Nur Samsung kann es mit Apple aufnehmen
Aktualisiert am 28.04.2012 33 Kommentare
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Nokia: Noch ein Downgrade
Mit Standard & Poor's hat die zweite grosse Rating-Agentur Nokia auf Ramsch-Niveau heruntergestuft. Der Handy- Riese bekam am Freitag das Rating «BB», das vor wenigen Tagen auch schon Fitch vergeben hatte (Bernerzeitung.ch/Newsnet berichtete). Das ist die Stufe, bei der ein Investment grundsätzlich nicht mehr empfohlen, sondern als spekulativ eingestuft wird. Die dritte internationale Agentur Moody's sah Nokia-Papiere mit dem Rating «Baa3» zuletzt dagegen noch einen Schritt vom Schrott-Status entfernt.Nokia hatte im ersten Quartal einen Verlust von 929 Millionen Euro verbucht. (SDA)
So schnell kann es gehen: Nachdem Samsung (SMSD 284.55 -1.15%) für das Jahr 2010 einen Rekordgewinn verkünden durfte, überraschte der südkoreanische Konzern die Öffentlichkeit im April 2011 mit massiven Einbussen beim Betriebsgewinn für das erste Quartal. Und nur ein Jahr später präsentiert sich die Lage wieder ganz anders. In den ersten drei Monaten dieses Jahres machte Samsung einen Gewinn von 5,05 Billionen Won, umgerechnet rund vier Milliarden Franken (Bernerzeitung.ch/Newsnet berichtete) – der grösste Quartalsgewinn der Firmengeschichte.
Knapp drei Viertel des Überschusses erwirtschaftet das Unternehmen mit Handys und Smartphones. Obwohl Samsung nicht offiziell bekannt gibt, wie viele Mobiles im vergangenen Quartal abgesetzt wurden, steht fest, dass der Elektronikriese mittlerweile mehr Geräte verkauft als Nokia: (NOK 2.86 2.88%) Am Mittwoch bestätigte Nokia-Verwaltungsratspräsident Jorma Ollila gegenüber dem finnischen TV-Sender MTV3, dass sein Unternehmen nach 14 Jahren Marktführerschaft abgelöst worden sei.
Duopol in Handywelt
Neue Nummer 1 ist trotz eines ebenfalls überaus erfolgreichen ersten Jahresquartals nicht iPhone-Hersteller Apple, (AAPL 429.14 -0.61%) sondern Samsung. Die Südkoreaner haben laut dem Marktforschungsinstitut Strategy Analytics von Januar bis März 2012 93,5 Millionen Mobiltelefone (davon 44,5 Millionen Smartphones) verkauft. Apple kommt auf 35,1 Millionen iPhones.
«Samsung und Apple», folgert Strategy-Analyst-Mann Neil Mawston, «haben die meisten grossen Wettbewerber überholt. Der Smartphone-Markt läuft Gefahr, ein Zweier-Rennen (two horse race, Red.) zu werden». Die Konstellation ist aber nicht in Stein gemeisselt – Mawston spricht im «Wall Street Journal» von einer zyklischen Industrie: «Einige Unternehmen beherrschen den Markt für eine Weile und gehen dann unter. In den 1980ern war Motorola an der Reihe, dann Ericsson und um das Jahr 2000 herum Nokia. Jetzt dominieren Apple und Samsung.»
Nicht uneingeschränkt optimistisch
Samsung-Manager Robert Yi gab sich denn auch trotz der guten Quartalszahlen nicht uneingeschränkt optimistisch. «Wir haben die vorsichtige Erwartung, dass unser Gewinnimpuls weiter nach vorne geht, da unsere Wettbewerbsfähigkeit in unseren wichtigsten Geschäftsfeldern verbessert ist», so die etwas umständliche Formulierung Yis gegenüber der Nachrichtenagentur dapd.
Tatsächlich gibt es auch bei Samsung Bereiche, welche der Führungsriege Kopfschmerzen bereiten: Im Geschäft mit Chips etwa fiel der Absatz im Vergleich zum ersten Quartal 2011 um 13 Prozent (Samsung macht in dieser Sparte aber immer noch Gewinn).
Noch ein Leidtragender
Samsung wird dies nicht nur aufgrund der Erfolge im Handygeschäft verschmerzen können: Wie das Analyseunternehmen Displaybank errechnet hat, verkauft Samsung mittlerweile mehr Plasma-Fernseher als der bisherige Marktführer Panasonic (6752 5.919 2.53%) aus Japan. Da Samsung bei LCD-Fernsehern seit längerem die Poleposition innehat, verkauft somit kein anderes Unternehmen mehr TVs als Samsung.
Anders als im Mobilemarkt muss Samsung in diesem Segment Apple nicht fürchten. Jedenfalls noch nicht: Neben den Apple-Fans dürfte auch die Konkurrenz um Panasonic, Sony und Co. Apples kolportierte Fernsehpläne genau verfolgen. (rek)
Erstellt: 27.04.2012, 16:54 Uhr
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33 Kommentare
Auch in diesem Artikel geht es wieder einmal um "Samsung Electronics" und nicht "Samsung".
Hinter dem Namen "Samsung" steht ein komplexes Firmengeflecht um die Familie von Gründer Lee Byung-chull. Darunter
Anzumerken bleibt, dass es keine übergeordnete "Samsung Group", im Sinne einer rechtlichen Einheit, gibt.
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