkauft werden sollen.
Microsofts (MSFT 29.06 -0.03%) Kehrtwende
Die Ankündigungen zeigen: Microsoft dominiert mit dem Betriebssystem Windows zwar den Computermarkt, tut sich bei den Tablet-PC aber schwer. Windows 7 etwa ist zu sehr auf die beim PC übliche Steuerung über Tastatur und Maus ausgerichtet. Zudem ist sie auf Intel-Prozessoren zugeschnitten, die bei mobilen Geräten nicht gegen jene des Rivalen ARM ankommen, die weniger Strom verbrauchen.
Doch nun gibt Microsoft Gegensteuer. Windows 8 werde für alle Plattformen fit sein, sagte Microsoft-Chef Steve Ballmer auf der Messe. Das eröffnet Microsoft neue Perspektiven. Intel aber kommt unter Druck. Zumal noch weitere Konkurrenz entsteht: Der Grafikkartenspezialist Nvidia zumindest kündigte auf der CES überraschend an, den Chipgiganten mit einem eige-nen Hauptprozessor herauszufordern. (Berner Zeitung)
Erstellt: 11.01.2011, 14:14 Uhr
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3 Kommentare
Mehr Details zum 3D ohne Brillen wären interessant gewesen. Meines Wissens sind diese TVs noch sehr klein und bieten nur aus einem bestimmten Winkel 3D. Das heisst: Man kann nur alleine TV schauen und das auch nur, wenn man den Kopf nicht zu sehr bewegt. Als "marktreif" kann man dies ganz sicher noch nicht bezeichnen. Antworten
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